Seit fast 50 Jahren sitzt Martin Pschorr bereits im Moosburger Stadtrat, weshalb er als "Alterspräsident" des Gremiums gilt. Neben diesem inoffiziellen Titel ist der SPD-Lokalpolitiker nun ganz offiziell Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Am Dienstag bekam er es zusammen mit zwei weiteren verdienten Personen in München vom bayerischen Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler für sein "großes bürgerschaftliches Engagement" und seinen "herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl" ausgehändigt, wie es in einer Pressemitteilung des Ministeriums heißt.
Pschorr ist seit Jahrzehnten ehrenamtlich im kommunalpolitischen und kulturellen Bereich tätig. Seit 1972 gehört er dem Stadtrat an, seit 1984 dem Kreistag. Die Bildungspolitik zählt zu den Schwerpunkten des ehemaligen Realschullehrers, der in Moosburg aktuell das Amt des Schulreferenten bekleidet. Ausgezeichnet wurde Pschorr auch deshalb, weil er sich "in außergewöhnlichem Maße" einem historischen Thema widme. "Ihr besonderes Engagement gilt der zeitgeschichtlichen Aufarbeitung des im September 1939 im Norden von Moosburg eingerichteten Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlagers Stalag VII A. Es war das größte deutsche Kriegsgefangenenlager während des Zweiten Weltkrieges", stellte Minister Sibler in seiner Laudatio heraus. Als Stalag-Beauftragter der Stadt habe Pschorr "das Stalag-Neustadt-Museum Moosburg, das im November 2018 eröffnet wurde, eigenständig konzipiert und ausgestattet". Als ehrenamtlicher Museumsleiter stehe er vor allem ausländischen Besuchern und Schülergruppen mit seinem umfangreichen und fundierten heimatgeschichtlichen Wissen zur Verfügung", betonte Sibler. Er erwies auch auf die Filmprojekte "Stalag VII A" von 2015 und "Der lange Weg in die neue Heimat" von 2018, in die Pschorr seine profunden Kenntnisse eingebracht habe. Nicht unerwähnt blieb Pschorrs zwölfjährige Tätigkeit als Schöffe und sein langjähriger Einsatz als Zweiter Vorsitzender im Verein "Freunde und Förderer der Kastulus-Realschule Moosburg".
