Landschaftspflegeverband:Juwel vor der Haustür

Stadt beteiligt sich an Wiesenbrüterprojekt bei Thonstetten

Von Alexander Kappen, Moosburg

Der Name klingt etwas sperrig. Aber das ist nebensächlich, denn von der Sache her, da waren sich die Mitglieder des Moosburger Stadtrats in der Sitzung am Montagabend einig, ist es ein unterstützenswertes Projekt. Der Landschaftspflegeverband Freising wird sich bei Thonstetten in diesem und in den kommenden vier Jahren um ein Wiesenbrütergebiet kümmern. Es gehört zur "Modellregion Freisinger Ampertal Mehrwert", die sich auf insgesamt vier Gemeinden erstreckt und Teil des "Bundesprojekts Biologische Vielfalt: Landschaft + Menschen verbinden - Kommunen für den bundesweiten Biotopverbund" ist. Moosburg, so sieht es der einstimmige Stadtratsbeschluss vor, beteiligt sich bis 2024 mit insgesamt 80 000 Euro an dem Vorhaben.

"Wir mussten uns richtig dafür bewerben", sagte Matthias Maino, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands, bei der Vorstellung des Projekts. Letztlich seien bundesweit drei der Bewerber übrig geblieben. Neben Freising sind das noch der Landschaftspflegeverband Rügen sowie die Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim. An der Modellregion Freisinger Land sind außer der Stadt Moosburg auch die Gemeinden Haag, Langenbach und Marzling beteiligt. Für das zu Moosburg gehörende Wiesenbrütergebiet bei Thonstetten übernimmt die Stadt zehn Prozent der Kosten. 15 Prozent übernimmt der Bayerische Naturschutzfonds, der Löwenanteil von 75 Prozent wird aus Bundesmitteln finanziert. Moosburg steuert quasi als Anschubfinanzierung noch in diesem Haushaltsjahr außerplanmäßig 5000 Euro bei, in den kommenden Jahren fallen dann 35 000 Euro (2021), 13 000 Euro (2022), 16 000 Euro (2023) und 11 000 Euro (2024) an.

Der Projektplan sieht etwa die Umwandlung von Acker- in Extensivgrünland, Grabenaufweitungen mit kleinen Seigen (Flachwasserzonen) und eine Extensivbeweidung mit Wasserbüffeln vor. Außerdem sollen zehn Weißstorchhorste angebracht, eine Beobachtungsplattform für das Wiesenbrütergebiet errichtet, Infofahrten, Führungen und Exkursionen angeboten und Werbebroschüren erstellt werden. Bei der Umsetzung des Projekts sollen auch die Landwirte ins Boot geholt werden, "ohne sie geht es nicht", bekräftigte Maino.

Der Moosburger Bürgermeister Josef Dollinger (FW) war ganz angetan von dem Wiesenbrütergebiet. Mit dem früheren Leiter der Stadtgärtnerei und aktuellen Ortssprecher von Thonstetten, Sebastian Kreitmeier, "haben wir vor ein paar Wochen eine Informationsfahrt dorthin gemacht - das ist eine wundervolle Natur, man hat gesehen, welche Schätze wir in unserer unmittelbaren Nähe haben", sagte Dollinger: "Die Kostenbeteiligung von zehn Prozent ist es auf alle Fälle wert."

Ihre Fraktion begrüße das Projekt, sagte auch Evelin Altenbeck von den Grünen. "Wir waren bei der Ortsbegehung sehr beeindruckt, was in dem Gebiet bisher schon passiert ist", sagte sie. Die Stadträtin der Grünen erkundigte sich außerdem, über wen der Kontakt der Stadt Moosburg zu dem Projekt unter der Leitung des Landschaftspflegeverbands künftig laufen solle. "Sebastian Kreitmeier sitzt ja bei uns im Vorstand, zu ihm habe ich eh ständig Kontakt", sagte Matthias Maino.

Für den Bürgermeister war es ganz klar, dass Kreitmeier auch künftig der Ansprechpartner in der Angelegenheit sein soll: "Man wird keinen Besseren finden, um die Stadt Moosburg in diesem Bereich zu vertreten." Obwohl es nicht unbedingt nötig gewesen wäre, ließ Dollinger als Vertrauensbeweis Kreitmeier offiziell vom Stadtrat als Vertreter für das Projekt bestimmen und bekräftigte noch einmal dessen Bedeutung: "Das kommt ganz Moosburg und Umgebung zu Gute, weil das ein Juwel ist."

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