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Langenbach:"Sie ist ein Glücksfall"

Bürgermeister Josef Brückl freut sich mit der Wahlsiegerin Susanne Hoyer. Die Verwaltungsfachfrau setzt sich klar gegen zwei Mitbewerber durch.

Mit Susanne Hoyer (FW und CSU) hat die klare Favoritin das Rennen in Langenbach gemacht. Ihre beiden Konkurrenten Albert Neumair (FWO) und Jürgen Hauser (SPD) hat sie klar hinter sich gelassen. Foto: Jessensky

Ein grandioser Start-Ziel-Sieg ist Susanne Hoyer als Bürgermeister-Kandidatin gelungen. Mit 61,4 Prozent der gültigen Stimmen wurde die von CSU und Freien Wählern auf den Schild gehobene bisherige Bauamtsleiterin der Gemeinde neue 1. Bürgermeisterin. SPD-Mitbewerber Jürgen Hauser brachte es auf 20,0 Prozent und Albert Neumair als Kandidat der Freien Wähler Oberhummel (FWO) auf 18,5. Die Wahlbeteiligung betrug 62,4 Prozent.

Susanne Hoyer hatte insgeheim auf einen glatten Sieg gehofft, den ihr Insider aber längst prophezeit hatten. Auch Bürgermeister Josef Brückl gab im Rathaus in lockerer Runde noch am Tag vor der Wahl einen Tipp zwischen 55 und 60 Prozent ab. Im Wahlkampf, der überwiegend sachlich verlaufen war, hatte Susanne Hoyer bereits als absolute Verwaltungsfachfrau glänzen können. Die Volljuristin hatte sich bereits in den zwölf Jahren ihrer Rathaustätigkeit zur unentbehrlichen Allrounderin entwickelt. Sie werde sich unverzüglich mit ihrem Team zusammensetzen, sagte Hoyer nach der ersten Siegesfreude, um ihre bisherige Tätigkeit neu zu organisieren. Aller Voraussicht nach dürfte dies rathausintern, ohne Neueinstellung, gelingen. Sie wolle sich nicht ändern, fügte sie hinzu, sondern die Gleiche bleiben, auch in Chefinnen-Funktion. Susanne Hoyer war zwar von CSU und Freien Wählern aufgestellt worden, wollte aber von Anfang an Bürgermeisterin aller Langenbacher sein. Hinter ihrem Namen wird man künftig in Klammern "überparteilich" schreiben. Ihre Arbeit als 1. Bürgermeisterin wird sie unter Zuhilfenahme ihres sehr detaillierten Wahlprogramms als "roten Faden" angehen. Sie wolle das Vertrauen der Wähler zurückgeben und ab der ersten Stunde konzentriert arbeiten, wobei sie davon ausgehe, dass sie aufgrund ihrer bisherigen Tätigkeit nur eine kurze Findungsphase brauchen werde. Schwerpunkte werden die angespannte Finanzlage und die Baulandausweisung sein.

Beide Gegenkandidaten hatten mit einer Stichwahl gerechnet. Bei einer Podiumsdiskussion hatte Albert Neumaier (FWO) kürzlich noch geäußert, sollte einer der drei Aspiranten die absolute Mehrheit erreichen, so werde diesem seine ungeteilte Wertschätzung und Zusammenarbeit zukommen. Neumaier stand nun, gleichwohl enttäuscht über sein Ergebnis, das ihm nicht einmal in seinem Heimat-Stimmbezirk Oberhummel die Mehrheit beschert hatte, zu seinen Worten und gratulierte Hoyer herzlich.

Eine weitere Enttäuschung blieb Neumair an diesem Abend erspart: Die Wahlbeteiligung, die sich in der Auszählphase der fünf Stimm- plus zwei Wahlbriefbezirke recht kümmerlich entwickelt hatte, überschritt letztlich doch die 60 Prozent-Marke, die Neumair als "richtiggehend traurig" sieht. Hoyer hingegen sah in der niedrigen Wahlbeteiligung eher ein Signal, dass Langenbach nicht zu den Gemeinden gehöre, in denen es heiße Kämpfe gegeben habe und die Bürger zufrieden seien. Bereits das erste Zwischenergebnis nach Auszählung eines einzigen Stimmbezirks hatte Hoyer mit 63,6 Prozent als klare Wahlsiegerin erwarten lassen. Das Endergebnis stand den ganzen Abend über nie in Frage.

Langenbach hat rund 3100 Wahlberechtigte, von denen 835 Briefwahl machten. Gratulationen für die Siegerin kamen auch von SPD-Bewerber Jürgen Hauser, der nach der ersten Enttäuschung aber zumindest sein Ergebnis als kommunalpolitischer Neuling durchaus beachtlich fand.

Bürgermeister Josef Brückl, noch bis zum 30. April im Amt, sagte, er freue sich riesig. Es sei einmalig in der Geschichte Langenbachs, dass eine Frau Bürgermeisterin geworden sei. Susanne Hoyer sei eine Spitzenkraft im Rathaus (gewesen) und habe die Fähigkeit, die Gemeinde in eine gute Zukunft zu führen. "Sie ist ein Glücksfall."