Bergfilme im FünferpackÜber Grenzen und Gebirge gehen

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„Gipfel-Liebe“ mit Daniela und Robert Jasper (im Bild beim Eisklettern in Ueschinen, Kandersteg im Berner Oberland in der Schweiz) ist einer von fünf Bergfilmen, die am 28. August im Moosburger Rosenhof gezeigt werden.
„Gipfel-Liebe“ mit Daniela und Robert Jasper (im Bild beim Eisklettern in Ueschinen, Kandersteg im Berner Oberland in der Schweiz) ist einer von fünf Bergfilmen, die am 28. August im Moosburger Rosenhof gezeigt werden. (Foto: Archiv Kretschmann/Jasper (oh))

Das Alpen-Film-Festival gastiert mit dem aktuellen Programm „You’ll never walk alone“ in den Moosburger Rosenhof-Lichtspielen. Dabei geht es um Freundschaft, Leidenschaft, Scheitern und Gewinnen.

Von Alexander Kappen, Moosburg

Als das Alpen-Film-Festival im vergangenen Jahr in den Moosburger Rosenhof-Lichtspielen gastierte, geriet das Ganze zu einem „tollen Erfolg“, wie Kino-Betreiberin Verena Dollinger rückblickend feststellt. Völlig zurecht. Die Veranstaltung war schnell ausverkauft, sodass Festival-Leiterin Sandra Freudenberg bei einem Zusatztermin gleich noch ein weiteres Mal das von ihr zusammengestellte Film-Programm im Rosenhof vorführte.

In diesem Jahr macht sie auf der aktuellen Alpen-Film-Festival-Tour mit dem Titel „You’ll never walk alone“ abermals in Moosburg Station. Die Vorstellung am Mittwoch, 28. August, beginnt um 19.30 Uhr. Zu sehen sind dann fünf Bergfilme, in denen es „um Freundschaft, Leidenschaft, Scheitern und Gewinnen“ geht, wie es in der Ankündigung heißt. Sie erzählen von Menschen, „die über Grenzen und Gebirge gehen“. Die Spielzeit beträgt 105 Minuten, die einzelnen Filme sind zwischen vier und 35 Minuten lang. Durch den Abend führt auch diesmal Festival-Leiterin und Bestseller-Autorin Sandra Freudenberg.

In „Lucky Peach“ von und mit Magdalena Kalus und Susann Lehmann wollen die zwei Protagonistinnen den „Eiger Ultra Trail“ bewältigen. Und der hat es in sich: 250 Kilometer, 18 000 Höhenmeter, ein Zeitlimit von 100 Stunden, einmal um das Unesco-Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch herum. Gebirgiges Terrain, unbarmherzige Hitze, die Orientierung und ihre Mägen machen den beiden Frauen zu schaffen. Nach 186 Kilometern mit Höhen und Tiefen werfen sie das Handtuch. „Doch so schnell geben die Ausdauer-Athletinnen nicht auf . . . wirklich gescheitert ist schließlich nur, wer nicht wieder aufsteht“, heißt es in der Ankündigung.

„In die Weite“ heißt der Film von und mit Stefan Rosenboom und Norbert Leitner, in dem zwei Männer sich auf Wanderschaft durch Österreich begeben und „im Rhythmus des Gehens, im Rhythmus der Tage, mit jedem neuen Himmel eine Ode an die Freundschaft“ schaffen. Norbert Leitner, Messermacher und Künstler aus Österreich, und Stefan Rosenboom, Fotograf und Autor aus Deutschland, wollen 600 Kilometer aus dem Norden Österreichs durch das Waldviertel, über die Donau und quer durch die Alpen bis zu den Hochebenen Kärntens gehen: „Auf ihrem einsamen Weg durch ein leeres Land erleben sie Schönheit, wildes Wetter, Erschöpfung und erlaufenes Glück.“

In „Gipfel-Liebe“ von Claus Hanischdörfer geht es um die 30 Jahre währende „Lebens- und Liebesseilschaft“ von Daniela und Robert Jasper. Dabei zeichnet er laut Ankündigung „ein berührendes Familienporträt, das in Nordwände, extreme Kletterrouten und auf Expeditionen in alle Welt führt“. Die Seilschaft, „die nicht nur Schnee, Eis, Lawinen, Steinschlag und Kletterschwierigkeiten trotzt“, wird auf eine harte Probe gestellt, als nach einem Kletterurlaub eine seltsame Erkrankung plötzlich das Leben des Ehemanns und Vaters gefährdet.

Der Profi-Alpinist Michi Wohlleben ist im Film „Bodhichitta“ zu sehen.
Der Profi-Alpinist Michi Wohlleben ist im Film „Bodhichitta“ zu sehen. (Foto: Veranstalter/oh)

„Unterschiedlicher, glaubt man, könnten Tun und Denken eines Kletterers und einer Sennerin nicht sein. Doch Alm- und Wandleben, Extremsport und Handwerk haben vieles gemeinsam“, heißt es in der Beschreibung des Films „Bodhichitta“ von Juliane Strebl und Johannes Mair. Zwei Sommer lang pilgert Profialpinist Michi Wohlleben immer wieder zur Westlichen Dreifaltigkeit im Schweizer Alpsteinmassiv. Sein Antrieb: Er will seine Erstbegehung „Bodhichitta“ – das buddhistische Streben nach Erleuchtung – frei klettern. Der steile und strukturlose Kalkstein bringt ihn der Verzweiflung nahe, doch er bleibt beharrlich. Auch, weil er in der Sennerin Agnes Gmünder eine Seelenverwandte findet.

Von der Absurdität des menschlichen Gipfelstrebens

Im zweiminütigen Kurzfilm „The Pulse of the Spirit“ wirft Eicke Bettinga einen „ebenso sentimentalen wie humorvollen Blick auf eine Vater-Sohn-Beziehung“. In diesem als „Tragikomödie im Schnelldurchlauf“ angekündigten Streifen stellt sich der Einzelhandelskaufmann Phil als „Weekend Warrior“ vor, der die Berge der Welt besteigen möchte und im hellblauen Trainingsanzug „ein eisernes Übungsregime verfolgt. Allerdings seit Jahren vergeblich, wie sein Sohn Phil in der Boulderhalle lakonisch kommentiert“. Dem Film gelinge „das Kunststück, die Absurdität des menschlichen Gipfelstrebens ebenso mitfühlend wie hintergründig offenzulegen, ohne Vater und Sohn der Häme und dem Gespött preiszugeben“.

Tickets für das Alpen-Film-Festival in Moosburg können über die Homepage www.rosenhof-lichtspiele.de oder direkt im Kino gebucht werden.

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