Degernpoint Nordost II:Jungheinrich-Erweiterung nimmt nächste Hürde

Degernpoint Nordost II: Rund um das Industrie- und Gewerbegebiet Degernpoint herrscht bereits jetzt sehr viel Verkehr. Mit der Erweiterung von Jungheinrich dürfte es nicht weniger werden. Entlastung könnte der geplante Umbau der Büchl-Kreuzung bringen.

Rund um das Industrie- und Gewerbegebiet Degernpoint herrscht bereits jetzt sehr viel Verkehr. Mit der Erweiterung von Jungheinrich dürfte es nicht weniger werden. Entlastung könnte der geplante Umbau der Büchl-Kreuzung bringen.

(Foto: Lukas Barth)

Der dafür nötige Bebauungsplan wird nach der Behandlung der ersten Stellungnahmen nun erneut ausgelegt. Ein wenig Sorgen bereitet Bürgern und Stadträten weiterhin die Verkehrssituation rund ums Gewerbegebiet Degernpoint.

Von Alexander Kappen, Moosburg

Der Gabelstapler- und Logistiksysteme-Hersteller Jungheinrich möchte einen seiner zwei Standorte in Moosburg erweitern und im Industrie- und Gewerbegebiet Degernpoint ein mehrgeschossiges Bürogebäude nebst einer modernen Präsentationshalle errichten. Vergangenen September erhielt das Hamburger Unternehmen dafür grundsätzlich grünes Licht, der Stadtrat beschloss einstimmig die Aufstellung des dafür erforderlichen Bebauungsplans Degernpoint Nordost II. Diese Woche hat das Projekt nun die nächste Hürde genommen.

Die Stadtratsmitglieder arbeiteten nach der ersten Auslegung der Planungsunterlagen in ihrer jüngsten Sitzung zügig die 14 eingegangenen Stellungnahmen und Einwände aus der Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung ab. Größerer Probleme gab es dabei nicht, die Unterlagen werden nun erneut ausgelegt. Der Stadtrat steht dem Vorhaben ohnehin sehr positiv gegenüber. Allerdings kam auch ein kritischer Aspekt - die Verkehrsproblematik rund um das Industrie- und Gewerbegebiet - einmal mehr zur Sprache.

Ausgangspunkt war eine private Stellungnahme vom November vergangenen Jahres. Darin wurden zwar keine grundsätzlichen Einwände gegen das Projekt vorgebracht. Dennoch teilten die Verfasser der Stellungnahme laut Sitzungsvorlage der Verwaltung ihre Sorge mit, "dass aus ihrer Sicht die verkehrliche Erschließung des Plangebiets unzureichend sei". Sie seien der Auffassung, so schreibt die Verwaltung weiter, "dass das bestehende Gewerbe- und Industriegebiet bereits jetzt vollkommen verkehrlich überbelastet ist und fordern deshalb eine weitere Zufahrt zur vorbeiführenden Staatsstraße nördlich des Plangebiets".

Dieses befindet sich in einem Dreieck zwischen Staatsstraße 2350, Mittlerem Isarkanal und dem bestehenden Jungheinrich-Werk. Linke-Stadtrat Alexander Strobl hatte bereits in der Sitzung im September nachgefragt, ob man für Jungheinrich Richtung Kanalbrücke nicht eine zusätzliche Auffahrt auf die Staatsstraße bauen könne. In der aktuellen Sitzung bat er nun erneut darum, "eine Straßenanbindung direkt zur ehemaligen B 11 Richtung Landshut zu prüfen".

Eine direkte Anbindung zur Staatsstraße hält der Bauamtsleiter nicht für machbar

Der Moosburger Bauamtsleiter Herbert Held bot an, das in einem weiteren Verfahren prüfen zu lassen. Er erneuerte zugleich auch seine Einschätzung vom vergangenen Herbst und sagte: "Ich halte das nicht für machbar." Nach Ansicht der Verwaltung ist das Gewerbegebiet Degernpoint durch die beiden Anbindungen an die Staatsstraßen 2350 und 2054 ausreichend erschlossen. Aber wenn man die restlichen Flächen in Degernpoint überplane, könne man das Straßenbauamt die Sache noch einmal überprüfen lassen, hieß es in der Sitzung.

SPD-Stadtrat Gerd Beubl kann den eingegangenen privaten Einwand "schon nachvollziehen", wie er sagte: "Schon jetzt haben wir da draußen Rückstaus. Wir sollten schon überlegen, wie wir das besser verkehrlich erschließen können - eine ideale Lösung habe ich jetzt aber auch nicht parat." Auch Bürgermeister Josef Dollinger (FW) räumte ein, "dass die Situation derzeit nicht ideal ist". Er verwies jedoch auf die Aktivitäten des Staatlichen Bauamts. Dieses "plant den Umbau der Büchl-Kreuzung mit Abbiegespur und Ampeln an beiden Straßen, also auch an der nach Aich". Diese Maßnahme werde sicher Entlastung bringen. Noch benötige man dafür Grundstücke. "Aber wir sind zuversichtlich, dass wir damit in diesem Jahr weiterkommen", so der Bürgermeister.

Nicht weiterkommen wird man allerdings beim Breitbandausbau in den Ortsteilen, die bei der Behandlung der Stellungnahmen am Rande ebenfalls Thema war. Die Telekom nämlich gab an, die Wirtschaftlichkeit der Erschließung des Planungsgebiets zu prüfen. Alexander Strobl fragte, ob die Telekom dann nicht gleich eine Breitbandleitung nach Aich verlegen können. Thomas Graßl, im Rathaus für das Thema zuständig, musste ihn da allerdings enttäuschen. Obwohl er nichts unversucht gelassen habe, sehe die Telekom den Breitbandausbau bis Aich als nicht wirtschaftlich an.

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