In Moosburg steht ein Generationswechsel an: Die neuen Festwirte heißen Eva Schneider, 31, und Florian Ordelheide, 38. Vor wenigen Tagen unterzeichneten sie im Rathaus den Vertrag mit Bürgermeister Josef Dollinger. Sie lösen die bisherige Festwirtsfamilie Krämmer aus Landshut ab. Diese hatte schon vor einem Jahr angekündigt, ihr Geschäft nach der Herbstschau 2025 aus Altersgründen aufgeben zu wollen. 14 Jahre lang managten sie den Festzeltbetrieb. Dollinger hofft nun mit Schneider und Ordelheide auf eine ähnlich „langfristige, ehrliche Beziehung“.
Mit der „Festzelt Schneider GmbH“ aus Ingolstadt ist es den Moosburgern geglückt, ihren Wunschkandidaten in die Stadt zu holen. Dabei hatten sie zunächst eine Absage kassiert. Auf mehreren Volksfesten hatten Volksfest-Platzwart Martin Holzner und der stellvertretende Geschäftsleiter Maximilian Götz in den vergangenen Monaten die Qualität der Küche getestet. Der Festzeltbetrieb Schneider war in Gaimersheim gleich die erste Station. „Das war die Empfehlung eines Schaustellers“, sagte Holzner. Angebot und Qualität überzeugten die Testesser.
Zunächst wollten sie keine zusätzlichen Engagements übernehmen, schilderte Eva Schneider. Gegen Ende des Jahres hätten sie dann doch beschlossen, das Geschäft auszuweiten, weil sie personell gut aufgestellt seien. Dieses Mal gingen Schneider und Ordelheide auf die Stadt zu. Die hob daraufhin ihr laufendes Ausschreibungsverfahren auf, bei dem sich laut Dollinger mehrere Interessenten gemeldet hatten. „Es muss unteren Strich für beide Seiten passen“, sagte der Bürgermeister.
Einige Neuerungen wird es im kommenden Jahr geben. Das Frühlingsfest beginnt an einem Donnerstag, also einen Tag früher als gewohnt, weil der Freitag auf den 1. Mai fällt und somit ein Feiertag ist. Dafür endet es bereits am Dienstag, 5. Mai. Das Volksfest dauert also wie in den Vorjahren sechs Tage. Was bleibt, ist die Brauerei mit dem Erdinger Weißbräu und Erdinger Brauhaus. Die Weißbierhütte ist ebenfalls wieder fest eingeplant. An mehreren Abenden soll dort ein DJ auflegen. Im Bierzelt soll ein „hochkarätiger Kabarettist“ auftreten. Der Vertrag werde in Kürze unterzeichnet, so Dollinger.
Sonn- und feiertags steht Ente auf der Karte
Besondere Spezialität der Küche sei der Rollbraten, sagte Eva Schneider. Vegetarische Gerichte werden ebenfalls auf der Karte stehen, eventuell auch veganes Essen, außerdem traditionelle bayerische Volksfestküche wie Hendl, Kaiserschmarrn und Dampfnudel. Sonn- und feiertags steht zusätzlich Ente auf der Karte. Sie legten Wert darauf, „dass die Preise nicht überteuert sind“, versprach Ordelheide. Auch Samstag und Sonntag gebe es einen Mittagstisch zu vergünstigten Preisen, „damit man die Leute wieder ins Bierzelt reinholt“.

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Ein spezielles Angebot gibt es für Vereine: Sie können Tische zu besonderen Konditionen reservieren, Bier- und Hendlmarken gibt es für 9,90 Euro (je zehn pro Tisch) statt für 11,50 beziehungsweise 13,50 Euro. Der Personalstamm besteht aus zehn bis 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Küche, zwei festen Schankkellnern, einem Oberkellner mit einem Team von acht Leuten sowie Aushilfen und wechselnden Bedienungen.
Eva Schneider kann bereits auf einige Erfahrung zurückblicken. Seit 2018 war und ist sie vor allem in der Region um Ingolstadt als Festwirtin tätig, etwa auf dem Gillamoos, in Kipfenberg, Oberstimm, Pfaffenhofen oder Gaimersheim. Nächstes Jahr übernimmt sie auch das Herbstfest in Aubing. Denkbar sei ein Umkreis von etwa hundert Kilometer um Ingolstadt, sagte Schneider. Bis zum vergangenen Jahr leitete sie den Festzeltbetrieb gemeinsam mit ihrem Mann Stefan. Inzwischen kümmert er sich ausschließlich um den Zeltverleih. Anfang des Jahres stieg Florian Ordelheide als Geschäftsführer ein. Der Dachauer arbeitet bereits seit vielen Jahren im Betrieb mit.

