Maßnahmen für mehr Hortplätze Steigender Bedarf

Satzungen ändern und neue Gruppen bilden: Die Gemeinden im Landkreis wollen lange Wartelisten für Hortplätze vermeiden.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

In vielen Städten und Gemeinden des Landkreises sind freie Hortplätze rar. Um lange Wartelisten zu vermeiden, werden Satzungen geändert und neue Gruppen gebildet. Linderung könnte der Ausbau von Ganztagsklassen bringen.

Von Gudrun Regelein und Alexandra Vettori, Landkreis

Gerade erst haben sich Eltern in Freising erbost, weil im Familienzentrum der Lebenshilfe schon abzusehen ist, dass im kommenden Herbst nicht nur alle Kindergarten-, sondern auch alle Hortplätze vergeben sind, bevor überhaupt die Einschreibung stattfindet. Das wirft einmal mehr ein Schlaglicht auf die angespannte Situation der Kinderbetreuung. Engpässe gibt es regelmäßig, vor allem in Krippen und Horten. Dabei stehen allein in Freising derzeit 590 Hortplätze, 108 Plätze in der Mittagsbetreuung, 100 in der offenen und 125 in der gebundenen Ganztagsschule zur Verfügung. Aktuell werden 45 Prozent der Freisinger Grundschulkinder nachmittags betreut, Tendenz steigend.

Freising ist kein Einzelfall. Marzling hat kürzlich auf den steigenden Bedarf dahingehend reagiert, dass der Gemeinderat die Satzung für die Kindertageseinrichtungen änderte: Künftig dürfen nur noch Kinder, die in der Gemeinde leben und die Grundschule besuchen, in den Marzlinger Hort. Bis jetzt stand er auch älteren Kindern aus anderen Schulen offen. Aber im Vorjahr habe es eine extrem lange Warteliste für den Hort gegeben, berichtet Geschäftsleiterin Doreen Feil. Die 85 Plätze seien äußerst nachgefragt. Falls es künftig noch freie Kapazitäten gibt, können noch Gastkinder aus weiterführenden Schulen aufgenommen werden. Trotzdem denkt man in der Gemeinde über eine Erweiterung nach: "Wir würden gerne noch mehr Plätze anbieten können", sagt Feil.

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In Hallbergmoos gibt es derzeit 300 Plätze in zwei Horten, die so dicht belegt sind, dass sie nur mit Ausnahmegenehmigung übergangsweise betrieben werden dürfen. Der dritte Hort ist in Planung, er soll in Modulbauweise gebaut werden und bis Schuljahresbeginn im September fertig sein. 75 zusätzliche Plätze gibt es dann, im Rathaus geht man davon aus, dass sich die Situation damit entspannt. Denn gleichzeitig gibt es für die Grundschule eine Mittagsbetreuung, in der vor allem die Kinder untergebracht sind, die nicht so lange Buchungszeiten benötigen.

In Eching entlasten vier Ganztagesklassen die Situation

Im Echinger Rathaus ist Johanna Fütterer für das Fachgebiet Kinder-Jugend-Schule zuständig. Zahlen für das kommende Schuljahr gebe es noch nicht, doch konnten zumindest in den Vorjahren immer alle angemeldeten Kinder untergebracht werden, sagt Fütterer. Das liege vielleicht mit daran, dass es vier Ganztagsklassen in der Grundschule gibt, in jeder Klassenstufe eine. Im Gemeindegebiet gibt es derzeit 165 Hortplätze, ein Hort ist in Trägerschaft der Gemeinde, die anderen haben freie Träger. Die Plätze seien zwar ausreichend, meint Fütterer, aber dennoch gebe es Probleme. Das notwendige Betreuungspersonal zu finden, gestalte sich nämlich sehr schwierig. "Gerade auch, wenn jemand aufhört, ist es sehr mühsam, wieder jemanden zu finden", sagt sie. Derzeit sei die Situation im Gemeindehort noch entspannt, aber wie es bei den freien Trägern ausschaue, wisse sie nicht.

71 Hortplätze gibt es derzeit in Moosburg, heißt es aus dem Rathaus, Integrationsplätze inklusive. Im vergangenen Jahr habe es eine Warteliste gebeben, man habe aber schnell reagiert und für das im Herbst beginnende Schuljahr eine neue Gruppe mit 25 Plätzen geschaffen. Alle Anfragen konnten dadurch erfüllt werden. Wie in den meisten anderen Kommunen gibt es auch in Moosburg Kriterien bei der Vergabe der Plätze, berufstätige Eltern haben stets Vorrang. Zwar werde auch für das Schuljahr 2019/2020 damit gerechnet, dass die Plätze ausreichen. Dennoch sind schon jetzt Erweiterungen geplant - neue Schulkinderbetreuungsplätze sollen entstehen. In diese Richtung gehen die langfristigen Planungen ebenso in Freising: "Die offene und gebundene Ganztagessschule ist das Modell, das für die Zukunft die Betreuung der Schulkinder sicherstellen soll", sagt Pressesprecherin Christl Steinhart.

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