Moosburg:Erfolg für Montessoriverein

20 000 Quadratmeter große Fläche im Schutzgebiet "Ampertal" kann bebaut werden

Von Peter Becker, Freising/Moosburg

Die Odyssee des Moosburger Montessorivereins hat ein Ende. Der Planungsausschuss des Freisinger Kreistags hat der Herausnahme einer 20 000 Quadratmeter großen Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet "Ampertal" zugestimmt. Das bedeutet, dass nahe der Westtangente in nicht allzu ferner Zukunft der Verein eine Montessorischule mit Schwerpunkt auf Agrarwirtschaft bauen kann, nachdem in der Vergangenheit andere Standorte abgelehnt worden waren. Als Ausgleich dafür wird eine 19 393 Quadratmeter große Fläche ins Schutzgebiet aufgenommen. Dass die Montessorischule dort bauen darf, ist auch der Kompromissbereitschaft der Eigentümerin des Austauschgrundstücks zu verdanken.

Die Stadt Moosburg hatte die entsprechenden Anträge gestellt. Deshalb hatte Bürgermeister Josef Dollinger (FW) im Ausschuss nur Rede-, aber kein Abstimmungsrecht. Er erinnerte daran, dass die ganze Geschichte einen unglücklichen Anfang genommen hatte und entschuldigte sich dafür bei der Grundstückseigentümerin. Der Stadtrat hatte die Angelegenheit diskutiert, ohne mit ihr vorher ein Wort gewechselt zu haben.

Ursprünglich sollte die Ausgleichsfläche gar 38 000 Quadratmeter betragen. Die Eigentümerin hatte dagegen eine Reihe von Einwendungen vorgebracht, warum das Gelände aus ihrer Sicht für eine Schule ungeeignet sei. Unter anderem argwöhnte sie, dass bei einer Hereinnahme einer Fläche von 38 000 Quadratmetern ins Schutzgebiet deren Erweiterung impliziert sei. Der Kompromiss besteht darin, dass nur 20 000 Quadratmeter hinzugefügt werden. Gerade so viel, wie für den Bau der neuen Schule notwendig sind. Dollinger sagte, er hoffe, dass die Angelegenheit jetzt zu einem guten Abschluss komme.

Das tat sie auch. Allerdings musste Jörg Steiner von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Überzeugungsarbeit leisten. Das gelang bei Michael Stanglmaier (Grüne). Diesem schien eine Ausgleichsfläche von 20 000 Quadratmetern zu gering. Etwa drei Hektar, "das wäre ein Signal", meinte er. Einen dahingehenden Änderungsantrag zog er jedoch zurück. Steiner hatte gebeten, nicht am Kompromiss zu rütteln. Er erinnerte daran, dass die Eigentümerin in eine schwierige Lage gebracht worden sei. Trotz ihrer Einwendungen habe sie aber intensiv am Kompromiss mitgearbeitet. Sie habe Verständnis für das Projekt. "Es ist selten, wenn sich Bürger produktiv beteiligen", lobte Steiner. "Eher ist das Gegenteil der Fall." Steiner beteuerte, dass weder ihr, noch dem Schutzgebiet durch die Umsetzung des Projekts Nachteile entstünden.

Nur Michael Albuschat (AfD) und Albert Schindelbeck (Linke) ließen sich nicht überzeugen. "Schule muss zum Menschen gebracht werden und nicht ins letzte Eck einer Kommune kommen", nannte Schindlbeck den Hauptgrund für seine Ablehnung. Der Standort liege überdies in einem Überschwemmungsgebiet. Er liege am Rande eines solchen, berichtigte ihn Stanglmaier. Dollinger bezeichnete die Argumente Schindlbecks "als an den Haaren herbeigezogen". Der Standort sei vom Bahnhof her zu Fuß zu erreichen und verkehrsmäßig gut erschlossen. Schulen in Zentren zu bauen, sei heute unmöglich, weil es dort keine Flächen mehr gebe.

© SZ vom 18.09.2021
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