Moosburger Stadtrat:Immer noch zu viel

Antrag zum Bau einer Wohnanlage im Außenbereich wird erneut abgelehnt

Von Alexander Kappen, Moosburg

Bereits Anfang Februar hatte der Bauausschuss des Moosburger Stadtrats die beantragte Wohnanlage auf einer 5751 Quadratmeter großen Fläche an der Landshuter Straße abgelehnt. Die sieben Häuser mit insgesamt 37 Wohneinheiten fügten sich nicht in die Bebauung in der näheren Umgebung ein, hieß es. Der Antragsteller änderte die Pläne, verkürzte den Baukörper eines der Häuser um sechs auf 16 Meter. Das reichte jedoch nicht, um alle Mitglieder des Stadtrats zu überzeugen, mit 17:6 Stimmen lehnte das Gremium den vorliegenden Tekturantrag in seiner jüngsten Sitzung erneut ab.

Der Stadtrat folgte damit der Empfehlung von Bauamtsleiter Herbert Held, der darauf verwies, dass die beiden betroffenen Grundstücke teilweise im Außenbereich liegen. Eine Bebauung der Gesamtgrundstücke ist laut Beschlussvorlage nur mit einem Bebauungsplan machbar. Eine Genehmigung nach dem so genannten Einfügungsgebot nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches sei nicht möglich, hieß es in einem Zusatz, der in der Sitzung noch in den Beschluss eingefügt wurde.

Auch die Verkehrserschließung war wie schon in der Bauausschusssitzung im Februar erneut Thema. Diese ist gemäß des aktuellen Stadtratsbeschlusses ebenfalls nur durch einen Bebauungsplan zu regeln. Evelin Altenbeck (Grüne) hatte sich dafür stark gemacht, der Beschlussvorlage der Verwaltung, die sie ausdrücklich begrüßte, noch ein paar weitere Argumente hinzuzufügen. Etwa die erwähnte Verkehrserschließung und den Verweis auf den Paragrafen 34. Eine Verkehrsanbindung an die ehemalige Bundesstraße 11 sei nicht möglich, "wo soll der Verkehr also hin?", fragte der Bauamtsleiter. Das Problem sei nur über einen Bebauungsplan zu lösen.

Gerd Beubl (SPD) teilte diese Ansicht und schlug deshalb vor, das in den Beschluss mit aufzunehmen. Er erinnerte an das Wohngebiet an der Burgermühlstraße. Bis dieses an die B 11 angebunden worden sei, "war es ein langer Kampf, aber mittlerweile ist es ja auch gar keine Bundesstraße mehr, sondern nur noch eine Staatsstraße", sagte er. Bürgermeister Josef Dollinger (FW) berichtete, er habe bereits "mit dem Herrn Oelschlegel" vom Straßenbauamt des Staatlichen Bauamts Freising geredet, das dafür zuständig ist. "Aber ohne Ergebnis", so der Bürgermeister.

In den Augen von CSU-Fraktionschef Rudi Heinz war die Verkehrserschließung dagegen auch nach der vorliegenden Planung gesichert. Das Grundstück werde zu Volksfestzeiten als großer Parkplatz genutzt, "und ich habe noch nicht gehört, dass es da bei der Ein- und Ausfahrt auf die Landshuter Straße Probleme gegeben hätte", argumentierte er. In seinen Augen befindet sich das Grundstück auch im Innenbereich. Zudem "gibt es dort schon eine Bebauung in zweiter Reihe, das Vorhaben fügt sich also in die Umgebung ein". Das sah die Mehrheit des Stadtrats jedoch anders.

© SZ vom 02.08.2021
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