Mobilität:Ein Ring und zehn Quartiere

Die ÖDP stellt ein Buskonzept für Freising vor, mit dem man von jeder Station in weniger als 15 Minuten zum Bahnhof gelangt. Die Pläne für den Landkreis sehen Verbindungen zu größeren Kommunen in den Nachbarlandkreisen vor

Von Peter Becker, Freising

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Um von seiner Wohnung zur Arbeit zu kommen, wählt er das einfachste, bequemste und günstigste Verkehrsmittel. Das ist meistens das Auto. Um Menschen dazu zu bringen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, bedarf es eines attraktiven Angebots. Das, was die Stadt Freising und der Landkreis bislang an Busverkehr anbieten, ist nach Ansicht von Emilia Kirner, ÖDP-Stadträtin und Bundestagskandidatin, unzureichend. Selbst glühende Verfechterin des öffentlichen Nahverkehrs, stellte sie zusammen mit Kreisvorsitzendem Ulrich Vogl in einer Pressekonferenz ein Buskonzept für Stadt und Landkreis vor. Ersteres sieht eine große Ringlinie um Freising herum sowie zehn Quartierslinien vor. Das Landkreiskonzept wiederum beinhaltet Verbindungen zu größeren Kommunen in den Nachbarlandkreisen mit Bahn- oder S-Bahn-Anschluss.

Mobilität: Zehn Linien mit einer kompakten Wegführung sollen nach Vorschlag der ÖDP alle Quartiere Freisings mit der Innenstadt und dem Bahnhof verbinden. Voraussetzung ist die Realisierung des Bustunnels am Bahnhof.

Zehn Linien mit einer kompakten Wegführung sollen nach Vorschlag der ÖDP alle Quartiere Freisings mit der Innenstadt und dem Bahnhof verbinden. Voraussetzung ist die Realisierung des Bustunnels am Bahnhof.

(Foto: Marco Einfeldt)

Stadt und Landkreis hätten, was den öffentlichen Nahverkehr betreffe, noch Schwächen, argumentierte Emilia Kirner. Das aktuelle Buskonzept begrenze sich auf einige Linien, die nicht allen Bürgerinnen und Bürgern verlässliche, gut getaktete und schnelle Verbindungen anbieten. Die Strecken der derzeit 16 Linien seien unterschiedlich lang und würden mitunter nur stündlich, an Sonn- und Feiertagen gar nicht angefahren. Ziel des ÖDP-Buskonzept ist laut Kirner, die bestehenden Mängel zu beheben. Ihr Vorschlag umfasst zehn Linien, die alle Quartiere Freisings mit der Innenstadt und dem Bahnhof verbinden. Eine elfte ist als großer Ringschluss am Stadtrand vorgesehen. "Durch die kompakte Wegeführung ist man von jeder Station aus in weniger als 15 Minuten am Bahnhof", nennt die Stadträtin den großen Vorteil. "Die Realisierung des Bustunnels am Bahnhof Freising ist aber Voraussetzung für die Umsetzung des Plans."

Mobilität: Das, was die Stadt Freising und der Landkreis bislang an Busverkehr anbieten, ist nach Ansicht von Emilia Kirner, ÖDP-Stadträtin und Bundestagskandidatin, unzureichend.

Das, was die Stadt Freising und der Landkreis bislang an Busverkehr anbieten, ist nach Ansicht von Emilia Kirner, ÖDP-Stadträtin und Bundestagskandidatin, unzureichend.

(Foto: Marco Einfeldt)

Mit Ausnahme der Ringlinie (19 Kilometer) und der Quartierslinie Q 4 (10,1) ist kaum eine Verbindung länger als sechs Kilometer. Alle sollen im Viertelstundentakt verkehren. Die Ringlinie fährt nicht durch die Innenstadt und spart dadurch Zeit und einen nötigen Umstieg. Die Strecken im Einzelnen: Linie Q 1 bedient den Freisinger Norden, Q2 den Nordwesten, Q 3 den Westen, Q 4 den Südwesten, Q5 den Süd-Südwesten mit der Garten- und Angerstraße, Q6 den Süden, Q7 den Süd-Südosten mit dem Südring, Q 8 den Südosten mit der Jagd- und Haggertystraße, Q 9 den Freisinger Osten und Q 10 den Nordosten mit großen Teilen von Neustift und dem Steincenter. Die Umsteigezeit beträgt maximal eine Viertelstunde.

"Der Landkreis hat ein schlechtes Busnetz", urteilte Kirner weiter. Es gebe keine durchgängigen Verbindungen zwischen größeren Städten und Gemeinden in den Nachbarlandkreisen. Der Nahverkehr werde von den Schulbuslinien bestimmt. Das ÖDP-Konzept sieht Linien nach Mainburg als Industriestandort und Anschluss nach Niederbayern vor. Pfaffenhofen und Dachau haben Anschluss an das Bahnnetz Richtung München oder Ingolstadt, Dachau und Markt Indersdorf an die S 2. Angedacht ist eine Linie nach Erding, die auch Attaching besser anbindet. Ein Wunsch der ÖDP ist bereits in Erfüllung gegangen: der nach einer Expressbusverbindung von Freising zur U-Bahnhaltestelle nach Garching. Drei Jahre nach Antragstellung geht sie Ende 2021 in Betrieb.

© SZ vom 16.09.2021
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