MarzlingMarode Brücken bringen Gemeinde in Finanznot

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Millionenprojekt: Die Isarbrücke bei Marzling muss saniert oder neu gebaut werden.
Millionenprojekt: Die Isarbrücke bei Marzling muss saniert oder neu gebaut werden. Marco Einfeldt
  • Die Gemeinde Marzling muss zwei marode Brücken sanieren oder neu bauen, was zwischen 1,7 und 9,5 Millionen Euro kosten wird.
  • Die Isarbrücke erhielt bei der Prüfung 2024 die Note drei wegen gravierender Mängel, ein Baubeginn ist frühestens 2027 oder 2028 möglich.
  • Die bereits mit 6,3 Millionen Euro verschuldete Gemeinde kämpft seit Corona mit drastisch gesunkenen Gewerbesteuereinnahmen von jährlich 1,1 Millionen Euro.
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Gleich zwei Brücken in Marzling müssen saniert beziehungsweise neu gebaut werden. Der hoch verschuldeten Gemeinde gehören die beiden Bauwerke, sie muss für die millionenschwere Finanzierung aufkommen.

Von Gudrun Regelein, Marzling

Dass sich die große Isarbrücke in Marzling, einer kleinen Gemeinde vor den Toren Freisings, in einem maroden Zustand befindet, ist schon seit Langem bekannt. Nun aber steht fest, dass eine Sanierung – schlimmstenfalls sogar ein Neubau – geschehen muss. Die geschätzten Kosten belaufen sich von etwa 1,2 Millionen Euro bis hin zu neun Millionen Euro, je nachdem, was passiert. Die Isarbrücke ist aber nicht die einzige Brücke, die Sorgen bereitet. Auch eine kleinere Brücke über den Fehlbach ist sanierungsbedürftig, hier ist ein Neubau notwendig. Die kleine Gemeinde hat nun ein großes Problem. Denn ihr gehören beide Brücken – und sie ist damit für die Finanzierung zuständig. Wie sie das bei der enormen Verschuldung stemmen soll, steht in den Sternen.

Note drei: Die Isarbrücke hat laut Prüfungsergebnis gravierende Mängel.
Note drei: Die Isarbrücke hat laut Prüfungsergebnis gravierende Mängel. Marco Einfeldt

Die Schäden wurden bei einer Brückenhauptprüfung im vergangenen Jahr entdeckt, berichtet Bürgermeister Martin Ernst. Im Prüfbericht des beauftragten Ingenieurbüros Brandl+Eltschig heißt es, die Isarbrücke befinde sich in einem „nicht mehr ausreichendem Bauwerkszustand“, sie bekam die Note drei. Drei Kriterien spielten bei der Bewertung eine Rolle: Standsicherheit, Dauerhaftigkeit und Verkehrssicherheit, erklärt Felix Schmidt, einer der Prüfer des Ingenieurbüros. Vor allem bei der Dauerhaftigkeit wurden gravierende Mängel festgestellt: „Bei der Untersuchung mit dem Hammer gab es Abplatzungen des Betons.“

Eine Betonsanierung sei auf jeden Fall notwendig, daneben eine Erneuerung der Übergangskonstruktion, der Gehwege, des Asphaltbelags und des Geländers. „Das sollte zeitnah in Angriff genommen werden, eine zu lange Wartezeit würde eventuell eine Instandsetzung unmöglich machen“, sagt Schmidt. Bevor aber gestartet werden kann, werde es noch weitere Untersuchungen geben, „in das Innere des Brückenbauwerks konnten wir ja nicht schauen.“ Das brauche Zeit, sagt der Ingenieur. „Ein Baubeginn 2027 oder 2028 wäre bestenfalls möglich.“

Der Verkehr über die stark frequentierte Brücke, die nicht nur die Verbindung zum Ortsteil Riegerau herstellt, sondern auch als Zufahrt zur Autobahn und Richtung Flughafen genutzt wird, könne aber weiterhin fließen, berichtet der Bürgermeister. „Eins ist klar: Wir brauchen die Isarbrücke“, betont Ernst. Eine Lösung müsse gefunden werden. Er hofft, dass eine Sanierung ausreichen werde. „Ein Neubau bedeutet für uns finanziell gesehen den Worst Case.“ Die Gemeinde sei bereits hoch verschuldet, derzeit beläuft sich der Schuldenstand auf etwa 6,3 Millionen Euro.

Große Aufgaben und eine große Verantwortung

Auch die kleinere Brücke über den Fehlbach wurde 2025 überprüft, auch sie erhielt die Note drei. Bei dieser sind die Schäden jedoch so groß, dass eine Sanierung weder wirtschaftlich noch technisch sinnvoll ist. Der Neubau wird etwa 500 000 Euro kosten. „Angesichts leerer Kassen sind das große Aufgaben und eine große Verantwortung“, sagt Ernst. Man werde zunächst abklären müssen, welche Förderungen möglich seien. Seit Corona seien in der Gemeinde die Gewerbesteuereinnahmen drastisch gesunken, in den fünf Jahren nach 2019 jährlich um gut 1,1 Millionen Euro. „Das notwendige Geld fehlt, und die große Politik lässt uns hängen.“

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