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Moosburg:Digitales Parkticket kommt

Angebot soll über eine Handy-App gesteuert werden

Momentan sind das Innovativste, was Moosburg in Sachen Parkraumbewirtschaftung zu bieten hat, nun ja: Sanduhren. Wer ein offizielles Exemplar erwirbt und es an der Innenseite seiner Autoscheibe befestigt, kann damit 15 Minuten umsonst in der Innenstadt parken, um kurz etwas zu erledigen. Doch künftig soll in der Stadt nicht nur kostenloses Kurzzeitparken praktisch im Handumdrehen funktionieren - der Stadtrat hat jetzt einstimmig beschlossen, ein digitales Parkticket einzuführen, das sich über eine Handy-App steuern lässt.

Beantragt hatte das Digitalisierungsreferent Philipp Fincke (FDP), der sich dafür auch in den Nachbarstädten Pfaffenhofen und Erding erkundigt hatte. In Erding hat er zudem selbst den Praxistest gemacht. Es sei alles gut gegangen, lediglich die Verkehrsüberwachung habe ein paar Probleme gehabt, berichtete Fincke. Er fragte in der Sitzung nach, ob die Verwaltung da genauere Erkenntnisse habe. Das Problem sei, dass die Verkehrsüberwachung das Ticket mit dem Handy überprüfe, erklärte Aicke Morgenstern, der fürs Parken zuständige Sachgebietsleiter im Moosburger Rathaus: "Und wenn die in einem Funkloch stehen, sehen sie nichts und stellen eine Verwarnung aus. Da kann man aber technisch nichts machen, Funkloch ist Funkloch." Allerdings könne man das in einem solchen Fall nachträglich sicherlich regeln. Ansonsten, so Morgenstern, sei auch bei seinem Praxistest "alles sehr gut über die Bühne gegangen".

Der Stadtrat entschied sich für das System des Anbieters "Pay by Phone". Für die Stadt ist das System kostenfrei - abgesehen von den etwa 3000 Euro, die für die Beschilderung sowie die Bewerbung über Flyer und Presse veranschlagt werden. Der Nutzer zahlt zehn Prozent des Ticketpreises als Gebühr. Wenn etwa bei einem Parkpreis von einem Euro zehn Cent Zusatzgebühr für diesen digitalen Service anfallen, sei das "ein angemessener und übersichtlicher Betrag für den Nutzer". Es kann auch über Paypal abgerechnet werden.

Verena Kuch (Grüne) hält das Digital-Ticket für ein "modernes und praktisches Angebot, wenn ich in einem Geschäft länger brauche, kann ich direkt über die App verlängern". Das schade auch beim Arzt nicht, ergänzte CSU-Sprecher Rudolf Heinz, "wenn ich länger im Wartezimmer sitzen muss, verlängere ich einfach".

© SZ vom 14.05.2021 / axka
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