Ehemaliges Stadtcafé in Moosburger Altstadt:Ein Schandfleck verschwindet

Ehemaliges Stadtcafé in Moosburger Altstadt: Schöne Häuser, bunte Fassaden: Das ehemalige Stadtcafé passt nach Ansicht mancher Bürger nicht ins Erscheinungsbild des Moosburger Stadtplatzes.

Schöne Häuser, bunte Fassaden: Das ehemalige Stadtcafé passt nach Ansicht mancher Bürger nicht ins Erscheinungsbild des Moosburger Stadtplatzes.

(Foto: Marco Einfeldt)

Das seit Jahren ungenutzte ehemalige Stadtcafé ist wegen seines Erscheinungsbildes vielen Moosburgern ein Dorn im Auge. Eigentümer Dieter Abele möchte dort Gewerbe- und Wohnflächen schaffen.

Von Alexander Kappen, Moosburg

Das ehemalige Stadtcafé im Moosburger Zentrum ist vielen Bürgern und Lokalpolitikern in seiner aktuellen Erscheinungsform schon lange ein Dorn im Auge. Das seit Jahren ungenutzte Gebäude, am Stadtplatz an prominenter Stelle gelegen, ist von außen sehr unansehnlich. Aber nun kommt Bewegung in die Sache. Eigentümer Dieter Abele möchte ein insgesamt gut 1800 Quadratmeter großes Areal zwischen Stadtplatz, Georg-Hummel-Straße und Rentamtstraße, auf dem auch das Stadtcafé steht, neu bebauen und dort Gewerbe- und Wohnflächen schaffen.

Ein einsprechender Vorbescheidsantrag hätte am Montag eigentlich im Stadtrat behandelt werden sollen. Er wurde aber wieder von der Tagesordnung genommen, weil - etwa in Bezug auf die Höhenentwicklung - noch Abstimmungsbedarf besteht. Abele hatte den Antrag selbst zurückgezogen. Der Bauwerber sei "an einer einvernehmlichen Lösung interessiert, wir werden gemeinsam mit den Behörden daran arbeiten", sagte Bürgermeisterin Anita Meinelt (CSU).

Entstehen könnte ein Ärztehaus oder auch Ladenfläche

In der Kurzbeschreibung des Bauvorhabens ist davon die Rede, dass das alte Stadtcafé generalsaniert und aufgestockt werden soll. Genutzt werden soll es entweder als Ärztehaus oder als Gewerberäume beziehungsweise Ladenfläche im Erdgeschoss, während in den Obergeschossen acht Wohnungen untergebracht werden sollen. An der Georg-Hummel-Straße und der Rentamtstraße ist ein Neubau als sogenannte Blockrandbebauung in der Höhe der bestehenden Nachbargebäude geplant. Es sind dort etwa 42 Wohneinheiten oder Betreutes Wohnen angedacht. Parkplätze für Autos und Fahrräder sollen in einer Tiefgarage nachgewiesen werden.

Während die westlichen, Richtung Bahnhof gelegenen Wohngebäudelaut Sitzungsunterlage der Stadtverwaltung mit drei und vier Stockwerken plus Dachgeschoss geplant waren, gab es in der ursprünglich eingereichten Planung für das Stadtcafé zwei Varianten. Eine mit einer Aufstockung des Gebäudes und gleichbleibender Dachneigung von 45 Grad und eine ohne Aufstockung und einer auf 52 Grad geänderten Dachneigung.

Das Stadtcafé wurde aus der Denkmalliste gestrichen

Das Stadtcafé war einst in der Denkmalliste verzeichnet und aus dieser nach großflächigen Entkernungsarbeiten 2005 wieder gestrichen worden. Der städtebaulich dominante Satteldachbau sei aufgrund seiner exponierten Lage immer noch "ein wichtiger Bestandteil des Ensembles Stadtplatz", heißt es in der Verwaltungsvorlage: "Denkmalpflegerische Belange hinsichtlich der Außenerscheinung des Gebäudes und des städtebaulichen Zusammenhangs sind weiterhin gegeben." Kritisch äußerte sich Kreisbaumeisterin Antonia Seubert in ihrer schriftlichen Stellungnahme. Sie empfahl darin, den Vorbescheid in beiden Varianten abzulehnen, weil das Vorhaben sich hinsichtlich des Maßes der Nutzung nicht in die Umgebungsbebauung einfüge.

Dieter Abele sagte am Dienstag der SZ, dass er mit den zuständigen Stellen in Rathaus und Landratsamt natürlich schon vorab gesprochen habe. Man sei gerade dabei, Änderungswünsche in die Pläne einzuarbeiten. Es sei auch klar, dass man die Fassade des Stadtcafés so gestalte, "dass sie ins Ensemble passt". Gleichwohl weist er darauf hin, dass das Gebäude eben nur zum Ensemble gehöre, aber kein Einzeldenkmal sei - anders als das benachbarte Feyerabendhaus, das seinerzeit abgerissen und dann durch einen höheren Neubau ersetzt worden sei. In den mit eingereichten Unterlagen zum Vorbescheid wird ebenfalls darauf verwiesen, dass die Nachbargebäude "allesamt um ein Stockwerk höher ausgebildet" sind.

Die Bürgermeisterin sagte in der Sitzung am Montag: "So weit liegen wir mit den Vorstellungen gar nicht auseinander, wir werden eine Lösung finden." Nach der Abstimmung mit Landratsamt und Antragsteller werde man die Pläne den Stadtratsfraktionen vorstellen, versprach sie.

© SZ vom 11.12.2019/nta
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