Möglicher Schulterschluss mit Hallbergmoos Auch Neufahrn will es wissen

Gemeinde erwägt Beteiligung an einem Messgerät für Feinststaub

Wie stark ist das Umland durch Ultrafeinstaub vom Flughafen München belastet? Diese Frage soll auch in Neufahrn zum Thema werden: SPD-Fraktionssprecherin Beate Frommhold-Buhl regte in der jüngsten Gemeinderatssitzung den Schulterschluss mit Hallbergmoos an. Der dortige Gemeinderat hatte vor kurzem beschlossen, für 10 000 Euro ein eigenes Messgerät anzuschaffen, falls die Flughafen München GmbH nicht für Kosten und Betrieb aufkommen will. Möglicherweise könne man sich die Investition in ein Gerät mit den Nachbarn in Hallbergmoos teilen, meinte Frommhold-Buhl

Der Freisinger Bürgerverein zur Vermeidung von Lärm- und Schadstoffbelastung warnt seit Monaten vor den Gesundheitsgefahren durch stark überhöhte Ultrafeinstaub-Werte am Flughafen und im Umland. Seine Rechnung: Mehr als 500 000 Liter Kerosin am Tag werden am Flughafen verbrannt, das macht mindestens 430 Trillionen ultrafeine Partikel - und je nach Wetterlage gelangen mehr oder weniger davon in die Umgebung. Mitglieder des Bürgervereins sind regelmäßig mit mobilen Messgeräten unterwegs. In Hallbergmoos zum Beispiel haben sie bis zu 89 000 Partikel pro Kubikzentimeter gemessen. Zum Vergleich: In der Landluft sind es 3000 Partikel.

Einen gesetzlichen Grenzwert gibt es für Ultrafeinpartikel noch nicht. Dass die Flughafen München GmbH sie an ihren eigenen Messstationen nicht misst, erklärte die Umweltabteilung in der Vergangenheit aber auch damit, dass noch keine wirklich geeigneten Geräte und Methoden zur Verfügung stünden. Auch seien Punkte wie die Wirkung der Ultrafeinpartikel noch nicht ausreichend erforscht.