Mitten in FreisingEine ganz schön vermückte Welt

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Man könnte schon jetzt gegen Stechmücken spazieren gehen. Jetzt nicht gerade am Montag, aber der Dienstag wäre noch frei

Kolumne von Alexander Kappen

Das Klima ändert sich. Die Winter werden milder. Die Sommer wärmer. Und die Mücken sagen: danke! So, wie sich Delta und Omikron weder an Einreisebeschränkungen noch Quarantänebestimmungen halten, scheren sich neuerdings auch Mücken aus tropischen Regionen nicht mehr darum, dass sie, wie der Name schon sagt, in den Tropen zu Hause sind und in unseren Breiten eigentlich gar nichts verloren haben.

Weil es künftig also auch bei uns im Landkreis womöglich so heiß sein wird, dass man sich selbst beim nächtlichen Barfußlaufen in der gepflasterten Hofeinfahrt noch die Zehen verbrennt, werden sich tropische Stecher und Sauger, die solche Bedingungen lieben, hier zunehmend breit machen. Und dafür sorgen, dass etwa das West-Nil-Virus auch in der Mittleren-Isar-Region Einzug hält. Es ist schon eine vermückte Welt.

Höchste Zeit also für alle besorgten Bürger und Skeptiker, die Angst vor Einstichen aller Art haben, abends nach der Arbeit ebenso regelmäßig wie spontan ein bisschen spazieren zu gehen und gegen die Stechmücken-Diktatur zu protestieren. Vielleicht nicht unbedingt montags, da haben sie wahrscheinlich schon was anderes vor. Aber der Dienstag wäre noch frei. Allerdings sollte man dabei besser auf die bei solchen Anlässen beliebten Kerzen verzichten - das zieht Mücken an.

Um das Problem an der Wurzel zu packen, kann man sich auch ganz seriös in einer Bürgerinitiative engagieren und gegen eine Ausweitung des Flugverkehrs stark machen. Die These liegt auf der Hand: Vielfliegerei trägt zum Klimawandel bei, und dieser wiederum dient als Einfallstor für all die fiesen Tropenmücken dieser Welt. Wenn die Biester aber nun schon mal da sind, könnte sich, damit der rechtschaffene Bürger im Sommer nicht um seinen wohl verdienten Schlaf gebracht wird, das noch zu gründende Aktionsbündnis "Aufgemückt" wenigstens für ein Nachtflugverbot einsetzen. Und zwar für alle nationalen wie internationalen Fabrikate, von der heimischen Stechmücke, über sämtliche Tropenmücken und die Kriebelmücke bis hin zur Asiatischen Tigermücke.

© SZ vom 10.02.2022 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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