Stadtmarketing:Viel Geld für "Spielereien"

Stadtmarketing: Die Marketing-Genossenschaft organisiert unter anderem Märkte und verkaufsoffene Sonntage. Alles schön und gut, meint der Moosburger CSU-Chef Maximilian Mader. Aber er wünscht sich, dass die MeG sich mehr um innerstädtischen Entwicklungen und Herausforderungen kümmert.

Die Marketing-Genossenschaft organisiert unter anderem Märkte und verkaufsoffene Sonntage. Alles schön und gut, meint der Moosburger CSU-Chef Maximilian Mader. Aber er wünscht sich, dass die MeG sich mehr um innerstädtischen Entwicklungen und Herausforderungen kümmert.

(Foto: Lukas Barth)

Der Moosburger CSU-Chef Maximilian Mader vermisst ein planvolles Vorgehen bei der Innenstadtentwicklung und fordert eine grundlegende Reform der örtlichen Marketing-Genossenschaft.

Von Alexander Kappen, Moosburg

Die Zeit der Haushaltsberatungen ist immer auch die Zeit, in der in Moosburg die Aktivitäten der örtlichen Marketing-Genossenschaft (MeG) in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Am Donnerstag kommender Woche, 30. November, wird im Finanzausschuss des Stadtrats wieder die neue Jahresplanung der MeG vorgestellt. Und wie jedes Jahr wird es sicher wieder einige kritische Stimmen geben, die das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Genossenschaft hinterfragen. In die Reihe der MeG-Skeptiker hat sich jetzt auch der Moosburger CSU-Ortsvorsitzende Maximilian Mader eingereiht, der in einer aktuellen Pressmitteilung eine "grundlegende Reform" der Genossenschaft fordert.

Ein Sprung zurück in den Dezember 2022. Die MeG beantragt die Erhöhung des städtischen Zuschusses um 25 Prozent von 135.000 auf 169.000 Euro. Während FW-Stadtrat und MeG-Vorstandsvorsitzender Reinhard Lauterbach das als noch "moderat" bezeichnet, will sein Parteikollege und Bürgermeister Josef Dollinger ebenso wie der traditionell eher MeG-kritische SPD-Stadtrat Martin Pschorr nicht mal einem Kompromissvorschlag von 150.000 Euro zustimmen. Obwohl es auch von anderer Seite Bedenken gibt, etwa von Fresh-Stadtrat Julian Grübl, finden die 150.000 Euro schließlich eine Mehrheit.

Diesen Umstand bringt jetzt, ein Jahr später, auch CSU-Boss Mader in seiner Mitteilung ins Spiel. Das sei "viel Geld, mit dem gewinnbringend umgegangen werden" müsse, findet Mader: "Es braucht endlich ein planvolles Vorgehen in Sachen Innenstadt. Stichwort Quartiers- und Leerstandsmanagement." Zugleich fordert der CSU-Politiker, der selbst nicht im Stadtrat sitzt, auch die Ausarbeitung eines innerstädtischen Verkehrskonzepts.

Mader plädiert mit Blick auf die Marketing-Genossenschaft für eine "strukturelle Revision der Einrichtung und deren Aufgaben" und spart nicht mit Kritik. "Mittelaltermarkt, verkaufsoffener Sonntag und Weihnachtsmarkt sind schön und gut." Aber er wisse nicht, ob Aktivitäten wie die sogenannte Zeitkapsel-Aktion "bei den Problemen, die in der Innenstadt zweifellos vorherrschen, eine passende Reaktion sind. Die innerstädtischen Entwicklungen und Herausforderungen sind meines Erachtens viel zu ernst, um sich mit solchen Spielereien aufzuhalten und Ressourcen zu verschwenden".

Viele Innenstadthändler vermissten "die Kommunikation seitens der Stadt", so Mader

Bei Gesprächen mit den Innenstadtgewerbetreibenden habe er gespürt, "wie tief die Frustration bei vielen Geschäftsleuten sitzt. Vielen Einzelhändlern fehlt es an einem Konzept, wie es die nächsten Jahre weitergehen soll", sagt Mader. Es gibt allerdings auch kritische Stimmen, die behaupten, einigen Innenstadt-Geschäftsleuten fehle es selbst an einem Konzept. Ein Stichwort sind einheitliche Ladenöffnungszeiten, auf die man in Moosburg seit Jahrzehnten wartet.

Laut Mader vermissen die Innenstadthändler auch die Kommunikation seitens der Stadt. "Das führt dazu, dass sich Einzelhändler und Anwohner in der Innenstadt nicht in die Pläne der Stadt eingebunden fühlen", meint der CSU-Vorsitzende. Hier gebe es noch viel Verbesserungspotenzial, dabei sehe er die MeG "in der Pflicht gegenüber den Bürgern und den Gewerbetreibenden".

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