Sieht man die Sache positiv, müssten gerade alle zufrieden sein. Der neugestaltete Platz „Auf dem Plan“ in Moosburg ist deutlich schöner als früher – und parken können die Autofahrer dort immer noch. Oder besser gesagt: Sie tun es eben. Denn geahndet wurden Verstöße in den vergangenen Monaten nicht. In wenigen Tagen ist damit Schluss. Dann soll der Plan ein Platz sein, der diesen Namen verdient, und nicht nur Aufenthaltsqualität für Autos bieten.
Sobald es die Witterung zulässt, wird der städtische Bauhof helle Markierungen aufbringen und die Parkflächen neu kennzeichnen. Damit wird unmissverständlich klar sein, wo Autos stehen dürfen und wo nicht. Wenn in den Lokalen im Frühling wieder Tische und Stühle im Freien stehen und die Wasserfontäne läuft, werde auch die Akzeptanz wachsen, dass der Plan mehr ist als ein Parkplatz, sagt Bürgermeister Josef Dollinger (parteilos).
Nach mehr als zehn Jahren mit immer wieder neu aufbrandenden Diskussionen und einem Bürgerentscheid konnte der neugestaltete Platz vor Moosburgs Aushängeschild, dem Kastulusmünster, im September 2025 eingeweiht werden. Die Zahl der Parkplätze war von 70 auf 25 geschrumpft, das allerdings nur auf dem Papier. Denn die Autos stehen nach wie vor auf dem ganzen Platz.
Zunächst appellierte die Stadt mit Hinweiszetteln an den Windschutzscheiben an die Vernunft der Autofahrer. „Das hat aber keinen interessiert“, beklagt der Bürgermeister. Vor Weihnachten wollte man dann auch keine Knöllchen verteilen, wenn die Leute zum Einkaufen in die Innenstadt kommen. „Das war gut gemeint, aber vielleicht ein Fehler.“

Zugutehalten muss man den Parkenden, dass die Markierungen schlecht zu sehen sind. Große Nägel im Boden zeigen die Stellplätze an, mehrere sind inzwischen dem Schneepflug zum Opfer gefallen. In einer Reihe gleich drei von vier, wie Dollinger am Boden zeigt. Anfang Februar vollzogen die Stadträte deshalb eine Rolle rückwärts. Das Parken ist auch in zweiter Reihe wieder erlaubt. Die Anordnung, dass der Plan verkehrsberuhigter Bereich ist, wurde zurückgenommen, das Schild entfernt. Zumindest für kurze Zeit. Die Grünen reagieren auf diese Lockerung „sehr verwundert“.
Der Bauhof wird demnächst als schnelle Lösung helle Markierungen anbringen. Langfristig sollen eingelassene Steine oder Rillen die Parkflächen markieren. Dollinger selbst hätte am liebsten gar keine Fahrzeuge mehr auf dem Platz gesehen und stattdessen ein Tiefgeschoss unter dem Plan als Parkgarage geschaffen, daraus macht er keinen Hehl. Der Zug aber ist längst abgefahren, trotzdem ärgert es ihn noch ein wenig, dass diese Chance vergeben worden sei. Dafür hatte sich keine Mehrheit gefunden, auch der Denkmalschutz hatte wegen der Bodendenkmäler an dieser historisch bedeutsamen Stelle Bedenken.
Immerhin bekommt das Thema Parken gerade viel Aufmerksamkeit
Dass das Parkchaos auf dem Plan derzeit auf großes Echo in den sozialen Medien und im BR-Fernsehen in der kritisch-satirischen Sendung „Quer“ stößt, findet Dollinger gar nicht so schlecht, auch wenn er sich spöttische Bemerkungen anhören musste, wegen Umbaukosten von mehr als fünf Millionen Euro für Bayerns teuersten Parkplatz. Das Thema bekomme dadurch viel Aufmerksamkeit, meint der Bürgermeister – auch bei denen, die mit dem Auto in die Innenstadt fahren und irgendwo parken wollen. Die Grünen fordern unterdessen in einer Pressemitteilung die autofreie Zone attraktiv zu gestalten und beschlossene Maßnahmen wie Sitzmöglichkeiten und Blumentröge schnell umzusetzen.
Denn die Diskussionen gehen schon weiter. Im Stadtrat gab es Überlegungen, das Parken in der Mitte des Platzes künftig zumindest in der kalten Jahreszeit zu erlauben, wenn kaum jemand sonst den Plan nutze. Dollinger sieht das „zweischneidig“. Man müsste dafür einerseits eine verkehrsrechtliche Lösung finden, andererseits gewöhnten sich die Leute in den Sommermonaten dann nur schwer an das reduzierte Parkangebot. Nun gilt es erst einmal, dieses durchzusetzen, wenn die Markierung aufgebracht ist. Dollinger verspricht aber: „Wir wollen nicht gleich die Keule auspacken, sondern den Leuten Zeit geben.“ Dass der neue Plan für Moosburg ein Gewinn ist, hat sich für Dollinger beim Faschingstreiben gezeigt.

