bedeckt München 23°
vgwortpixel

Porträt:Berufswahl mit Umwegen

(Foto: Marco Einfeldt)

Monika Arzberger hat erlebt, dass Mütter sehr flexibel sein müssen.

Ihren Traum, Ärztin oder Astronautin zu werden, konnte Monika Arzberger nicht verwirklichen, obwohl sie dafür sogar in die Bundeswehr, die 1989 erstmals die Grundausbildung für Frauen im Sanitätsdienst öffnete, eingetreten war. Dann kamen ihre beiden Töchter auf die Welt und da ihr Mann voll berufstätig war, der Erziehungsurlaub nur 18 Monate betrug und es keine Kinderkrippe gab, entschloss sie sich, sich um einen anderen Patienten zu kümmern, den Wald. Denn ein Forstwissenschaftsstudium ließ sich mit den Aufgaben als Mutter verbinden, eine Astronauten- oder Arztausbildung aber nicht. Immer wieder erlebte Arzberger dann jedoch, dass sie beruflich aufgrund ihrer Entscheidung, Kinder zu bekommen, zurückstecken musste.

Die heute 51-Jährige arbeitete nach ihrem Studium an der TU München in Weihenstephan und an der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, lehrte und betreute Projekte an der TU, gründete in Freising ihr eigenes Beratungsunternehmen. Doch damit nicht genug: Die Katholikin ist auch Vorsitzende der gesellschaftspolitischen Kommission des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB).

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Frauenbildung, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Familien- und Arbeitsleben und die Radikalisierung in unserer Gesellschaft sind Themen, mit denen sich die Kommission beschäftigt. Sie erarbeitet Vorlagen für die politische Lobbyarbeit des Verbandes und Material für die Bildungsarbeit in den einzelnen Zweigvereinen auf Pfarreiebene.

Arzberger studierte außerdem Philosophie und ist seit 2002 Gemeinderätin für die offene Liste "Pro Haag" in der Ampertalgemeinde. Lange Zeit engagierte sie sich auch in der örtlichen CSU, heute setzt sie ihre Schwerpunkte in anderen Bereichen. Im SZ-Interview berichtet Monika Arzberger anlässlich des Internationalen Frauentages über ihre beruflichen Stationen, was sie mit ihrer Beratungsfirma erreichen möchte, über ihr Engagement an der Spitze des KDFB und warum sich immer noch nur wenige Frauen in der Kommunalpolitik engagieren.