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Mobilität in Freising:Mehr Bus und Bike

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Auf der Lerchenfelder Seite des Bahnhofs ist die Situation alles andere als optimal. Es gibt keinen Bussteig, zudem fehlen Wartehäuschen und moderne Radabstellplätze.

(Foto: Sophie Linckersdorff)

Die Stadt Freising will Anreize schaffen, dass weniger Zugfahrer mit dem Auto zum Bahnhof kommen. Der Planungsausschuss hat beschlossen, eine Entwurfsplanung für die Lerchenfelder Seite in Auftrag zu geben.

Von Petra Schnirch, Freising

Die Stadt will noch mehr Freisinger dazu bewegen, auf Bus und Fahrrad umzusteigen und das Auto öfter stehen zu lassen. Dazu beitragen sollen Verbesserungen auf der Lerchenfelder Seite des Bahnhofs, die kurzfristig umgesetzt werden können. Denn die Situation dort ist alles andere als optimal, wie Dominik Fuchs, der Mobilitätsbeauftragte der Stadt, im Planungsausschuss aufzeigte. Die Vorschläge sehen vier Bushaltestellen und einen Bedarfshalt vor, ein Wartehäuschen, etwa 400 überdachte, doppelstöckige Radabstellplätze sowie eine Fläche für Lastenräder. 22 Parkplätze werden dadurch entfallen.

Etwa ein Drittel der Autofahrer, die den P+R-Parkplatz nutzen, haben laut Fuchs eine Anfahrtsstrecke von weniger als vier Kilometern, das entspricht etwa 400 Fahrzeugen. Dieser Personenkreis sei prädestiniert dazu, mit Bus, Fahrrad oder zu Fuß zum Bahnhof zu kommen. Knackpunkt dabei sei der Bus. Auf der Lerchenfelder Seite gebe es keinen angemessenen Bussteig. Mehr als zwei Busse hätten dort nicht Platz, das führe regelmäßig zu Chaos. Teilweise stiegen die Fahrgäste auf der Fahrbahn aus und es komme zu Rückstaus. Eine Taktverdichtung sei nicht möglich. Die bestehende Radabstellanlage auf der Ostseite des Bahnhofs sei darüber hinaus in die Jahre gekommen. Die Überdachung weise Schäden auf, sagte Fuchs, die Auslastung sei hoch. Der MVV halte es für angebracht, die Zahl der Abstellplätze mittelfristig von 354 auf 600 zu erhöhen.

Langfristig will die Stadt ein "Strukturkonzept Bahnhof" für das gesamte Areal der P+R-Anlage umsetzen, es wird derzeit vom Stadtplanungsamt bearbeitet. Zu den Ideen zählen ein Parkdeck und ein Bustunnel zur Münchner Straße, außerdem könnten Wohnraum und kleinteiliges Gewerbe entstehen. Das alles lässt sich nicht so schnell verwirklichen, deshalb sind auch kurzfristige Maßnahmen geplant. Für die Modernisierung der Radstellplätze kann die Stadt über die B+R-Offensive und den Freistaat mit Zuschüssen von bis zu 95 Prozent rechnen. Anders sieht das nach den Worten von Fuchs bei den Bussteigen mit einer sogenannten Sägezahnaufstellung aus, weil der nördliche Zugang zu den Gleisen nicht barrierefrei ist. Außerdem könnte die mit einer Förderung verbundene Zweckbindungsfrist von 25 Jahren der geplanten Weiterentwicklung des Areals entgegenstehen.

Die Kosten für die Bushaltestellen werden laut Fuchs auf etwa 320 000 Euro geschätzt. Das alles sei "eine schnelle Lösung, keine Ideallösung". Emilia Kirner (ÖDP) sagte, die Verbesserungen sollten "mit Nachdruck" angegangen werden. Sie sei froh, "dass endlich etwas passiert". Werner Habermeyer (Grüne) regte an, dass die Busse in einer Schleife zunächst den hinteren, behindertengerechten Zugang zum Bahnhof anfahren könnten. Fuchs erwiderte, dass das nicht so einfach umzusetzen sei. Eine Verlängerung des Gehwegs bis zu dem barrierefreien Zugang brachte Robert Weller (FW) ins Spiel, vielleicht wäre dann auch eine Förderung möglich, sagte er. Die Vorschläge gefielen auch Rudi Schwaiger (CSU), er wandte aber ein, dass Verhandlungen mit der Bahn meist eine langwierige Angelegenheit seien. Die Gespräche laufen laut Fuchs bereits, die Bahn zeige sich bisher sehr offen.

Die Mitglieder des Planungsausschusses stimmten dafür, auf Grundlage der Voruntersuchungen eine Entwurfsplanung in Auftrag zu geben. Außerdem sollen erste Schritte zur Bewerbung für die B+R-Offensive erfolgen.

© SZ vom 22.05.2021
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