"Räume der Mobilität":Chance für die Verkehrswende

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"Räume der Mobilität": Der Landkreis Freising kämpft seit Jahren um die Verlängerung der U6 in den Landkreis hinein. Die Teilnahme als Gesellschafter an der Internationalen Bauausstellung in der Metropolregion München sieht er als Chance, dieses Ziel zu erreichen.

Der Landkreis Freising kämpft seit Jahren um die Verlängerung der U6 in den Landkreis hinein. Die Teilnahme als Gesellschafter an der Internationalen Bauausstellung in der Metropolregion München sieht er als Chance, dieses Ziel zu erreichen.

(Foto: Robert Haas)

Landkreis Freising soll Gesellschafter der Internationalen Bauausstellung in der Metropolregion München werden.

Von Peter Becker, Freising

Der Landkreis Freising soll als Gesellschafter der Internationalen Bauausstellung (IBA) in der Metropolregion München auftreten. Diese Empfehlung an den Kreistag hat der Planungsausschuss des Kreistags mehrheitlich ausgesprochen. Das Motto der IBA lautet "Räume der Mobilität". Dass sich der Landkreis Freising an der Ausstellung beteiligt, ist längst beschlossene Sache. Dem hatte der Planungsausschuss prinzipiell schon 2019 zugestimmt. Jetzt geht es darum, ob er auch als Gesellschafter auftritt. Die Verwaltung rät dringend dazu. Gratis ist diese Gesellschafterfunktion aber nicht zu haben. Für die nächsten zehn Jahre muss die Kämmerei pro Jahr 150.000 Euro dafür in den Haushalt einstellen.

Die IBA selbst läuft zehn Jahre, Präsentationsjahr für die innovativen Projekte ist 2032. Sie ist die erste ihrer Art, die explizit Mobilität in den Mittelpunkt stellt. Das Besondere an ist, dass die Trägerschaft vornehmlich in den Händen der Kommunen liegt. "Sie bildet damit den gemeinsamen Gestaltungswillen und die Innovationskraft der Städte, Landkreise und Gemeinden in der Metropolregion München ab", heißt es in der Beschreibung der IBA. Weitere Partner sind die Wirtschaft, die Zivilgesellschaft, die Hochschulen sowie die Forschung.

Ideen und Projekte werden entwickelt, die einen Wandel herbeiführen sollen.

Eine IBA ist nicht mit einer traditionellen Baumesse vergleichbar. Diese ist meist auf einen engen Zeitraum begrenzt. Im Gegensatz dazu werden in einem definierten längeren Zeitraum neue Ideen und Projekte umgesetzt, die einen Wandel herbeiführen sollen. Im aktuellen Fall ist das die Mobilität. Mit den Werkzeugen der Stadt- und Raumentwicklung solle gezeigt werden, wie der Mobilitätswandel gestaltet werden könne, heißt es in der Beschreibung.

Für die Gesamtdauer der IBA ist ein Budget von etwa 30 Millionen Euro nötig, um deren Arbeitsfähigkeit zu gewährleisten. Für die teilnehmenden Partner gibt es eine Mindestbeteiligungsschwelle am Stammkapital. Für den Landkreis ist das gleichbedeutend mit einer Summe von 150.000 Euro, mit welcher er sich in den nächsten zehn Jahren als Gesellschafter beteiligen kann. Das empfiehlt die Verwaltung dringend. Begründung dafür ist die Nähe zum Münchner Flughafen. Und als wachstumsstarker Landkreis in der Metropolregion sollte er sich die Chance nicht entgehen lassen, sich selbstbewusst in dem wichtigen Gremium zu präsentieren. Damit könne man sich in internationalem Kontext als einer der Hauptakteure präsentieren, wirbt die Verwaltung. Sie geht davon aus, dass sich eine Beteiligung positiv auf die städtebauliche und die Mobilitätsentwicklung auswirke.

"Räume der Mobilität": 6000 Radler täglich werden für die insgesamt etwa 25 Kilometer lange Trasse von der Landeshauptstadt in Richtung Osten über Poing bis nach Markt Schwaben prognostiziert.

6000 Radler täglich werden für die insgesamt etwa 25 Kilometer lange Trasse von der Landeshauptstadt in Richtung Osten über Poing bis nach Markt Schwaben prognostiziert.

(Foto: Catherina Hess)

Kritiker sehen die Gefahr sich zu verzetteln

"150.000 Euro pro Jahr sind nicht gerade wenig", stellte Michael Stanglmaier (Grüne) fest. Doch die Mobilität sei das Sorgenkind des Klimaschutzes. Stanglmaier sieht die Rolle eines Gesellschafters in der IBA als "große Chance für den Landkreis", insbesondere auch für die Verlängerung der U-Bahnlinie U6 in den Landkreis hinein oder für einen Radschnellweg nach München. Josef Deliano (CSU) ist weniger begeistert. Es gebe genügend Projekte im Landkreis, sagte er. Es bestehe Gefahr, sich zu verzetteln. Das Geld sei anderweitig besser verwendet. Die SPD sieht eine Beteiligung des Landkreises als Gesellschafter eher skeptisch. Angesichts der Verzahnung der vielen Verkehrsprojekte mit dem Umland unterstützen die Sozialdemokraten aber das Vorhaben. Susanne Hoyer (FW) hofft darauf, dass es vielleicht Lösungen für Probleme gebe, "an die wir gar nicht denken". Sie riet dazu, "auch die Jugend mitzunehmen".

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