Flughafen MünchenAbschiebeterminal wird größer als geplant

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Auf diesem Areal soll das Abschiebeterminal für die Bundespolizei entstehen. Problem: es liegt außerhalb des genehmigten Flughafengeländes.
Auf diesem Areal soll das Abschiebeterminal für die Bundespolizei entstehen. Problem: es liegt außerhalb des genehmigten Flughafengeländes. Marco Einfeldt
  • Das geplante Abschiebeterminal am Münchner Flughafen wird mit 4860 Quadratmetern größer als ursprünglich geplant und soll ab 2028 bis zu hundert Abschiebungen täglich ermöglichen.
  • Der Bund zahlt jährlich 4,2 Millionen Euro Miete für das von der Flughafengesellschaft gebaute Terminal, das außerhalb des genehmigten Flughafengeländes auf Freisinger Stadtgebiet entstehen soll.
  • Die Stadt Freising und Menschenrechtsaktivisten kritisieren das Projekt, da künftig mehr als 36 000 Menschen pro Jahr abgeschoben werden könnten - zwölfmal mehr als bisher.
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4860 Quadratmeter, 100 Abschiebungen pro Tag, 4,2 Millionen Euro Miete im Jahr: Das geplante Terminal der Bundespolizei am Flughafen München nimmt Konturen an – und weckt Widerstand.

Von Kerstin Vogel, Freising

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Das Abschiebeterminal der Bundespolizei am Münchner Flughafen wird offenbar noch größer als angenommen. Wie bei einer Anhörung der Regierung von Oberbayern am Donnerstag bekannt wurde, wird das Gebäude mittlerweile mit einer Grundfläche von 4860 Quadratmetern geplant. Im ersten Bauantrag vom 3. Juni 2025 war noch von 4000 Quadratmetern die Rede gewesen. Die Initiative „Abschiebeterminal MUC verhindern!“ hat ihre Kritik an dem Projekt und seinen Dimensionen erneuert.

Genutzt werden soll der „BPOL Sonderbau MUC“ vom Rückführungsdienst der Bundespolizeiinspektion. Von hier aus sollen von 2028 an bis zu hundert Menschen am Tag in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden. Das Terminal wird von der Flughafenbetreibergesellschaft FMG gebaut, der Bund wird für die Nutzung jährlich 4,2 Millionen Euro Miete bezahlen.

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Nach dem Willen des Bundesinnenministeriums sollen in dem Neubau die Abläufe bei Abschiebungen außerhalb des normalen Flugbetriebes gebündelt werden. Auch eigene Wartezonen und Zufahrten sind vorgesehen. Das Sicherheitsterminal F, über das Abschiebeflüge aktuell laufen, könnte künftig ausschließlich dem Flugverkehr von und nach Israel dienen.

Streit gibt es indes um den Standort. Der liegt zwischen der Transit- und Abschiebehafteinrichtung des Landesamts für Asyl und dem Motocross-Gelände des MSC Freisinger Bär, außerhalb des genehmigten Flughafengeländes auf dem Gebiet der Stadt Freising.  Die aber ist wenig begeistert. Stadtjurist Johannes Trischler kritisiert, dass das planerische Konzept der Flughafenbebauung in einer Art Salamitaktik aufgebrochen werde.

„Man fragt sich, was langfristig der Plan ist.“

Zweifel hat Trischler an der Grundlage der Standortwahl: Zwei Machbarkeitsstudien haben von fünf möglichen Flächen drei FMG-eigene kurzerhand als ungeeignet ausgeschlossen. Eine vierte FMG-Fläche wäre zwar grundsätzlich passend – doch dort steht die Winterdiensthalle der Flughafenbetreiber, deren Abriss und Neubau Millionen kosten würde. Also fiel die Wahl auf das Areal neben dem Motocross-Gelände, für das nun das Planfeststellungsverfahren läuft.

In der dazugehörigen Anhörung am Donnerstag in Oberding ging es daneben auch um Fragen der Verkehrsanbindung. In all diesen Bereichen gebe es noch Aspekte, „die einer weiteren Aufklärung bedürfen“, fasste Wolfgang Rupp, Sprecher der Regierung von Oberbayern, am Freitag zusammen: „Eine abschließende Bewertung steht noch aus.“

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Geht es nach den Menschenrechtsaktivisten und -aktivistinnen, die bereits im Februar bei einer Demo in München gegen den Bau des Abschiebeterminals protestiert hatten, sind vor allem politische Fragen noch zu klären. Sie kritisieren, dass Fragen des Verkehrs ausführlich diskutiert würden – jedoch keine Standards in Bezug auf Menschenrechte vorgegeben seien.

Sie wundere sich, warum trotz sinkender Zahlen bei der Einreise so ein riesiges Abschiebeterminal gebaut werden müsse, sagt Andrea Stickel, Sprecherin der Initiative „Abschiebeterminal MUC verhindern!“, die aus München zu der Anhörung angereist war. Künftig könnten mehr als 36 000 Menschen pro Jahr aus dem Erdinger Moos abgeschoben werden, mehr als zwölfmal so viele wie bisher. „Da fragt man sich, was der langfristige Plan ist.“

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