Moosburger Narren in Hochform:Kaiserlicher Schmarrn aus China

Moosburger Narren in Hochform: Die Geishas Mai Ling (Hans Kiermaier, links) und Mai Tai (Wolfgang Mehringer, Zweiter von rechts) tragen am Kaiserhof chinesisch-bayerische Gstanzln vor.

Die Geishas Mai Ling (Hans Kiermaier, links) und Mai Tai (Wolfgang Mehringer, Zweiter von rechts) tragen am Kaiserhof chinesisch-bayerische Gstanzln vor.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die ehemaligen Prinzen der Narrhalla begeistern bei "Damisch Moosburg" mit ihrer Komödie von einer Reise ins Reich der Mitte.

Von Alexander Kappen, Moosburg

Es ist nun schon 40 Jahre her, dass in der altehrwürdigen Stadthalle erstmals "Damisch Moosburg" als mehrtägiges Spektakel über die Bühne ging. Seitdem hat sich die Veranstaltung verändert, weiterentwickelt und in der lokalen Faschingsszene einen gewissen Status erarbeitet. Das brachte Moderator Udo Lehr, der mit Katrin Rus durch den Abend führte, bei der Eröffnung der aktuellen Auflage am Donnerstag zu der Erkenntnis: "Das ist der Ball der Bälle."

Tatsächlich ist der Schwarz-Weiß-Ball, bei dem heuer "Jet Set" zum Tanz aufspielen, neben dem Umzug am Dienstag traditionell der Höhepunkt des Moosburger Faschings. Dabei präsentierte nicht nur der Hofstaat sein komplettes Programm, sondern auch die früheren Prinzessinnen und Ex-Prinzen - das ist ebenfalls guter Brauch - gaben ihre Showeinlagen zum Besten. Nach bewährter Manier: Die Prinzen zeichneten bei ihrem "chinesischen Kaiserschmarrn" für die humoristische Komponente verantwortlich, die Prinzessinnen mit ihrem Programm "Feuer vs. Wasser" für die tänzerische. Den Reaktionen nach zu urteilen, erledigten sie das ganz zur Zufriedenheit des Premierenpublikums.

Die Narrhalla nutzte den festlichen Rahmen von "Damisch Moosburg", zu dessen Auftaktveranstaltung wieder diverse Gäste aus Politik und Wirtschaft gekommen waren, um Johanna Moorloher zum Ehrenmitglied zu ernennen und ihr eine entsprechende Urkunde auszuhändigen. Im Gasthof "Drei Tannen", der Prinzenhofburg der Narrhalla, sei sie neben Wirtin Zenta Freudenstein schließlich "das zweite Standbein" des Lokals und habe Jahrzehnte lang dafür gesorgt, "dass wir auch um sechs Uhr in der Früh noch eine Stocksemmel oder ein Cowboyfrühstück bekommen", hieß es in der Laudatio.

Das Show-Programm führte die Besucher auf der ganzen Welt herum. Die Jugend-Garde "Funky Dancing Teens" eröffnete den tänzerischen Reigen mit der Darbietung "Rockabilly Nation", ehe die Kindergarde "Little Dream Hoppers" sich auf eine Reise nach Lateinamerika unter dem Motto "Bailando, Bailando" ("Tanzen, Tanzen") begab. Auf die grüne Insel ging es mit der farblich ebenso gewandeten Erwachsenen-Garde, die irisch angehauchte Tänze präsentierte. Prinzessin Sarah I. von Gardetanz und Faschingsglanz und ihr Prinz Stephan II., der schneidige Schmid, tanzten zum Lagunen-Walzer von Johann Strauss Sohn. Und weil das laut Udo Lehr "Balsam für die Seele" war, durften sie gleich noch mal ran, ehe später ihre Einlage "Cuba Nights" und die Hofstaat-Einlage "Ghostbusters" folgten.

Ein von vielen Besuchern mit Spannung erwartetes Highlight von "Damisch Moosburg" ist stets die Show der Ex-Prinzen, die für ihr komödiantisches Geschick bekannt sind. Diesmal machten sie sich auf den Weg nach China, wo sie mit ihrem "Kaiserschmarrn" für Turbulenzen sorgten. Etwa der Kung-Fu-Panda alias Hans Bisaha, die "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" (Hans Dietl, Bodo Pitzer und Thomas Eisenmann) oder Dschingis Khan (Martin Mayer), der dem Kaiser (Olivier Riedl) seine von Heini Heinz gemimte Kaiserin ausspannte. Und nicht zu vergessen Marin Neu und Sepp Birnkammer als "Die Köche des Wahnsinns", die nicht nur mit Teig jonglierten, sondern auch ihre Küche in alle Einzelteile zerlegten. Die Ex-Prinzessinnen präsentierten einen farbenfrohen Tanz der Elemente, bei dem sich die Feuer-Königin Ingrid Ortmeier sowie die Wasser-Königin Rosl Hudler mit ihren Tänzerinnen gegenüberstanden.

An diesen Samstag geht "Damisch Moosburg" mit der dritten und letzten Aufführung für dieses Jahr zu Ende.

© SZ vom 25.02.2017
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