Die Nase rinnt, die Augen brennen, das Atmen fällt schwer, das Gehirn ist vernebelt. Pollenallergiker sind vor allem im Frühling und Sommer schwer geplagt. Sie wünschen sich ans Meer, am besten auf eine kahle Felseninsel viele Seemeilen vor der Küste. Sie begrüßen tagelange, ergiebige Regenfälle mit einer gewissen Euphorie oder fahren stundenlang sinnlos mit dem Auto durch die Gegend, weil die Klimaanlage die Pollen so schön aus der Luft filtert. Denn die einschlägigen Mittel wirken oft nur einigermaßen.
"Allergische Erkrankungen sind mit hohen Einbußen an Lebensqualität für die Betroffenen verbunden", schreibt ganz richtig das Robert-Koch-Institut, das sich also gar nicht ausschließlich mit dem Coronavirus befasst. Fast 14 Prozent der Frauen und etwa elf Prozent der Männer leiden laut RKI unter Heuschnupfen.
Sie alle sollten, sofern sie im Bereich des Staatlichen Bauamts Freising leben oder arbeiten, dieser Institution zutiefst dankbar sein. Denn wie Sprecher Thomas Jakob mitteilt, geht das Amt schonungslos gegen die Ambrosia-Pflanze vor, eine ganz besonders fiese Pollenschleuder, die mit der angeblichen Nahrung antiker Götter nur den Namen gemein hat. Jede Pflanze bildet bis zu eine Milliarde Pollen, die zudem auch besonders starke Allergien auslösen, auch Asthma. Und die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober.
Das Bauamt wies nun zum Ambrosia-Tag am ersten Sommer-Samstag darauf hin, dass es alles dafür tut, die aus Amerika eingeschleppte Pflanze an der Ausbreitung zu hindern. Das ist nicht ganz einfach, denn die Ambrosia ist zäh. Sie freut sich, wenn sie gemäht wird und macht dann ganz viele Ausläufer. Am besten, man reißt sie mit Stumpf und Stiel aus. Unbedingt muss das aber vor der Blüte geschehen. Die Universität für Bodenkultur Wien untersucht im Auftrag des bayerischen Verkehrsministeriums, wie man die Pflanzen am besten vernichtet.
Im Verantwortungsbereich des Staatlichen Bauamts gibt es laut Jakob zum Glück nur wenige Vorkommen: Im Landkreis Erding in Schwaig, an der B 471 östlich von Geiselbullach sowie an zwei Stellen bei Oberschleißheim. Nördlich von Neuherberg wächst mit etwa 1200 Exemplaren der derzeit größte Bestand im Amtsbezirk. Hoffentlich nicht mehr lange. Hatschi!