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Moosburg:Drei öffentliche Stellplätze weniger

Nach dem Ende der Ausbauarbeiten soll dieses Teilstück der Lände als Fahrradstraße ausgewiesen werden.

(Foto: Marco Einfeldt)

Ein Teilstück der Lände wird ausgebaut. Anwohner müssen nach Abschluss der Arbeiten wohl an anderer Stelle parken

Von Alexander Kappen, Moosburg

Der eigentliche Ausbau eines Teilstücks der Lände ist im Moosburger Bauausschuss am Montag kein großes Streitthema gewesen. Dass die Straße zwischen dem Wirtschaftsweg entlang der Landshuter Straße bis zur Brücke über den Kulturgraben, wie im Hauhalt vorgesehen, für etwa 220 000 Euro ausgebaut werden soll, darüber waren sich alle einig. Knackpunkt in den Planungen waren jedoch die öffentlichen Stellplätze. Dass diese von der Stadt auf kommunalem Grund und mit dem Geld der Allgemeinheit gebaut und am Ende wohl nur von den direkten Anwohnern genutzt werden, war einer knappen Mehrheit im Ausschuss ein Dorn im Auge.

Letztlich entschied das Gremium auf Antrag von Evelin Altenbeck (Grüne) mit 6:5 Stimmen, drei der eingeplanten Stellplätze wegzulassen. Die restliche Planung - inklusive von vier nebeneinander liegenden Stellplätzen entlang einer Grundstückszufahrtsstraße nahe der örtlichen Trafostation - ging dann mit 11:0 Stimmen durch.

Auf eine wesentliche Neugestaltung wird laut Beschlussvorlage verzichtet. Die Straße wird lediglich auf der vorhandenen Trasse auf einer Breite von vier Metern ausgebaut. Die Entwässerung erfolgt oberflächlich durch eine Graben am Dammfuß des Isardeichs. "Die westlich angrenzenden Freiflächen sollen mit Abplankungen geschützt und entsprechend begrünt werden", heißt es in der Vorlage. Vor der Brücke über den Kulturgraben ist laut Planung ein kleiner Spielplatz vorgesehen. Nach dem Ende der Ausbauarbeiten soll die Straße als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Wie Bauamtsleiter Herbert Held in der Sitzung sagte, könne man im Herbst mit dem Ausbau beginnen und die Arbeiten noch heuer abschließen, um im Frühjahr die Grünflächen anzulegen.

Gerd Beubl (SPD) begrüßte die Ausweisung als Fahrradstraße, hätte es "aber gut gefunden, wenn die Anlieger eingebunden worden wären - auch wegen den Stellplätzen, die sind ja wichtig". Man habe die Anwohner bewusst nicht beteiligt, "weil es klar sein muss, dass wir lauter öffentliche Stellplätze bauen, die wir den Anwohnern nur zur Verfügung stellen", erklärte Held.

Genau das gelte es aber zu hinterfragen, meinte Verena Kuch (Grüne). Die geplante Fahrradstraße fand auch sie gut, aber bezüglich der Stellplätze meinte sie: "Wenn ein öffentlicher Parkplatz 365 Tage im Jahr von privaten Anwohnern belegt wird, zum Beispiel durch das Wohnmobil, das da immer steht, dann ist das kein öffentlicher Parkplatz mehr." Wenn man schon öffentliche Grünflächen mit öffentlichem Geld zu Parkplätzen für Anwohner umbaue, "müssen die sich dann auch finanziell beteiligen?" Der Bauamtsleiter riet davon ab, "sie zur Kasse zu bitten".

Bürgermeister Josef Dollinger (FW) sagte, beim Ausbau anderer Straßen baue man auch öffentliche Stellplätze. Held meinte, "wir sollten es erst mal ausprobieren - und wenn die Stellplätze missbraucht werden, muss man die Parkdauer halt durch Schilder begrenzen". Manfred Tristl (CSU) unterstützte diesen Vorschlag, während Evelin Altenbeck sagte, man dürfe "nicht blauäugig sein - da werden keine Fremden stehen, man wird sehen, dass die Stellplätze missbraucht werden". Man könne die Stellplätze den Anwohnern ja zum Kauf anbieten. Davor warnte der Bürgermeister, "weil wir da ein Fass aufmachen".

Es sei "schon richtig, dass da immer ein Wohnmobil steht, aber wo soll er denn hin damit?", fragte Ludwig Kieninger (FW), "wir dürfen nicht immer nur für Fahrräder bauen, wir haben auch Autos, Hänger und Wohnmobile". Wer sein Wohnmobil auf seinem Privatgrundstück nicht unterbringe, "muss es halt woanders hinstellen", konterte der Bürgermeister, aber nicht auf einen öffentlichen Parkplatz.

Altenbeck beantragte schließlich, zumindest die drei einzelne Parkplätze, "die in der Planung je einem Grundstück zugeordnet sind, nicht zu bauen" - und hatte damit Erfolg.

© SZ vom 21.07.2021
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