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Lastenfahrräder in Freising:Stadt plant Mietsystem

Bei einem Erdinger Mobiliätstag noch vor der Corona-Zeit konnte ein E-Bike Lastenrad ausprobiert werden. Jetzt schafft auch Freising solche Räder an.

(Foto: Renate Schmidt)

Der Freisinger Stadtrat setzt ein Projekt aus dem Mobilitätskonzept um. Nun sollen acht Verleihstationen für die E-Räder eingerichtet werden.

Von Kerstin Vogel, Freising

Die Stadt Freising wird ein Mietsystem für Lastenräder aufbauen. Geplant sind dafür zunächst acht im Stadtgebiet verteilte Stationen mit jeweils zwei Rädern. Wegen der Freisinger Topografie soll es sich ausschließlich um elektrisch betriebene Fahrzeuge handeln. Als weitere Anforderungen ist am Mittwoch im Planungsausschuss festgelegt worden, dass die Räder winterfest sein und über eine Ladefläche von mindestens 40 mal 60 Zentimeter verfügen müssen. Außerdem sollen sie mit Gurten für zwei bis zu sieben Jahre alte Kinder ausgestattet sein.

Dass dieses Projekt aus dem Mobilitätskonzept des Stadtrats nun relativ zügig umgesetzt werden kann, ist dem Umstand zu verdanken, dass Freising als eine von acht Modellkommunen in das Projekt "Lastenrad mieten. Kommunen entlasten" des Freistaats aufgenommen worden ist. Ziel ist der Aufbau eines kostengünstigen, einfach zu handhabenden Mietsystems für Lastenräder, das bei den Bürgerinnen und Bürgern die Hemmschwellen zur Nutzung senken und somit zu einem Verzicht auf das Auto beitragen soll.

80 Prozent der Kosten zahlt der Freistaat

Mit der Teilnahme an dem Modellprojekt werden 80 Prozent der investiven Kosten vom Freistaat gefördert. Nach ersten Schätzungen müsste für die Beschaffung der Räder und das Erstellen eines Buchungssystems etwa mit 160 000 Euro gerechnet werden. Die Stadt müsste davon etwa 32 0000 Euro übernehmen. Außerdem können die Modellkommunen kostenlos die Berater-Dienste des Büros "Transportrad Initiative Nachhaltiger Kommunen" (TINK) beanspruchen.

Die Buchung der Lastenräder soll mit dem Lösen des Fahrzeugs aus der Ladestation beginnen und mit dem Zurückstellen an der gleichen Station enden. Eine Rückgabe an anderen Stationen wäre zunächst nicht möglich. Um Anreize zum Ausprobieren zu geben, sollen die ersten 30 Minuten zunächst kostenfrei sein, jede weitere angefangene halbe Stunde kostet dann 1,50 Euro. Daneben soll es einen Tagespreis geben. Die Buchung soll sowohl über eine Homepage wie auch über eine noch zu erstellende App möglich sein. Mit den Stadtwerken wird darüber gesprochen, ob diese das System als Mobilitätsdienstleister der Stadt nach dem Aufbau der Infrastruktur übernehmen würden. Anbieten würde sich auch, die App dann zu einer Mobilitätsapp für die Stadt weiterzuentwickeln und andere Services zu integrieren.

Auch die Ortsteile sollen irgendwann zum Zug kommen

An dieser Stelle hakten dann auch die Nachfragen der Stadträte ein. So würde sich unter anderem Robert Weller (FW) langfristig die Stadtwerke als Betreiber wünschen, wie er sagte. Er bat darum, bei der Weiterentwicklung auch an die Ortsteile zu denken, die Bushaltestellen dort könnten zu Mobilitätsstationen weiterentwickelt werden. Grünen-Stadtrat Manfred Drobny lobte das Projekt als "guten Ansatz" und regte an, auch ein Jahresticket anzubieten. Generell war man sich einig, dass das neue Mietsystem "wahnsinnig wichtig für die Verkehrswende" ist, wie es Emilia Kirner (ÖDP) formulierte.

Das sei keine "Cash Cow", unterstrich Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, " das ist ein Betrag zur Mobilitätswende, der Geld kosten wird und seine Wertschöpfung in der Ökologie hat." In einem nächsten Schritt sollen nun aus 13 möglichen Standorten für die Verleihstationen acht ausgewählt werden. In Frage kommen dafür die Düwellstraße, das Steincenter, das Landratsamt, die Touristinfo, das Parkhaus Am Wörth, die Mittelschule und die Kirche St. Lantpert in Lerchenfeld, das Fresch, der Bahnhof, der Campus, das Studentenwohnheim an der Giggenhauser Straße und das Feuerwehrhaus in Pulling.

© SZ vom 23.01.2021/av
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