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Moosburg:Unterschriftensammlung für ein gesundes Wachstum

Die Bürgerinitiative will "die Weichen für Moosburg stellen" - und fordert moderates Wachstum.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Bürgerinitiative "Für ein lebenswertes Moosburg" startet ein Bürgerbegehren. Allzu massive Bebauung soll verhindert werden.

Von Alexander Kappen, Moosburg

Mitte Januar hat die Bürgerinitiative "Für ein lebenswertes Moosburg" erstmals zu einer Infoveranstaltung geladen und bei der sehr gut besuchten Veranstaltung viel Zuspruch aus der Bevölkerung erhalten. Impuls zur Gründung der BI war die in ihren Augen zu massive Bebauung des geplanten Wohngebiets auf dem Rockermaier-Areal, in deren Nähe die BI-Verantwortlichen wohnen. Generell sei es aber das Ziel, auf ein maßvolles Wachstum der ganzen Stadt hinzuwirken und auf die Interessen der Bürger einzugehen. Nun möchte die BI ihrem Ansinnen mit einem Bürgerbegehren Nachdruck verleihen.

Die Vertreter des Bürgerbegehrens, Uwe Nelkel, Thomas Schulz und Hermann Weger, sowie ihre Mitstreiter haben bereits begonnen, Unterschriften zu sammeln. Insgesamt sind rund 1800 nötig, um aus dem Bürgerbegehren einen Bürgerentscheid zu machen. Die Initiatoren haben bereits Flyer in der Stadt verteilt und eine Homepage eingerichtet, die unter der Adresse www.lebenswertesmoosburg.de zu erreichen ist. Die Unterschriftenlisten liegen in einigen Moosburger Geschäften aus oder sind auf der genannten Internetseite zu finden.

Die BI möchte "die Weichen für Moosburg so stellen, dass wir und unsere Kinder sich hier auch zukünftig heimisch fühlen", schreiben die Initiatoren: "Leider gibt es in Moosburg keine Regelungen für eine Stadt- und Wohnraumentwicklung, die dafür sorgt, dass dies auch in der Zukunft so bleibt. Und das ist das Ziel dieses Bürgerbegehrens." Von entscheidender Bedeutung sei, was, wo, wie und wie viel in Moosburg gebaut werde. "Gebäude, Verkehrswege und Grünflächen bestimmen unseren Lebensraum. Mit dem, was einmal gebaut wurde, müssen wir für eine lange Zeit leben", heißt es in der Erläuterung des Bürgerbegehrens. "Deswegen sollten wir beim Bauen die Entwicklung Moosburgs selbst steuern und nicht großen Bauträgern überlassen. Die wohnen nämlich nicht hier, sondern wir."

Eins der Ziele sind moderate Gebäudegrößen

Die Verantwortlichen der Bürgerinitiative haben für das Begehren sechs Ziele formuliert. Unter der Rubrik "Moderate Gebäudegröße" fordern die Initiatoren, dass es neues Baurecht außerhalb der Innenstadt nur bis zu einer maximalen Bauweise von Erdgeschoss plus zwei Obergeschosse und ein Dachgeschoss erteilt werden soll. Als Innenstadt wird dabei - wie bei allen weiteren Zielen des Bürgerbegehrens auch - der Umgriff des Sanierungsgebiets "Altstadt" im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) der Stadt Moosburg vom Mai 2013 definiert.

Zweites Ziel des Bürgerbegehrens ist ein "gesundes Wachstum". So soll pro Jahr neues Baurecht für maximal 100 zusätzliche Wohneinheiten erteilt werden. Unter der Überschrift "Lebenswertes Miteinander" fordert die Bürgerinitiative, die Anzahl der Wohneinheiten für Gebäude außerhalb der Innenstadt auf maximal sieben Wohneinheiten pro Gebäude zu begrenzen.

Ein Anliegen ist der Bürgerinitiative auch, dass weniger Boden im Stadtgebiet versiegelt wird. Neues Baurecht, so das vierte Ziel des Bürgerbegehrens, soll außerhalb der Innenstadt nur erteilt werden, wenn auf dem Grundstück nicht mehr als maximal 70 Prozent der Fläche versiegelt wird. Ein "besseres Einfügegebot" soll nach Wunsch der BI dadurch erreicht werden, dass "bei Baurecht nach Paragraf 34 (Einfügegebot) nicht nur die Situierung und die Kubatur des Gebäudes, sondern auch der Baustil" berücksichtigt wird. Und schließlich sollen auch mehr Stellplätze geschaffen werden. Außerhalb der Innenstadt soll Baurecht daran gekoppelt werden, "dass pro Wohneinheit mindestens zwei Stellplätze nachgewiesen werden".

© SZ vom 26.05.2020/nta
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