Müller-Brot "Wir wollen wieder backen"

Erst haben sie die Filialen gekauft, nun soll die Zentralbäckerei folgen: Gründertochter Evi Müller und Bäckerei-Chef Franz Höflinger legen ihre Pläne für die Zukunft von Müller-Brot vor. Aber noch ist unklar, ob in Neufahrn wirklich wieder gebacken wird.

Bei der insolventen Großbäckerei Müller-Brot soll die Produktion schrittweise wieder hochgefahren werden. Nach der Übernahme von knapp 150 Filialen wollen die neuen Eigentümer auch die Produktionsstätte in Neufahrn bei München kaufen. "Wir wollen wieder backen, wir wollen wieder selbst produzieren", erklärten die Gründertochter Evi Müller und der Münchner Bäckerei-Inhaber Franz Höflinger.

Die Verhandlungen sollen demnach nach Ostern weiterlaufen. Allerdings seien die bisherigen Eigentumsverhältnisse nicht eindeutig geklärt, sagte Höflinger. Wenn der Kauf der Produktion klappt, wollen die neuen Eigentümer sukzessive die Belegschaft wieder einstellen. "Der erste Schritt wären 100 Mitarbeiter", sagte Müller.

Die bestehenden Produktionshallen können nach Worten Müllers problemlos verkleinert werden. "Wir wissen, wie Brotbacken geht, dazu brauchen wir keine Produktionslinien." Höflinger ergänzte, dass der Betrieb auch ohne die hochleistungsfähige Backstraße möglich sei, die nach wie vor Ostendorf gehört. Müller will die Verträge zum Kauf der Fabrik auch dann unterschreiben, wenn die Freigabe durch die Lebensmittelbehörden noch nicht erfolgt ist.

Allerdings existiert bereits ein Plan B, sollte die Aufnahme der Produktion am bisherigen Standort in Neufahrn bei Freising nicht möglich sein. Der Alternativ-Plan sieht offenbar die Produktion an anderen Standorten vor.

Die neuen Besitzer wollen über handwerkliche Qualität Vertrauen bei den Kunden zurückgewinnen. "Dieses Vertrauen ist mit Füßen getreten worden", sagte Müller. Sie wolle wieder eigene Produkte nach alten Rezepten backen. Der Name Müller-Brot solle bleiben, allerdings sei eine Änderung des Firmenlogos denkbar.

Müller und Höflinger unterschrieben am Donnerstagabend die Verträge zur sofortigen Übernahme von 148 Müller-Brot-Filialen mit 435 Mitarbeitern. Wegen Hygieneproblemen war die Brotfabrik am 30. Januar geschlossen worden. Am 16. Februar hatte Ostendorf Insolvenz angemeldet.