Flughafen MünchenGegner sehen keinen Bedarf für Terminal-Ausbau

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Der Satellit des Terminals zwei am Flughafen soll einen Anbau erhalten, um mehr Passagiere abfertigen zu können.
Der Satellit des Terminals zwei am Flughafen soll einen Anbau erhalten, um mehr Passagiere abfertigen zu können. Marco Einfeldt
  • Lufthansa-Chef Carsten Spohr kündigt einen Ausbau des Terminals zwei am Flughafen München an, der bis zu zehn Millionen zusätzliche Passagiere jährlich ermöglichen soll.
  • Bürgerinitiativen und Politiker kritisieren die Pläne als "schleichende Bewegung Richtung dritte Startbahn" und sehen keinen Bedarf für die Kapazitätserweiterung in Bayern.
  • Die Lufthansa will sich zu 40 Prozent an der Finanzierung beteiligen, während die FMG 60 Prozent trägt und das erweiterte Terminal 2035 in Betrieb gehen soll.
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Bürgerinitiativen kritisieren Pläne von FMG und Lufthansa, die Abfertigungskapazitäten am Flughafen München massiv zu erweitern und befürchten eine „schleichende Bewegung Richtung dritte Startbahn“.

Von Petra Schnirch, Freising/Erding

Die Ankündigung von Lufthansa-Chef Carsten Spohr, das Terminal zwei am Flughafen München deutlich ausbauen zu wollen, hat Politiker und Bürgerinitiativen in Freising aufgerüttelt. Das sei eine „schleichende Bewegung Richtung dritte Startbahn“, kritisiert Wolfgang Herrmann, Vorsitzender des Bürgervereins Freising. Die Flughafen München GmbH (FMG) und die Lufthansa würden hier einen Bedarf schaffen, „der in Bayern nicht vorhanden ist“, ergänzt Johannes Becher, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag. Mit dem Vorhaben wollten FMG und Lufthansa offenbar Interkontinentalflüge bündeln und verstärkt auf Umsteiger setzen, folgert er.

Spohr hatte anlässlich einer Feier zum 100-jährigen Bestehen der Airline öffentlich gemacht, dass mit dem geplanten Anbau am Satelliten des Terminals bis zu zehn Millionen zusätzliche Passagiere im Jahr abgefertigt werden könnten. Im vergangenen Jahr zählte man am Airport 43,4 Millionen Fluggäste, vor der Pandemie waren es 47 Millionen. „Die Lufthansa setzt damit weiter auf Größenwahn und möchte den Druck auf die Realisierung der dritten Startbahn weiter erhöhen. Dies lehnen wir entschieden ab“, so Christian Magerl, der Sprecher des Aktionsbündnisses Aufgemuckt, in einer Stellungnahme.

Die Nachricht kommt zu einer Zeit, in der hochrangige CSU-Politiker im Landkreis regelmäßig verkünden, dass die dritte Startbahn nicht kommen werde. Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann schreibt auf seiner Homepage sogar, dass „das Damoklesschwert einer dritten Startbahn für unsere Region Geschichte ist“. Doch die Mittel- und Langfristplanung der FMG sieht nach wie vor die Eröffnung einer dritten Bahn bis 2035 vor. In diesem Jahr soll laut Spohr auch das erweiterte Terminal in Betrieb gehen. Die Lufthansa will sich an der Finanzierung zu 40 Prozent beteiligen, 60 Prozent soll die FMG tragen.

Becher geht davon aus, dass für diese Kapazitätserweiterung ein einstimmiger Gesellschafterbeschluss notwendig wird. Der Flughafen ist in öffentlicher Hand, der Freistaat hält 51 Prozent, der Bund 26, die Stadt München 23 Prozent. Im Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wählern ist zwar ein Moratorium für die dritte Startbahn festgeschrieben, nicht aber für einen Terminalausbau. Zustimmen muss wohl auch der Münchner Stadtrat. Dies könnte noch in der aktuellen Amtszeit im April geschehen, glaubt Becher.

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Von Andreas Schubert

Die Startbahngegner wollen den Druck auf die Politik erhöhen. Eine aktuelle Prognose für die Entwicklung der Flugbewegungen hat die FMG bisher nicht vorgelegt, die bisherige endete 2025 und ging von viel zu hohen Zahlen aus.

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