Landtagswahl in Freising Die Sensation bleibt aus

CSU-Kandidat Florian Herrmann erobert das Direktmandat am Ende doch relativ deutlich. Grünen-Konkurrent Christian Magerl punktet vor allem in den von der Startbahn betroffenen Orten

Von Birgit Goormann-Prugger

Ein Küsschen von Ehefrau Renate gab es für Florian Herrmann, der sich nach einem spannenden Wahlabend wieder das CSU-Direktmandat sichern konnte. "Ich war überzeugt davon, dass ich es schaffe", sagte er.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Sensation ist Christian Magerl nun doch nicht gelungen. Der Landtagskandidat der Grünen hat das Direktmandat verpasst, nach 23 von 24 Stimmkreisen hieß es 25,76 Prozent für Magerl und 38,45 für Herrmann. Magerl musste damit seinem Konkurrenten Florian Herrmann (CSU) nach einem spannenden Wahlabend erneut den Vortritt lassen. Die Wahlbeteiligung im Landkreis lag bei rund 68,11 Prozent und damit über dem bayerischen Landesdurchschnitt von 64,8 Prozent. 2008 lag die Beteiligung bei den Landtagswahlen bei lediglich bei 62,2 Prozent. Das Endergebnis stand erst weit nach 23 Uhr fest. Die große Zahl an Briefwählern hatte die Auszählung der Stimmen diesmal deutlich verzögert. Vor allem Nandlstadt, Neufahrn, Eching und die große Kreisstadt Freising hatten die gespannten Beobachter im großen Sitzungssaal des Landratsamtes lange warten lassen.

Gammelsdorf war - wie schon so oft - die erste Gemeinde, die ihr Ergebnis meldete. Ein klare Sache für Herrmann mit 62,82 Prozent. Magerl kam dort auf 11,69 Prozent. Nach zwölf von 24 ausgezählten Gemeinden hatte es für Magerl durchaus noch Hoffnung gegeben. Die Großgemeinden Neufahrn, Eching und Moosburg fehlten zu diesem Zeitpunkt noch und es stand 44,2 (Herrmann) zu 20,6 (Magerl). Vor allem aber hoffte er natürlich auf das Ergebnis aus der Stadt Freising, schließlich hatte es im nahen Marzling schon gut für ihn ausgesehen. Mit 40 zu 29 Prozent lag der Grüne dort deutlich vor seinem Konkurrenten. In Freising erzielte Magerl dann tatsächlich 40,7 Prozent Herrmann kam auf 25,23. Zuvor schon hatte Kranzberg mit seiner aktiven Bürgerinitiative gegen Fluglärm einen Trend für Magerl gesetzt. Herrmann (34,5 Prozent) und Magerl (30,4 Prozent) lagen dort fast gleichauf. Doch nach 22 von 24 Stimmkreisen stand es 26,15 (Magerl) gegen 38,06 (Herrmann) und es war klar, dass der Grünen-Kandidat auch diesmal wieder den Kürzeren ziehe würde. Vor allem in den kleinen Landgemeinden konnte Herrmann kräftig punkten.

Magerl war schon früh in der Wahlzentrale im großen Sitzungssaal des Landratsamtes erschienen. Herrmann ließ sich erst weit nach 22 Uhr blicken, als sicher war, dass man ihm das Direktmandat nicht mehr nehmen konnte. Er kam mit Entourage und wurde von seinen Anhängern mit donnerndem Applaus empfangen. "Mir war immer klar, dass es eng wird", sagte er, "aber ich war auch überzeugt davon, dass ich es schaffen kann". Magerl freute sich vor allem über sein starkes Ergebnis in Freising, "Das war ein klares Nein zur dritte Startbahn, genauso wie in Marzling und Kranzberg." Doch es war ihm anzusehen, dass er mehr erwartet hatte. Seinem Konkurrenten gratulierte er dennoch fair per Handschlag.

Enttäuschend verlief die Landtagswahl für den SPD-Kandidaten Peter Warlimont. Er vermutete, dass die CSU-Plakataffäre Magerl genützt, ihn indes Stimmen gekostet hatte. Warlimont steigerte das bescheidene Erststimmenergebnis von Hubert Schwarzer bei den Landtagswahlen im Jahr 2008 nur um knapp zwei Prozent. "Es ist eben ein Wahlkreis mit vielen Besonderheiten, einem starken grünen Kandidaten und traditionell starken Freien Wählern", so der SPD-Kandidat.

Als durchaus beachtlich kann man das Abschneiden von Benno Zierer, Landtagskandidat der Freien Wähler, bezeichnen. Manfred Pointner sah am Wahlabend durchaus noch Chancen für Zierer. "Rund 12 000 Erststimmen könnten für ihn sogar reichen", so Pointners Einschätzung. Auch Pointner selber muss die endgültige Auszählung abwarten. "Ich hoffe, dass es reicht, war mir aber durchaus des Risikos bewusst, nur auf der Liste zu kandidieren."

Zierer war mit seine Ergebnis zufrieden. "Das wäre ja ein Unverschämtheit, wenn ich sagen würde, ich wäre unzufrieden, wenn man sieht, wie nah ich an Christian Magerl dran bin." Etwas mehr hätte sich Zierer indes von den Wählern in der Hallertau erwartet, "vor allem, weil die Fraktion der Freien Wähler sich von Anfang an für den Bau der Realschule in Au ausgesprochen hat", sagte er. Abgestürzt ist die FDP im Landkreis Freising. Deren Direktkandidat konnte 2008 noch 6,9 Prozent erzielen. Berthold Manke kam nur auf 2,0 Prozent.