Mitten in Freising:Heinzelmännchen im Dienst der Stadt

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Wenn die meisten Freisinger noch schlafen, sind vor allem im Winter schon fleißige Stadtgeister unterwegs

Kolumne von Thilo Schröder

Sie sind so etwas wie die Freisinger Heinzelmännchen. Des Nachts, wenn die meisten Bürgerinnen und Bürger schlafen, huschen und fahren sie im Stadtgebiet umher und verrichten weitgehend unbemerkt wichtige Arbeiten. Dafür haben sie vor dem anstehenden Winter 1200 Tonnen Salz eingelagert. Sie, das sind 72 Beschäftigte des städtischen Bauhofs, die zum Winterdienst-Einsatz bereitstehen, wie die Stadt Freising mitteilt.

Frühmorgens um 3.15 Uhr rückt demnach bei bedenklichen Wetterprognosen und in eisigen Nächten ein Spähtrupp aus. Zu dieser Zeit dürfte sonst kaum jemand unterwegs sein, nicht nur wegen aufziehender Lockdown-Dämmerung. Bei Bedarf legen werktags eine Stunde später die Räumfahrzeuge los, und noch einmal eine Stunde darauf der mobile Handräumdienst; an Sonn- und Feiertagen geht es je eine Stunde später los. Ähnlich wie bei den Kölner Hausgeistern ist für die Winterdienst-Mitarbeiter wichtig, dass ihnen niemand in die Quere kommt. Die Stadt bittet dringend darum, Autos nach Möglichkeit nicht am Straßenrand oder auf Gehwegen zu parken, damit Schneepflüge die Fahr- und Gehbahnen ungehindert räumen können.

Etwas später aufstehen müssen im Falle plötzlicher Wetterumschwünge jene, deren Grundstück an einer Straße liegt. Innerhalb geschlossener Ortslagen tragen sie hier von 7 bis 20 Uhr (an Sonn- und Feiertagen von 8 Uhr an) dafür Sorge, dass Gehwege geräumt und bei Glätte mit Sand oder anderen geeigneten Mitteln bestreut sind oder das Eis beseitigt ist. Sofern kein Fußweg vorhanden ist, gilt dies für einen Fahrbahnstreifen von einem Meter Breite. Abflussrinnen, Hydranten, Kanaleinlaufschächte und Fußgängerüberwege müssen freibleiben. Bei Grundstücken, die an die städtische Straßenreinigung angeschlossen sind, übernimmt der Bauhof die Räumdienste.

Wer nachts öfter wach liegt und demnächst emsige Gestalten auf den Straßen beobachtet, sollte das möglichst unauffällig tun. Der Sage nach verschwinden Heinzelmännchen nämlich, wenn sie entdeckt werden, auf Nimmerwiedersehen.

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