SZ Gute WerkeHilfe stößt an Grenzen

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Die Helfer bei der Freisinger Tafel von links: Klaus Grottenthaler, Karl Lamprechtinger, Hans Haupt, Levinia Silberbach (Gasthelferin) und Maria Schuhbauer.
Die Helfer bei der Freisinger Tafel von links: Klaus Grottenthaler, Karl Lamprechtinger, Hans Haupt, Levinia Silberbach (Gasthelferin) und Maria Schuhbauer. Marco Einfeldt
  • Die Freisinger Tafel versorgt wöchentlich bis zu 300 Abholer, die für insgesamt 600 Personen Lebensmittel abholen.
  • Wegen steigender Kundenzahl wurde ein Zwei-Wochen-Rhythmus eingeführt: abwechselnd werden ukrainische Flüchtlinge und Stammkunden versorgt.
  • Tafel-Vorsitzender Schimmerer befürchtet weniger Lebensmittelspenden, da Supermärkte durch KI-gestützte Bedarfsplanung weniger Überschuss haben werden.
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Ein längerer Aufnahmestopp konnte bei der Tafel Freising bislang verhindert werden, dort werden die Kunden in einem Zwei-Wochen-Rhythmus versorgt. Der Tafel-Vorsitzende Manfred Schimmerer blickt aber mit Sorge in die Zukunft.

Von Gudrun Regelein, Freising

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Eine kleine Gruppe von Menschen steht an diesem grauen Dezembernachmittag schon vor der Öffnungszeit vor der Tafel in Freising und wartet geduldig. Pünktlich um 14 Uhr geht die große Eingangstür auf, die Ausgabe beginnt. Bis zu 300 Abholer kommen wöchentlich, sagt Tafel-Vorsitzender Manfred Schimmerer. Viele von ihnen holen aber nicht nur für sich gespendete Lebensmittel – wie Obst, Gemüse, Backwaren, Molkereiprodukte, Wurst - und Hygieneprodukte –, sondern für die ganze Familie. „Das bedeutet, dass wir wöchentlich bis zu 600 Personen versorgen.“

Immer mehr der gut 970 Tafeln in Deutschland sind am Limit. Ein Grund dafür ist die Inflation, ein anderer die hohe Zahl an geflüchteten Menschen, die auch dort versorgt werden. Die Zahl der Kunden steigt, die Lebensmittelspenden aber werden geringer. Viele Ausgabestellen müssen Lebensmittel rationieren oder Aufnahmestopps verhängen. Etwa ein Viertel der Tafeln kann vorübergehend keine neuen Kunden mehr aufnehmen und führt Wartelisten. „Wir mussten das zum Glück nur kurzfristig Ende 2024 für wenige Monate machen. Damals überschritt die Zahl der geflüchteten Menschen die von uns gesetzte Grenze von 350 Abholern“, sagt Schimmerer.  Für so viele Menschen reichten die Lebensmittel einfach nicht aus.

Schon 2022 stand die Freisinger Tafel kurz vor einem Aufnahmestopp, entschied sich damals dann aber, einen Zwei-Wochen-Rhythmus einzuführen: In einer Woche werden seitdem die vielen ukrainischen Flüchtlinge versorgt – derzeit sind es etwa 290 bis 300 – in der anderen die sogenannten Stammkunden. Das sind aktuell etwa 230 Haushalte. Darunter sind viele Großfamilien, bis zu fünf Personen werden durch einen Abholer versorgt. Unter dem Strich bleibe die ausgegebene Lebensmittelmenge pro Woche also etwa gleich, sagt Schimmerer.

Neben den vielen Familien zählen Menschen, die eine staatliche Leistung – wie Wohngeld, Bürgergeld oder Grundsicherung bei Erwerbsminderung – beziehen, zu den Stammkunden. Auch Seniorinnen und Senioren kommen zur Tafel. „Aber nicht sehr viele, es gibt sicher viele, die eigentlich berechtigt wären, aber das aus Scham nicht in Anspruch nehmen“, sagt Schimmerer.

Schon vor Beginn der Ausgabe bildet sich vor der Eingangstür der Tafel eine Menschenschlange.
Schon vor Beginn der Ausgabe bildet sich vor der Eingangstür der Tafel eine Menschenschlange. Marco Einfeldt

Eine 85-jährige Frau aber kommt fast immer. Die alte Dame bezieht nur eine geringe Rente, weit über die Hälfte davon gibt sie für die Miete aus. „All ihre Versuche, eine günstigere Wohnung zu finden, sind gescheitert“, erzählt Schimmerer. „Ihr bleiben im Monat nur etwa 500 Euro zum Leben übrig.“ Die Seniorin kommt bei jedem Wetter mit dem Rad, sie schiebt es, um so ihren Einkauf transportieren zu können. „Sie ist sichtlich dankbar dafür“, sagt Schimmerer. „Jedes Mal, wenn sie ihre Ware bekommen hat, faltet sie die Hände und nickt.“

Notfalls könne man mit Spenden – unterer anderem von SZ Gute Werke – etwas dazukaufen. „Das hilft uns wirklich sehr.“ Manfred Schimmerer blickt aber mit Sorge in die Zukunft: Immer mehr Discounter und Supermärkte würden eine KI-gestützte Bedarfsplanung machen und entsprechend Ware bestellen. „Das bedeutet, dass weniger Lebensmittel für uns übrig bleiben werden.“ Umso wichtiger werden zukünftig Spenden, auf die man im Notfall zurückgreifen könne, sagt Schimmerer. „Wir sind sehr froh, diesen Puffer zu haben.“

So können Sie spenden

Wer helfen will, wird um ein Geldgeschenk gebeten, Sachspenden können leider nicht entgegengenommen werden. Bareinzahlungen sind im SZ Servicepunkt, im Kaufhaus Ludwig Beck, Eingang Dienerstraße, 1.OG., Marienplatz 11, möglich. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr. Banküberweisung an: SZ Gute Werke e.V.HypoVereinsbankIBAN: DE04 7002 0270 0000 0822 28BIC: HYVEDEMMXXXSicher online spenden können Leserinnen und Leser im Internet unter www.sz-gute-werke.de.

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