Mitten in Moosburg Überall in der Stadt Rettungskräfte

Bienen, Parkplätze, Wasserspiele  und Millionen. Wofür  es sich in Moosburg lohnt zu kämpfen

Kolumne von Alexander Kappen

Auf seinem Facebook-Profilbild ist Jörg Kästl nach wie vor in seinem gelb-schwarz gestreiften Kostüm als Bienenretter zu sehen. Auch nach dem erfolgreichen Volksbegehren geht für den Moosburger ÖDP-Stadtrat der Kampf für den Erhalt der Artenvielfalt selbstverständlich weiter und immer weiter: Rettet die Bienen!

Neben dem Einsatz für blühende Landschaften und gegen unnötigen Flächenverbrauch, dem sich im Stadtrat neulich auch die Freien Wähler mit einem entsprechenden Antrag verschrieben haben, gilt es in Moosburg offenbar aber auch noch so einige andere Dinge zu retten. In der jüngsten Stadtratsitzung am Montagabend verbuchte etwa die Initiative "Rettet die Parkplätze!" einen Teilerfolg. Nach dem Umbau des Platzes "Auf dem Plan" sollen nun nicht, wie geplant, nur 15, sondern 26 Fahrzeuge und zu besonderen Anlässen gar deren 56 Platz finden. Was wiederum bei der Gruppe "Rettet die Wasserspiele!" Magengrummeln verursacht, die für weniger Autos und mehr Aufenthaltsqualität auf dem Plan kämpft. Manche Wasserspiel-Retter stimmten dem Kompromiss dann doch zu, weil für sie 26 Parkplätze halt immer noch besser sind als die derzeit gut 70 - und weil sie wollen, dass mal irgendwas voran geht, bevor im Duell der Retter irgendwann nichts mehr zu retten ist.

Recht aktiv war zuletzt auch wieder der Aktionskreis "Rettet die Wachbaracken!". Der will an der Schlesierstraße möglichst viel von den denkmalgeschützten Unterkünften der Aufseher des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag VII A erhalten. Allerdings kollidieren diese Interessen mit denen des Aktionsbündnisses "Rettet die Schüler!". Das hegt den Wunsch, dass in der benachbarten Mittelschule die Kinder endlich nicht mehr aus Platzmangel beim Essen gestapelt werden müssen und auf besagtem Areal an der Schlesierstraße bald eine neue Mensa bekommen - was die Wachbaracken-Retter nur so semigut finden.

Ach ja, und dann gibt es natürlich noch Kritiker, die mit Blick auf den Haushalt meinen, dass sich die Stadt den geplanten Neubau eines Hallenbads nicht leisten kann. Wir warten gespannt auf das Bürgerbegehren "Rettet die Millionen!".