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Mehr Geld für Erzieherinnen:Eltern starten Petition

Bürgermeister Thaler will auch mit den kirchlichen Trägern reden.

(Foto: lukasbarth.com)

Besorgte Echinger Eltern fordern Lohnzuschlag für die örtlichen Erzieherinnen. Der Bürgermeister will nun mit allen Trägern sprechen.

Echinger Eltern haben mobil gemacht, um eine bessere Bezahlung der Erzieherinnen in der örtlichen Kinderbetreuung zu erreichen. Bei einer Online-Petition teilten über 600 Unterstützer die Forderung nach einer Arbeitsmarktzulage. Das Anliegen wurde Bürgermeister Sebastian Thaler am vergangenen Dienstag übergeben. Der hat nun unverzüglich eine Besprechung der in Eching engagierten Trägereinrichtungen von Kindertagesstätten einberufen, um Lösungsmöglichkeiten zu besprechen.

Arbeitsmarktzulage, höhere Gehaltseinstufungen, generelle Lohnzulagen oder vergünstigter Wohnraum: die Nachbarorte Echings im Ballungsraum München sind meist erfinderisch, um ausreichend Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen für die Kinderbetreuung zu akquirieren. Eching hat sich diesem "Preiskampf" bislang stets verweigert. Allmählich drohe das aber das Betreuungsangebot am Ort zu gefährden, mahnt die Petition, die vom Elternbeirat am "Haus für Kinder St. Andreas" initiiert wurde.

Der Bürgermeister sieht "ein richtiges Problem"

Der Bürgermeister bestätigte auf Anfrage "ein richtiges Problem" der Region. Man könne durchaus "über finanzielle Anreize nachdenken", sagte er. Ebenso stehe auf der Tagesordnung, "dem kommunalen Personal günstiges Wohnen anzubieten". Darüber müsse bei den kommenden Neubaugebieten nachgedacht werden.

Ohne irgendeinen finanziellen Anreiz "zum Ausgleich der hohen Lebenshaltungskosten in unserer Region" werde den Kinderbetreuungseinrichtungen in Eching "die Personalgewinnung sowie die Bindung des bestehenden Personals erschwert", mahnt die Elternbeiratsvorsitzende Marie-Louise Brezansky. Gefordert wird eine Arbeitsmarktzulage von 200 Euro pro Monat für pädagogisches Personal, "um den bisher möglichen und zukünftig nötigen Umfang der Kinderbetreuung in unserer Gemeinde zu erhalten".

Drei Stellen sind derzeit ausgeschrieben

Thaler sagte, dass die Kindertagesstätten der Gemeinde gerade drei Stellenausschreibungen offen hätten. In der Petition heißt es, dass "in vielen Kinderbetreuungseinrichtungen immer wieder händeringend Personal gesucht" werde. Die Ursachen der Schieflage und des daraus resultierenden Wettbewerbs um Personal müssten "in größerem Rahmen politisch-gesellschaftlich gelöst werden", räumt Brezansky ein, gleichwohl müssten "die Gemeinden ein Signal setzen für eine höhere Wertschätzung gegenüber der Kinderbetreuung und auch der Situation Rechnung tragen, dass gerade bei uns in vielen Familien beide Elternteile arbeiten wollen und müssen".

In Eching waren die Zulagen noch kein Thema, weil "die Not noch nicht groß war", wie Thaler sagt. Außerdem sei die Förderung einer einzelnen Berufsgruppe auch heikel. "Wir haben auch andere Mitarbeiter, die nicht gut verdienen", erinnert er.

Im Gemeindegebiet Eching gibt es neben Kindertagesstätten der Gemeinde auch Kindergärten, Krippen und Horte der beiden christlichen Kirchen, des Vereins "Lebenshilfe" und der Johanniter. Thaler will diese Träger nun die nächsten Tage an einen Tisch holen, die konkrete Personalsituation klären und Lösungsmöglichkeiten besprechen. Der Gemeinderat soll sich wohl Ende Juli damit befassen.