Lob vom Gesundheitsamt Im Prinzip ausgezeichnet

Das Becken des Nandlstädter Waldbades ist mittlerweile gereinigt und wieder befüllt worden. Am Montag wurden erneut Proben genommen, die nun untersucht werden.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die 22 Badegewässer im Landkreis werden regelmäßig kontrolliert, ihre Qualität ist größtenteils einwandfrei. Im Nandlstädter Waldbad und beim Teich in Mittermarchenbach besteht jedoch mittelfristig Handlungsbedarf.

Von Peter Becker, Freising

Mittelfristig müssten sich die Eigentümer des Nandlstädter Waldbads und des Biobadeteiches bei Mittermarchenbach überlegen, wie sie eine Gesundheitsgefährdung von Badenden in ihren Gewässern ausschließen können. Das kündigten Landrat Josef Hauner (CSU) und Lorenz Weigl, der Leiter des Freisinger Gesundheitsamts, während eines Sommer-Pressegesprächs an. In diesem ging es unter anderem um die Wasserqualität der insgesamt 22 Badegewässer im Landkreis Freising. Diese ist im Prinzip ausgezeichnet. Doch für Unruhe sorgte vor Kurzem die Sperre des Nandlstädter Waldbads. Bei einer Probe hatte sich ein erhöhter Wert des Bakteriums Escherichia coli ergeben. Das Becken ist mittlerweile gereinigt und wieder befüllt worden. Am Montag hat das Gesundheitsamt Wasserproben entnommen, die jetzt untersucht werden. Mit dem Ergebnis rechnet man gegen Ende der Woche. Krankheitsfälle, die damit im Zusammenhang stünden, seien aus Nandlstadt nicht bekannt, sagte Hauner. "Doch die Bürger möchten ruhigen Gewissens zum Baden gehen", fügte er hinzu. Aufgrund der Schließung des Waldbades sei das Landratsamt jetzt öfters mit Fragen konfrontiert, welche die Qualität der Badegewässer beträfen. Fünf der 22 Badeseen im Landkreis zählen zu den EU-Badegewässern. Diese werden nach verbindlichen Normen überprüft, ob sie gesundheitsbeeinträchtigende Krankheitserreger enthalten. Anglberger Moos, der Echinger See, Haager Badesee, Neufahrner Mühlsee und die Stoibermühle sind die fünf EU-Gewässer im Landkreis. Das Freisinger Landratsamt hat sie jüngst untersucht und festgestellt, dass deren Wasserqualität einwandfrei ist. Dazu gibt es 15 "sonstige Badestellen" im Landkreis, wie etwa die Pullinger Weiher oder den Aquapark bei Moosburg. Auch sie werden vom Gesundheitsamt regelmäßig mikrobiologisch untersucht. Sollte es Auffälligkeiten geben, werden Badegäste über eine entsprechende Beschilderung informiert. Etwa über das Vorkommen von Zerkarien. Auch heuer seien wieder einzelne Vorkommnisse vom Pullinger Weiher gemeldet worden, sagte Weigl. Zerkarien sind Parasiten, die eigentlich auf Enten und anderes Wassergetier spezialisiert sind. Trotzdem bohren sie sich auch in die Haut von Menschen, wo sie dann rasch absterben. Manch einer reagiert darauf allergisch und es kommt zu einer sogenannten Badedermatitis mit juckendem Hautausschlag. "Das ist lästig", sagte Weigl. Gesundheitsschädlich sei es aber nicht. Um Befall zu vermeiden, rät Weigl, rasch ins tiefere Wasser zu schwimmen, wo sich die Parasiten nicht aufhalten und sich nach dem Baden mit dem Handtuch "tüchtig abzurubbeln". Verzichtet werden sollte an den Badeseen darauf, Enten zu füttern, da sie ja der eigentliche Grund für das Vorkommen der Parasiten sind.

Parasiten und Bakterien sind Gefährdungen, mit denen Erholungssuchende rechnen müssen, wenn sie natürliche Gewässer einem Schwimmbad vorziehen. Das gilt insbesondere für die zwei Badeteiche im Landkreis, das Nandlstädter Waldbad und den Teich in Mittermarchenbach. "Dort findet keine Desinfektion statt", erläuterte Weigl. Schilfgürtel oder Sandfilter könnten helfen, die Wasserqualität zu verbessern.

Eine eigene Kategorie bilden Fließgewässer, die das Gesundheitsamt allerdings nicht untersucht. Landrat Josef Hauner gab zu Bedenken, dass alle Fließgewässer Vorfluter für Kläranlagen seien. Jeder müsse daher für sich selbst entscheiden, ob er sich in so einem Gewässer erfrischen möchte. "Die Isar ist die Ausnahme", fügte er hinzu. Sie gilt als keimarm, da am Oberlauf alle Klärwasser, die in sie hineinlaufen, ultraviolett bestrahlt werden.