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Nahegelegene Grube verfüllt:Uhu macht Platz für ein Windrad

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Verschwunden ist ein Uhu, der bei Gammelsdorf heimisch war.

(Foto: Bernd Thissen/dpa)

"Energiebauern" dürfen Anlage bei Gammelsdorf bauen, weil der geschützte Vogel weitergezogen ist

Bereits vor fünf Jahren hat der Eigentümer eines Grundstücks am Rand des "Enghauser Holzes" in der Gemeinde Gammelsdorf die Errichtung eines 186 Meter hohen Windrads beantragt. Er reichte die Unterlagen vollständig beim Landrastamt Freising ein, aber die geschützten Uhus, die in einer nahe gelegenen Grube lebten, durchkreuzten seine Pläne. Ihr Vorkommen verhinderte die Genehmigung, da das Windrad die großen, nachtaktiven Vögel gefährden würde. Jetzt ist die Grube aber verfüllt worden und die Uhus sind ausgezogen, berichtet Florian Bichler, dessen Firma "Energiebauern" das Windrad bauen will. Daher reichte der Antragsteller die Unterlagen erneut beim Landratsamt ein und die Gammelsdorfer Gemeinderäte gaben kürzlich grünes Licht für das Projekt.

Das mit einem artenschutzrechtlichen Gutachten beauftragte Landschaftsarchitekturbüro aus Marzling kam inzwischen zu dem Ergebnis, dass kein Uhu mehr vorhanden und gefährdet sei. Für das Windrad bestehe "Genehmigungsfähigkeit", die Unterlagen müssen aber nochmals Prüfverfahren des Landratsamtes durchlaufen. "Es sei noch zu früh, um eine Prognose über dessen Ausgang zu treffen, da noch nicht alle Stellungnahmen der am Verfahren zu beteiligenden Fachstellen vorliegen", sagt Robert Stangl, Presssprecher des Landratsamtes. Dies werde vermutlich noch mehrere Monate dauern. Bichler geht dennoch davon aus, dass das Windrad heuer gebaut werden kann, denn schließlich lägen die Unterlagen seit 2011 komplett bei der Behörde, geändert habe sich lediglich der Auszug der Uhus. Und noch eine weitere Hürde hat das Vorhaben genommen, da es nicht unter die sogenannte "10-H-Regelung" fällt, nach der ein Windrad mindestens zehn Mal so weit von der nächsten Bebauung entfernt sein muss, wie es hoch ist. Denn der Gammelsdorfer Antrag wurde vor dem Stichtag am 4. Februar 2014 eingereicht.

Nach heutiger Rechtslage hätte das Projekt keine Chance mehr, denn die nächste Bebauung sei nur 800 Meter entfernt, sagt Bichler. Mit der 10-H-Abstandsregelung könne wohl kein Windrad mehr im Landkreis gebaut werden, da wegen der relativ dichten Besiedelung die Abstände nicht eingehalten werden könnten, schätzt der Unternehmer. Seine Firma "Energiebauern" mit Sitz in Sielenbach bei Aichach plante das Windrad, will es bauen und gründete gemeinsam mit dem Grundstückseigentümer kürzlich die Betreibergesellschaft "Windkraft Enghausen GmbH und Co.KG", an der sich auch Bürger beteiligen könnten. Es werde gerade an einem Vertrag gearbeitet, so Bichler.

Die Gemeinde stehe dem Vorhaben positiv gegenüber, sagt der Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Mauern, Ernst Neuhauser und hofft wie Bichler, dass das Windrad noch heuer ans Netz gehen könne. Wo die Uhus inzwischen leben, ist nicht bekannt.