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Moosburger Bahnhof:Rampe versus Aufzug

Die Fußgängerunterführung am Moosburger Bahnhof soll verlängert werden. Bezahlen muss diese Maßnahme die Stadt Moosburg ganz allein.

(Foto: Marco Einfeldt)

Für die Verlängerung der Fußgängerunterführung am Moosburger Bahnhof sollen nun noch zwei Varianten miteinander verglichen werden. Fest steht, dass die Stadt die Kosten für das 5,8 Meter lange Stück Tunnel alleine tragen muss

Von Alexander Kappen, Moosburg

Die Verlängerung der Fußgängerunterführung am Bahnhof bis an die westliche Seite der Gleise "ist ein wichtiges Thema für Moosburg, weil immer mehr Menschen in diese Gegend ziehen", machte Dritter Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne) in der jüngsten Stadtratssitzung deutlich. Diese Einschätzung ist im Gremium Konsens, weshalb Bürgermeister Josef Dollinger (FW) kürzlich bei einem Gespräch mit der Bahn "schon geschockt" war, dass es einschließlich aller Abstimmungen und Genehmigungen vier Jahre dauern soll, "die 5,80 Meter Tunnel zu graben und am anderen Ende einen Aufgang zu bauen". Deshalb will die Stadt das Projekt jetzt schnell vorantreiben, vorerst noch mit zwei möglichen Varianten

Gemäß einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2015 gab es insgesamt sechs Varianten: Eine mit Rampe Richtung Georg-Schweiger-Straße sowie Treppe Richtung Hopfenstraße mit Aufzug (Variante 1) oder ohne Aufzug (1a), eine mit Treppe Richtung Hopfenstraße und Aufzug (2), eine mit Treppe und Aufzug (3), eine mit Treppe und Aufzug gedreht (3a) und eine mit Treppen Richtung Georg-Schweiger-Straße und Hopfenstraße und Aufzug (4). Die Verwaltung bevorzugte Variante 3.

Auf Anregung von Stanglmaier ist nun aber die Rampe noch nicht aus dem Rennen, weshalb auch Variante 1a weiterverfolgt wird. Eines, so Bürgermeister Dollinger, sei jedoch klar: "Die Stadt muss alle Kosten tragen, die Bahn wird nichts zuschießen." Zwar habe er versucht, in den Gesprächen mit der Bahn ein wenig zu handeln, "aber ich habe keinen Erfolg gehabt". Womöglich könne man noch an anderer Stelle einen Zuschuss akquirieren.

"Ich war ja lange für einen Aufzug, aber mittlerweile ist man in unserer Fraktion für eine Rampe, die kann nicht ausfallen und der Platz dafür ist auch vorhanden", sagte Stanglmaier. Dollinger sah es genau anders herum: "Ich war erst für eine Rampe, bin jetzt aber für einen Aufzug." Bei einer Rampe sehe er die Gefahr, "dass Kinder vielleicht mit einem Skateboard runterfahren und unten gegen die Wand knallen." Wenn der Aufzug mal ausfalle, gebe es ja immer noch einen zweiten Aufzug auf der anderen Gleisseite - und dass beide auf einmal ausfallen, sei nicht sehr wahrscheinlich. Auch der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Konrad Weinzierl, halte die Variante 3 für die vernünftigste. Er habe aber kein Problem damit, die Varianten mit Aufzug und mit Rampe weiterzuverfolgen "und die Kosten zu vergleichen, gerade, weil wir eh alles selber zahlen müssen", so der Bürgermeister.

"Eine Rampe ist schon ein sehr massives Bauwerk und die Länge der Rampe ist für Rollstuhlfahrer nur schwer zu bewältigen", sagte CSU-Fraktionschef Rudolf Heinz. Dennoch plädiere er für den Grünen-Antrag, die zwei genannten Varianten miteinander zu vergleichen. Man könne gerne einen Vergleich machen, sagte auch Martin Pschorr (SPD). Er habe eine Rampe anfänglich ebenfalls für nicht schlecht gehalten, aber wenn man genauer hinschaue, stelle man fest, dass man da eine Menge Platz braucht. Daher tendiere er eher zu Variante 3, wobei klar sei: "Ohne Rampe geht es nur, wenn der Aufzug auch funktioniert- und deshalb muss die Stadt dafür verantwortlich und immer dahinter sein."

© SZ vom 14.05.2021
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