Zwischen Marzling und Langenbach:Vogel stoppt Regionalexpress - Bahnverkehr eine Stunde unterbrochen

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Bahn - Streik

Wegen eines Vogels musste ein Regionalexpress zwischen Marzling und Langenbach stoppen. (Symbolbild)

(Foto: dpa)

Der Zugführer bemerkt einen Schlag gegen den Triebwagen und befürchtet, einen Menschen angefahren zu haben. Ein Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr findet jedoch nur ein totes Tier.

Von Kerstin Vogel, Marzling

Ein Vogel hat am späten Mittwochabend den Regionalexpress zwischen Marzling und dem Langenbacher Bahnhof gestoppt, Zug und Fahrgäste für gut eine Stunde ausgebremst - und einen Großeinsatz von Polizei- und Feuerwehrkräfte inklusive Helikopter verursacht.

Es war eine Alarmierung, die man bei der Bundespolizei nicht gerne bekommt: Ein möglicher Personenunfall war gegen 22 Uhr für die offene Strecke zwischen dem Haltepunkt Marzling und dem Langenbacher Bahnhof im Landkreis Freising gemeldet worden. Dort stand der Regionalexpress RE 57937, dessen Fahrer zuerst einen Schatten wahrgenommen, dann einen Schlag verspürt hatte. Der Mann leitete eine Schnellbremsung ein und informierte die zuständige Bundespolizei, die nicht ausschließen konnte, dass der Zug mit einem Menschen kollidiert war und deshalb eine groß angelegte Suchaktion im Gleisbereich startete.

Zur allgemeinen Erleichterung fand sich dort schließlich ein toter Vogel. Dessen Fundort ließ zusammen mit anderen Spuren am Triebfahrzeug des Zuges darauf schließen, dass das Tier den vom Zugführer wahrgenommenen Schlag verursacht hatte, wie es seitens der Bundespolizei heißt.

Keiner der elf Fahrgäste wurde verletzt; der Zugführer wurde abgelöst. Die Bahnstrecke München - Landshut war gut eine Stunde für den gesamten Bahnverkehr gesperrt, wodurch es zu Beeinträchtigungen kam.

Vogelschlag ist nicht nur bei Flugzeugen ein Thema

Das Vogelschlag für Flugzeuge gefährlich werden kann, ist hinlänglich bekannt. Vögel, die bei Starts oder Landungen in die Triebwerke gesogen werden, sind ein alltägliches Problem im Luftverkehr. Während diese Zusammenstöße im Normalfall lediglich die Tiere mit dem Leben bezahlen, kann so ein Zwischenfall auch ernste Folgen haben, wie man spätestens weiß, seit 2009 der Pilot eines Airbusses kurz nach dem Start in New York einen "doppelten Vogelschlag" meldete und dann eine spektakuläre Notlandung im Hudson River hinlegte.

Geht es um Vogelschlag an Zügen, kommen so gut wie nie Menschen zu Schaden, wenn man von Verspätungen wie im aktuellen Fall einmal absieht. Das Eisenbahn-Bundesamt beruft sich bei diesem Thema auf "sieben verschieden angelegte Untersuchungen an deutschen und anderen europäischen Bahnstrecken, die 70 Tage bis mehrere Jahre dauerten". Diese Studien hätten gezeigt, "dass pro 100 Streckenkilometer jährlich rund 30 bis 6100 Vögel durch Vogelschlag sterben" - je mehr, je schneller die Züge auf den jeweiligen Strecken unterwegs sind.

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