Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung machte er es öffentlich: Martin Ernst wird im kommenden Jahr bei der Kommunalwahl nicht mehr antreten – nach nur einer Amtszeit zieht der Bürgermeister von Marzling im Landkreis Freising einen Schlussstrich. Grund dafür sei sein gesundheitlicher Zustand, sagt der 60-Jährige im Gespräch mit der SZ. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. „Ich habe mir das sehr lange überlegt und gründlich mit meiner Familie besprochen.“
Über 100 Termine am Abend und an Wochenenden
Das Amt des Bürgermeisters sei schön, aber auch herausfordernd und belastend. Im vergangenen Jahr habe er allein über 100 Termine am Abend und an den Wochenenden gehabt. Nach einem Herzinfarkt müsse er künftig besser auf seine Gesundheit achten, sagt Ernst. „Ich weiß nicht, ob ich den Job noch weitere sechs Jahre durchhalten würde.“ Die kommenden Monate werde er aber noch „voller Energie und Kraft zum Wohle der Gemeinde“ weiterarbeiten, betont der Bürgermeister. Wie es danach für ihn weitergeht, weiß er bereits. Martin Ernst wird in seinen früheren Beruf zurückkehren: Vor seiner Wahl zum Bürgermeister arbeitete der Sparkassenbetriebswirt als Finanzberater bei der Sparkasse Freising.
Martin Ernst, der keiner Partei angehört, sitzt seit 2002 für die CSU und Freien Wähler im Marzlinger Gemeinderat. Seit Mitte 2012 war er Zweiter Bürgermeister, im dritten Anlauf eroberte er dann 2020 in der Stichwahl gegen den Kandidaten der SPD, Thomas Sellmeir, den Chefsessel im Rathaus. Zukünftig wird Ernst auch nicht mehr im Gemeinderat vertreten sein, er werde sich bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr nicht mehr um ein Mandat bewerben, kündigt Ernst an. „Ich möchte einen endgültigen Schnitt machen.“

