Mitten in FreisingMultimobiler Führerschein

Lesezeit: 1 Min.

Wenn sich Autofahrer, Radler und Fußgänger in die Quere kommen, wird es unübersichtlich

Glosse von Thilo Schröder

Entlang des Freisinger Radbegehrens, für das derzeit Unterschriften gesammelt werden, hat sich zuletzt eine muntere Debatte im sozialen Netzwerk Facebook entwickelt. Kern der Diskussion waren jedoch weniger die von den Initiatoren geforderten Maßnahmen zum fahrradfreundlichen Umbau der Domstadt, darüber war man sich offenbar einig. Es ging den Debattierern vielmehr darum, das Einhalten von Verkehrsregeln der jeweils anderen Seite anzumahnen.

Da ging es darum, wer mit wem mehr negative Berührungspunkte sammelt, und wie schlimm das für die jeweils eigene Verkehrsgruppe ist: Fußgänger mit Radlern? Radler mit Fußgängern und Autos? Eine andere Frage, die man sich dort stellte, war: Wer hat den Führerschein nötiger, Autofahrer oder Radfahrer? Und was, könnte man weiterspinnen, ist mit Autofahrern, die gerade zu Fuß unterwegs sind und keinen Fahrradführerschein haben? Oder Radfahrern, die ihr Bike durch die Innenstadt schieben, sonst gerne den Bus nehmen und gar keinen Führerschein haben? Fragen über Fragen.

Eine Lösung, die alle zusammenführt, könnte ein multimobiler Freising-Führerschein sein. Nicht nur, um die verschiedenen Gruppen zu versöhnen, sondern auch, um sich an manchen Stellen überhaupt gefahrenfrei im Einklang miteinander zu bewegen. In der zugehörigen Schulung würde dann munter rotiert, sodass notorische Autofahrer mal ganz zwanglos die Radlperspektive erfahren können, während enthusiastische Radfahrer mal versuchen, sich hinterm Lenkrad den Weg zu bahnen.

Damit wäre allerdings einiger bürokratischer Aufwand verbunden. Und den mag ja irgendwie kaum jemand. Dann vielleicht doch lieber ein Radbegehren, das klare Verkehrsfakten für die Zukunft schafft? Autofahrer zu Fuß in einer dann autofreien Innenstadt würde man nach einiger Zeit nur noch daran erkennen, dass sie sich in der Fußgängerzone etwas zu schnell bewegen. Aus alter Gewohnheit. Und Radfahrer zu Fuß daran, dass sie sich hindurchschlängeln, wo ein bisschen Geduld vielleicht angebracht wäre. Aus alter Gewohnheit.

© SZ vom 29.01.2021 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Gutscheine: