Moosburger Kämmerer zieht Zwischenbilanz:Noch ein blaues Auge

Die Stadt wird wohl auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie in finanzieller Hinsicht einigermaßen über die Runden kommen. Voraussetzung ist allerdings, dass die staatlichen Mittel fließen

Von Alexander Kappen, Moosburg

Auch das laufende Haushaltsjahr steht im Zeichen der Pandemie. Doch die Stadt Moosburg wird wohl wieder einigermaßen über die Runden kommen. Das geht aus dem Halbjahresbericht hervor, den Kämmerer Martin Krumbucher im Stadtrat vorgestellt hat. "Wie ich das verstehe, werden wir 2021 mit einem blauen Auge davonkommen - vorausgesetzt, die staatlichen Mittel fließen", fasste Gerd Beubl (SPD) die Ausführungen des Kämmerers zusammen. Dieser selbst sagte: "Was Corona noch mit sich bringt, weiß keiner. Wir fahren derzeit ein bisserl auf Sicht."

Im Verwaltungshaushalt für die laufenden Geschäfte, der für 2021 insgesamt mit 45,9 Millionen Euro veranschlagt ist, werden laut Krumbuchers derzeitiger Prognose die Ausgaben heuer nicht überschritten. Was die Einnahmen anbelangt, werden der Stadt Pandemie-bedingt, so die Einschätzung des Kämmerers, "nach derzeitigem Stand Gebühren- und Steuerausfälle nahezu wie im letzten Jahr entstehen". Aufgrund der Erfahrung aus dem Vorjahr habe man bereits eine vorsichtige Planung vorgenommen. Das heißt, man rechnet im Moosburger Rathaus mit Ausgleichszahlungen von Bund und Land. "Hinsichtlich eventueller Kompensationszahlungen werden derzeit Gespräche zwischen der Bayerischen Staatsregierung und dem Bund geführt, voraussichtlich wird momentan zumindest der hälftige, bayerische Anteil auch im Jahr 2021 wieder fließen", heißt es im schriftlichen Bericht des Kämmerers.

Im Vermögenshaushalt mit einem Gesamtvolumen von knapp 33,7 Millionen Euro, über den die Investitionen der Kommune abgewickelt werden, rechnet Krumbucher ebenfalls damit, dass die Ausgaben nicht überschritten werden. Bei den Einnahmen werden laut dem Halbjahresbericht, der auf dem Stand vom 15. Juli basiert, allerdings die eingeplanten Invest-Zuschüsse beim Bau der Kindertagesstätte in den Amperauen und dem Hallenbadneubau sowie die Beträge bei den Grundstücksverkäufen im Sondergebiet Amperauen nicht alle heuer noch vereinnahmt. Die buchungstechnische Entnahme aus der Rücklage - laut Haushalt eine Summe von 24,5 Millionen Euro - erfolgt am Jahresende. "Ich hoffe, dass wir nicht alles brauchen und ein bisschen mehr in den Rücklagen drin lassen können", sagte Krumbucher in der Sitzung. Am 1. Januar dieses Jahres betrugen die Rücklagen noch 35,4 Millionen Euro. Die derzeit notwendige Entnahme beläuft sich auf 7,5 Millionen Euro.

Krumbucher erhielt für seine Ausführungen Lob von allen Seiten. "Der Bericht war sehr aussagekräftig und übersichtlich, so ausführlich haben wir das noch nie bekommen", sagte Beubl. Finanzreferent Jörg Kästl (ÖDP) sprach von der "konstruktiven Art" des Kämmerers, die ihm in Vorgesprächen "sehr positiv aufgefallen" sei.

© SZ vom 30.07.2021
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