NachhaltigkeitTauschen statt Kaufen

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Macht Spaß und ist nachhaltig: Tessa Elliott (links) und Nanka Elleke bei der Kleidertauschaktion im Haus der Vereine in Freising.
Macht Spaß und ist nachhaltig: Tessa Elliott (links) und Nanka Elleke bei der Kleidertauschaktion im Haus der Vereine in Freising.
Johannes Simon

Schont die Umwelt und den Geldbeutel: Die Kleiderbörse von Greenpeace Moosburg kommt gut an in Freising.

Von Lena Meyer, Freising

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Neues T-Shirt, neue Jeans und - wenn schon dabei - dann vielleicht auch noch eine neue Jacke, denn der alten fehlt ja ein Knopf. Damit ist sie praktisch nicht mehr tragbar. Regelmäßig wird der heimische Kleiderschrank aussortiert, nur um üppig mit Neuem aufgestockt zu werden. Für nur wenig Geld erhält man mit ein paar Klicks im Internet einen vollen Warenkorb und wenn das Kleidungsstück nach zweimal Tragen nicht mehr gefällt, landet es eben im Müll. Was kann man damit schon falsch machen? Eigentlich alles, sagt das Team von Greenpeace Moosburg.

Das Bestellen von Kleidung geht mittlerweile sogar bequem von der Couch aus, während im TV die Lieblingsserie läuft. Ein, zwei Klicks auf dem Smartphone - schon ist ein neues Produkt im Warenkorb und befindet sich bereits am nächsten Tag vor der eigenen Haustür. Durchschnittlich kaufen Deutsche im Jahr etwa 60 neue Kleidungsstücke dazu - und sortieren sie schnell wieder aus, um etwas Neues zu kaufen. Fast Fashion nennt sich dieses Phänomen. Und es boomt.

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Obwohl sie auf den ersten Blick durch ihre billigen Preise lockten, seien solche Schnäppchen nicht umsonst, betont Greenpeace. Sie gehen auf Kosten der Arbeiter oder der Umwelt: Die Textilindustrie verursacht jährlich 1,2 Millionen Tonnen CO₂. Um eine Jeans herzustellen, werden im Schnitt 120 Liter Wasser benötigt - wichtige Ressourcen werden somit für den Konsum verbraucht. "Unser Verhalten muss sich deutlich ändern", fordert Hans Forstner von Greenpeace Moosburg.

Aus diesem Grund wollte die Ortsgruppe Alternativen zum Kleidererwerb aufzeigen, erklärt Nanka Elleke. Statt also neue Kleider zu kaufen und damit Ressourcen zu verbrauchen, sollten sie am Samstag im Raum der Begegnung getauscht werden. Das Prinzip ist einfach: Jeder sortiert seine gut erhaltenen Klamotten aus und bringt sie mit. Dafür kann er sich aus den vorhandenen Sachen so viel mitnehmen, wie er möchte. Und das ganz umsonst. Eine nachhaltige Möglichkeit also, den Kleiderschrank aufzustocken. Was am Ende übrig bleibt, wird in den Laden Tante Emma nach Moosburg gebracht, wo es für wenig Geld erworben werden kann.

Nanka Elleke (zweite von rechts) freut sich über die erfolgreiche Kleidertauschaktion von Greenpeace Moosburg.
Nanka Elleke (zweite von rechts) freut sich über die erfolgreiche Kleidertauschaktion von Greenpeace Moosburg.
Johannes Simon

Aber Moment. Es gibt da doch auch noch diesen Altkleidercontainer. Seine Kleidung jedoch über diesen Weg zu entsorgen, sieht Forstner kritisch. "Weniger als ein Prozent der alten Textilien werden dort tatsächlich recycelt", moniert er. Der Großteil werde stattdessen verschifft und nicht selten verbrannt, so Forstner. Zwar besagt das Kreislaufwirtschaftsgesetz, dass nur das, was gar nicht anders verwertbar ist, zur Wärmegewinnung verbrannt werden darf. Doch die Kleidung besteht meistens aus verschiedenen Textilien. Eine einheitliche Kennzeichnung über die Zusammensetzung gibt es oftmals nicht. Aus diesem Grund sei das tatsächliche Recyceln sehr aufwendig, so Forstner. Deswegen rät er zum Kleidertausch - der könne im Übrigen schon in der Nachbarschaft geschehen.

Vergangenen Samstag jedoch fanden etwa vierzig bis fünfzig Tauschfreudige ihren Weg in den Raum der Begegnung nach Freising. Es sei eine gute Gelegenheit, Kleidung noch eine zweite Chance zu geben, finden etwa Ulrike und Katrin Essen. Selber fündig sind sie auch geworden. Das sei eben das Schöne - etwas abzugeben und dafür etwas Neues und sogar Besonderes mitzunehmen. Ob jung oder alt, jeder findet etwas an diesem Nachmittag oder bestaunt das breite Angebot an Ware. "Diese Jeans hier zum Beispiel", sagt etwa Isabella Hartl, während sie die Hose hoch hebt und prüfend betrachtet, "die ist doch noch wie neu! Viel zu schade, um sie weg zu schmeißen."

Mehr Qualität statt Quantität und mehr Transparenz wird gefordert

Mehr Qualität statt Quantität - das fordern diejenigen, die sich am Samstag zum Kleidertausch im Haus der Begegnung eingefunden haben. Und mehr Transparenz, um nachverfolgen zu können, woher das Kleidungsstück überhaupt stammt. "Niemand braucht jeden Tag neue Kleidung", sagen viele an diesem Tag. Das Problem ist jedoch, dass genau dieses Geschäft boomt. Neue Kleidung für sehr wenig Geld erscheint reizvoll, doch die Qualität leide darunter ebenfalls. Gerade die Werbung für Fashion Ketten, die ein wenig nachhaltiges Konzept besitzen, ist vielen Anwesenden ein Dorn im Auge. Besonders hartnäckig locke sie mit Billigangeboten und sei gerade für jüngere Leute verführerisch. Das müsse sich ändern. Auch im analogen Leben: "Auch auf der Straße befindet sich viel Fast Fashion. Nicht nur im Internet", mahnt etwa Besucherin Sofia. Solchen Ketten sollten ihrer Meinung weniger Platz gewährleistet werden.

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