Am Ende gab es warmen Applaus für den neuen Moosburger Bürgermeister Maximilian Mader (CSU), aus dem Kreis der Stadträte und von den Zuschauerinnen und Zuschauern. Die konstituierende Sitzung war vom Feyerabendhaus in die Schäfflerhalle verlegt worden, die Sitzplätze reichten dennoch nicht aus. Sie alle erlebten eine bemerkenswert unaufgeregte Sitzung.
Für Mader war es, ebenso wie für elf Stadträte, die erste Stadtratssitzung und im Vorfeld hatten offenkundig viele Gespräche stattgefunden, denn Unstimmigkeiten gab es keine. Der Bürgermeister hat weiterhin zwei Stellvertreter, nur Gerhard-Michael Welter (AfD) stimmte dagegen. Thomas Grundner schlug für die Fraktion der Freien Wähler Reinhard Lauterbach als Zweiten Bürgermeister vor. Weitere Kandidaten gab es nicht. Auf ihn entfielen 22 der 25 abgegebenen Stimmen, zwei waren ungültig, einer der Stadträte votierte für Alexander Strobl (Linke).
Ebenso einmütig verlief die Wahl des Dritten Bürgermeisters. Verena Beibl, die mit Kilian Linz die neue Doppelspitze der Grünen-Fraktion bildet, sprach sich für Michael Stanglmaier aus, der das Amt schon in den vergangenen sechs Jahren innehatte. Der Grüne erhielt 23 Stimmen, zwei gingen an Gunnar Marcus (SPD). Die Stadtspitze bleibt also rein männlich besetzt. Fast ebenso reibungslos verlief die Besetzung der Ausschüsse und die Bestellung der Vertreter für mehrere Verbände. Die SPD befürwortete für den Rechnungsprüfungsausschuss ein Gremium mit sieben Mitgliedern, dann wäre sie dabei gewesen. Es werden künftig jedoch nur fünf sein.
CSU-Fraktionssprecher Rudi Heinz dankte in einer kurzen Ansprache zunächst dem bisherigen Bürgermeister Josef Dollinger und den ausgeschiedenen Stadträten. Nun beginne ein neues Kapitel für Moosburg, sagte er. Die künftigen Aufgaben für die Stadt seien enorm, „wir brauchen pragmatische, gute Lösungen ohne Parteibrille“. Heinz sprach sich dafür aus, erneut zwei Stellvertreterposten zu schaffen und diese an die beiden stärksten Fraktionen nach der CSU zu vergeben.


Zumindest was die Reihenfolge angeht, ist der Stadtrat dem Wählervotum nicht ganz gefolgt. Nach der CSU mit acht Sitzen folgen die Grünen mit fünf und die Freien Wähler mit vier Stadtratsmitgliedern. Vor sechs Jahren hatte sich Stanglmaier noch vergeblich um den Posten des Zweiten Bürgermeisters bemüht.
Auch dieses Mal zeichnete sich kurz nach der Stichwahl Konfliktpotenzial ab. Die Freien Wähler, die eine Wahlempfehlung für Mader abgegeben hatten, beanspruchten das Amt des ersten Stellvertreters für sich und stellten infrage, ob ein Dritter Bürgermeister überhaupt erforderlich sei. In der Sitzung bezweifelte das niemand mehr. Mader meinte zum Schluss: „Wir sind eine ganz gute Truppe.“ Die Interessen der Stadt müssten im Vordergrund stehen.

