Erinnerungskultur in MoosburgGemeinsam für den Erhalt der Stalag-Baracken

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Das Kriegsgefangenenlager Stalag VII A auf einem Bild aus dem Moosburger Stadtarchiv. Die wenigen bis heute erhaltenen Gebäude sollen in Zukunft ein Dokumentationszentrum beherbergen.
Das Kriegsgefangenenlager Stalag VII A auf einem Bild aus dem Moosburger Stadtarchiv. Die wenigen bis heute erhaltenen Gebäude sollen in Zukunft ein Dokumentationszentrum beherbergen. (Foto: Marco Einfeldt)

Die Stadt Moosburg und der Landkreis Freising besiegeln in einer Zweckvereinbarung ihren Einsatz für den Aufbau eines Dokumentationszentrums. Offen ist allerdings noch, woher das Geld dafür kommen soll.

Von Kerstin Vogel, Moosburg

Das Ziel ist klar, der Weg dorthin skizziert, nun muss nur noch das nötige Geld aufgetrieben werden, um die verbliebenen Baracken des früheren Kriegsgefangenenlagers Stalag VII A bei Moosburg zu erhalten und mittelfristig in ein Dokumentationszentrum zu verwandeln. Die jetzt dafür unterzeichnete Zweckvereinbarung zwischen dem Landkreis Freising und der Stadt Moosburg hält allerdings fest, dass die Finanzierung ausschließlich über öffentliche Fördermittel und sonstige Drittmittel sichergestellt werden muss. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz habe bereits eine Förderung in Aussicht gestellt, heißt es dazu aus dem Landratsamt.

Stalag VII A wurde im Zweiten Weltkrieg als eines der größten Kriegsgefangenenlager in Süddeutschland gebaut. Zeitweise waren dort bis zu 80000 Kriegsgefangene interniert. Nach der Befreiung durch die Amerikaner waren dort Funktionäre der NSDAP und Mitglieder der SS zur Entnazifizierung untergebracht, ehe das Lager ab 1948 für Heimatvertriebene, später auch für Gastarbeiter genutzt wurde und der Moosburger Ortsteil Neustadt entstand.

Seit Jahren besuchen Gäste aus aller Welt das einstige Lager, um Eindrücke von dem Ort zu bekommen, an dem ihre Vorfahren interniert waren. Mit den verschiedenen Nutzungsphasen spiegeln die seit 2103 unter Denkmalschutz stehenden drei Wachmannschaftsbaracken an der Schlesierstraße 1, 3 und 5 und die erhaltene „Sabathiel-Baracke“ des Gefangenenlagers zudem die Sozialgeschichte der vergangenen 70 Jahre wider.

Lange aber war unklar, was aus den Gebäuden werden sollte. Die Stadt Moosburg hatte sogar schon einen Abbruchantrag für die Wachmannschaftsbaracken gestellt, diesen aber inzwischen zurückgezogen. Jetzt wollen sich Stadt und Landkreis wegen der großen geschichtlichen Bedeutung des früheren Kriegsgefangenenlagers gemeinsam für den Erhalt einsetzen.

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Ziel ist in einem ersten Schritt die Sicherung des Gebäudebestandes. Mittelfristig sollen die Wachmannschaftsbaracken dann für passende kommunale Nutzungen zur Verfügung gestellt, als „lebendiges Denkmal“ ausgebaut und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Stadt Moosburg stellt dafür die betreffenden Grundstücksflächen samt Gebäuden unentgeltlich zur Verfügung. Die Landkreisverwaltung kümmert sich insbesondere darum, Förderanträge zu stellen und bauliche Maßnahmen und Projekte zu begleiten.

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