Kommunalwahl in MarzlingUnterlegener CSU-Bürgermeisterkandidat ficht  Wahl an

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Wer den Chefposten im Marzlinger Rathaus (Archivbild) einnimmt, ist nach der Wahl vor zwei Wochen eigentlich klar. Doch Orhan Özdemir will seine Niederlage gegen Thomas Sellmeir nicht akzeptieren und fechtet die Wahl an.
Wer den Chefposten im Marzlinger Rathaus (Archivbild) einnimmt, ist nach der Wahl vor zwei Wochen eigentlich klar. Doch Orhan Özdemir will seine Niederlage gegen Thomas Sellmeir nicht akzeptieren und fechtet die Wahl an. Marco Einfeldt
  • Orhan Özdemir (CSU) fechtet seine deutliche Niederlage bei der Marzlinger Bürgermeisterwahl gegen Thomas Sellmeir an und spricht von Unregelmäßigkeiten.
  • Der Rechtsaufsichtsbehörde liegt bereits eine Wahlanfechtung vor, die von Amts wegen geprüft werden muss.
  • CSU-Kreisvorsitzender Florian Herrmann distanziert sich ausdrücklich von Özdemirs Vorgehen und sieht keinen Grund für eine Wahlanfechtung.
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Orhan Özdemir (CSU) spricht von Unregelmäßigkeiten und will seine Niederlage nicht akzeptieren. Der Rechtsaufsichtsbehörde liegt bereits eine Wahlanfechtung vor.

Von Gudrun Regelein, Marzling

Das Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl in Marzling war eindeutig. Zwei Kandidaten waren angetreten: Thomas Sellmeir von der neu gegründeten „Marzlinger Liste“ kam auf 80, 3 Prozent der Stimmen, Orhan Özdemir von der CSU 19,7 Prozent. Doch Özdemir will die klare Niederlage nicht akzeptieren und spricht von „Unregelmäßigkeiten vor und während der Wahl“. Inzwischen hat sich Staatsminister und CSU-Kreisvorsitzender Florian Herrmann zu Wort gemeldet. Er distanziert sich ausdrücklich von den Aussagen und dem Vorgehen Özdemirs.

Zu den „Unregelmäßigkeiten“, über die das Freisinger Tagblatt zuerst berichtete, zählt für Özdemir unter anderem, dass der Briefkasten für die Briefwahlunterlagen zum Teil nur von einer Person geleert worden sei.  Seiner Ansicht nach wäre hier ein Vier-Augen-Prinzip nötig gewesen.  Außerdem seien als Wahlhelfer ausschließlich Mitglieder anderer Parteien und Wählergruppen eingesetzt worden – nicht jedoch Vertreter der CSU. Befremdlich findet es dem Bericht zufolge Özdemir auch, dass es bei der Präsentation der Wahlergebnisse immer wieder zu technischen Problemen gekommen sei. Die Computersoftware sei wiederholt abgestürzt. All das wollte der unterlegene Bürgermeisterkandidat nicht auf sich beruhen lassen.

In einem Telefonat mit der Süddeutschen Zeitung sagte Özdemir, dass er erst einmal den abschließenden Bericht des Marzlinger Wahlausschusses abwarten wolle. „Dann überlege ich mir, was ich machen werde“, sagte er. Mehr wollte er dazu trotz mehrfacher Nachfragen nicht mehr sagen. Laut der Pressestelle des Landratsamts gibt es bereits eine Wahlanfechtung. „Wir müssen von Amts wegen die von Herrn Özdemir vorgebrachten Punkte auch prüfen“, sagt Pressesprecher Robert Stangl.

Der CSU-Kreisvorsitzende Florian Herrmann bezieht inzwischen eine eindeutige Position. „Ich distanziere mich ausdrücklich von der Vorgehensweise von Orhan Özdemir“, sagt Herrmann am Telefon. Er sehe „absolut keinen Grund“ für eine Wahlanfechtung. „Nur weil jemand von dem Wahlergebnis enttäuscht ist, rechtfertigt das diesen Schritt nicht.“ Es gebe keinen Anfangsverdacht, dass Unregelmäßigkeiten passiert seien; er habe volles Vertrauen in die kommunalen Behörden, „der Aufwand für einen korrekten Ablauf bei Kommunalwahlen ist sehr groß.“ Er habe Özdemir dringend abgeraten, diesen Weg einzuschlagen, weil er sinnlos sei. Für die Kommunalaufsicht bedeute das nur einen unnötigen Mehraufwand.

Auch der stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende Manuel Mück distanziert sich sehr deutlich von Özdemir. Er habe weder Zweifel am Ergebnis noch daran, dass bei der Wahl etwas nicht korrekt gelaufen sei, sagt er. Er selbst sei bereits oft Wahlhelfer gewesen, er kenne das Prozedere. Dass es bei der Bürgermeisterwahl in Marzling Manipulationen gegeben habe, sei abwegig.

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