Üblicherweise sind im Münchner Norden nicht nur die Einfallrouten nach München verstopft, sondern auch die Querverbindungen. Die S1 ist für die Bahnfahrer hier ohnehin nur noch ein Grund zum Kopfschütteln. Die Grünen regen jetzt eine neue Achse der Mobilität an. Entlang der Bahnstrecke soll ein geteerter Radweg zunächst von Eching über Unterschleißheim bis Oberschleißheim einerseits und nach Neufahrn andererseits führen.
Neben der Querverbindung zwischen den Nachbarorten würde die Trasse zugleich eine Anbindung von Eching, Neufahrn und Oberschleißheim an den geplanten Radschnellweg bringen, der von München nach Garching und in einem Ast nach Unterschleißheim führen soll. "Funktionierende Radverbindungen zwischen den Ortschaften sind wesentliche Punkte für die Attraktivitätssteigerung des überörtlichen Radverkehrs", heißt es in dem Antrag, den die drei benachbarten Ortsverbände der Grünen in den jeweiligen Stadt- und Gemeinderäten von Eching, Unterschleißheim und Oberschleißheim eingebracht haben. Es fehle noch grundlegend an schnellen und übersichtlichen Verbindungen. Damit könne man dann auch Arbeitspendler auf das Rad bringen, erwarten die Grünen, und so Straße und S-Bahn entlasten. "Holprige und bei Regen matschige Wege schrecken Menschen ab, die nicht nur zu Freizeitzwecken das Rad verwenden möchten", betont der Unterschleißheimer Stadtrat Jürgen Radtke. Daher müsse eine attraktive Radalternative asphaltiert, gut beschildert und im Idealfall auch noch gut ausgeleuchtet werden. Als Pionierprojekt planen Stadt und Landkreis München gerade den ersten bayerischen Radschnellweg vom Hauptbahnhof ins Garchinger Forschungszentrum, mit einer Abzweigung Richtung Unterschleißheim. Die Querverbindung entlang der S1 würde dazu "die optimale Ergänzung darstellen", betont der neu gewählte Landtagsabgeordnete und Oberschleißheimer Kreis- und Gemeinderat Markus Büchler. Aber Radfahrer wollten auch nicht nur nach München, "sondern auch bequem und zügig in die Nachbarkommunen".
Die zunehmende Verbreitung von Fahrrädern mit elektrischer Unterstützung befördere diesen Trend zusätzlich, argumentieren die Grünen-Gemeinderäte Leon Eckert und Siglinde Lebich in ihrem Vorstoß im Echinger Rathaus. Mit optimalen Radwegen könnten "diese Potenziale für den Radverkehr bei uns weiter ausgeschöpft werden". Die Umsetzung eines derartigen Projekts wäre "ein Musterbeispiel interkommunaler Zusammenarbeit", erwartet Eckert, der auch Fahrradbeauftragter der Gemeinde Eching ist. Bei der neu geschaffenen Geschäftsstelle der Nordallianz, des informellen Zusammenschlusses der Nachbarkommunen im Münchner Norden, wären Planung und Umsetzung ideal angesiedelt. "Eine überörtliche Planung kann das Klein-klein der derzeitigen Radwegnetzplanungen überwinden", betont Eckert.
Die Grünen-Ortsverbände der Nordallianz-Kommunen haben bereits ein praktikables Radwegenetz für die Region ausgearbeitet. Nach und nach soll nun über konkrete Anträge in den jeweils betroffenen Orten die Umsetzung angegangen werden. "Radwegeverbindungen zwischen den Gemeinden der Nordallianz müssen ein wesentlicher Bestandteil ihrer gemeinsamen Entwicklung sein", fordert Leon Eckert.