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Menschen gehen auf die Straße:Alle im selben Boot

Kinder und Jugendliche der Freisinger Schulen werden am Freitag wieder für den Klimaschutz streiken.

(Foto: Marco Einfeldt)

Auch in Freising beteiligen sich verschiedene Organisationen und Schulen am mittlerweile dritten globalen Klimastreik

Wenn am Freitag, 20. September, der dritte globale Klimastreik stattfindet, bei dem weltweit Menschen auf die Straße gehen wollen, um für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens zu demonstrieren, dann werden sich wohl auch viele Bürger aus dem Landkreis daran beteiligen. Die Aktivisten von "Fridays for Future" organisieren von 12 bis 15 Uhr die vierte Großdemo in Freising. Treffpunkt ist am Kriegerdenkmal. Daran beteiligen sollen sich auch diesmal wieder andere Organisationen, denen Nachhaltigkeit und Klimaschutz wichtig sind. "Globaler Klimastreik auch in Freising - alle z'samm!", lautet darum das Motto für diesen Tag.

"Wir rufen Menschen aller Generationen auf, ob berufstätig oder nicht, mit uns für Gerechtigkeit einzustehen. Wenn ihr es nicht pünktlich schafft - kommt nach! Wir sitzen alle im selben Boot", heißt es in einem Facebook-Aufruf. Die Politik der Bundesregierung zeige keinerlei Bewusstsein für die Dringlichkeit der Krise. Deswegen müsse noch mehr Druck ausgeübt werden, um endlich eine Vernunft basierte Politik zu erreichen. Dafür müsse die als Gesellschaft zusammenstehen - die Lage sei ernst und betreffe nun alle", so die Aktivisten weiter.

Auch Schulen planen Aktionen zu diesem Tag. So findet am Josef Hofmiller Gymnasium eigens ein Klimaaktionstag statt, der schon seit längerem vorbereitet wird. Im Unterricht beschäftigen sich Lehrer und Schüler fachspezifisch mit dem Klimawandel und Möglichkeiten für den Klimaschutz. Parallel dazu wird in den ersten beiden Stunden von den Schülern im Pausenhof ein 400-teiliges 400 Quadratmeter großes Demoplakat mit dem Slogan "gemeinsam für den Klimaschutz" gelegt. In der dritten Schulstunde um 9.50 Uhr findet eine Versammlung um das Bild im Pausenhof statt. Als Hauptredner ist dazu der Biolandbauer Josef Braun aus Dürneck eingeladen. Auf- und Abbau des Bildes werden gefilmt und als Zeitrafferaufnahme bearbeitet. Mit einer Drohne soll auch aus der Luft gefilmt und fotografiert werden.

Damit für das Bild kein Müll produziertwird, bringt jeder Schüler passend farbige Kleidungsstücke oder anderes von zu Hause mit, um die Farbflächen des Bildes zu legen. Der Arbeitskreis Klimaschutz am JoHo möchte sich Wissen zu verschiedenen Themenbereichen erarbeiten, die Auswirkungen auf das Klima haben. In einem regelmäßigen Newsletter soll dieses Wissen wenn möglich mit Handlungsempfehlungen an Schüler und Eltern weitergegeben werden. Nach Unterrichtsschluss um 11.30 Uhr ist eine "Zubringerdemonstration" zum Kriegerdenkmal geplant, wo die eigentliche Demo um 12 Uhr beginnt. Auch das Camerloher-Gymnasium sowie das Dom-Gymnasium haben sich entschieden den schulinternen Wandertag für die Klimademo früher zu beenden.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) ruft auch die Beschäftigten im Landkreis Freising zu einer "Job-Klima-Pause" auf. Um am internationalen Protesttag teilzunehmen, sollen Arbeitnehmer zum Beispiel eine längere Mittagspause einlegen. Das sei ein wichtiges Signal, heißt es in einer Presseerklärung der IG Bau. Es sei "höchste Zeit", sich auch im Beruf über Themen wie Erderwärmung und CO2-Bilanz auszutauschen. Welche Folgen der Klimawandel bereits habe, zeige sich an der Forstwirtschaft und den verheerenden Schäden in den heimischen Wäldern. "Von der Fahrgemeinschaft zur Baustelle bis hin zur Sanierung undichter Bürofenster gibt es eine Menge, was man in Sachen Klimaschutz tun kann", so der IG-Bau-Bezirksvorsitzende Michael Müller. Die IG Bau Oberbayern appelliert zugleich an die Arbeitgeber, ihren Beschäftigten die Teilnahme an Klima-Demonstrationen am 20. September zu ermöglichen.