Bauen im LandschaftsschutzgebietEs gibt gleich drei Profiteure

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Auch für den Ausbau des Radwegs an der Staatsstraße von Moosburg nach Mauern soll neben einer geplanten Halle in Thalbach noch Platz sein.
Auch für den Ausbau des Radwegs an der Staatsstraße von Moosburg nach Mauern soll neben einer geplanten Halle in Thalbach noch Platz sein. (Foto: Marco Einfeldt)

In der Gemeinde Wang kann nun doch eine Halle im bisherigen Landschaftsschutzgebiet gebaut werden, dieses wächst dafür an anderer Stelle. Zudem ist ein Lückenschluss des Radwegs von Moosburg nach Mauern möglich.

Von Alexander Kappen, Freising

Vor rund einem Jahr war der Antrag der Gemeinde Wang, eine Fläche bei Thalbach aus dem Landschaftsschutzgebiet "Ampertal" herauszunehmen, um den Bau einer Halle zu ermöglichen, im Planungsausschuss des Freisinger Kreistags zurückgestellt worden. Die Landkreis-Verwaltung hatte die Ablehnung des Antrags aus dem Jahr 2019 empfohlen. Inzwischen hat die Gemeinde Wang diesen jedoch grundlegend überarbeitet, weshalb der Planungsausschuss jüngst einhellig zugestimmt und damit auch einen Beitrag zum Lückenschluss des Radwegs von Moosburg nach Mauern geleistet hat.

Die ursprünglich beantragte Entnahmefläche aus dem Schutzgebiet wurde von einem Hektar auf 8200 Quadratmeter reduziert und reicht nun nicht mehr in das vorläufig gesicherte Überschwemmungsgebiet hinein. Auch der im vergangenen Jahr angeführten Kritik aus dem Landratsamt, die Entnahme einer Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet an dieser Stelle führe zu einem weitgehenden Verlust der ohnehin schon sehr eingeschränkten Korridorfunktion für Pflanzen und Tiere im Bereich Thalbach, nördlich der Amper inklusive Hangleite, wurde nun Rechnung getragen.

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Zur Wiederherstellung beziehungsweise Verbesserung eines zusammenhängenden Schutzgebietes und zum Erhalt der Korridorfunktion wurde in Abstimmung mit den betroffenen Grundstückseigentümern und mit Beratung durch die Untere Naturschutzbehörde eine deutliche Ausweitung der Landschaftsschutzgebietsfläche um etwa drei Hektar entlang des Tapesinger Grabens mit seinen durchgängigen Gehölzstrukturen vorgeschlagen - und vom Ausschuss dann auch so beschlossen.

Man sei "am Ende in der Summe zu dem Schluss gekommen, dass man mit dieser Paketlösung dem Antrag in der neuen Form zustimmen kann", sagte Jörg Steiner, Sachgebietsleiter der Unteren Naturschutzbehörde. Man habe die Latte sehr hoch gehängt, "die Fläche, die ins Landschaftsschutzgebiet reingenommen wird, ist größer als die, die entnommen wird - wir haben uns also nicht über den Tisch ziehen lassen".

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Westlich der geplanten Halle, die gewerblich für die Unterbringung eines Betriebs zur Saatgutvermehrung und Vermarktung sowie zur Nutzung durch einen Erdbaubetrieb verwendet werden soll, wird laut Planung auch noch Platz bleiben für die Fortführung des Radweges von Moosburg nach Mauern beziehungsweise Wang/Landl. Neben der Staatsstraße ist die Situation für Radfahrer in diesem Bereich derzeit alles andere als optimal.

Überhaupt, so heißt es aus der Landkreisverwaltung, könne durch die grundlegende Einigung zwischen dem Grundstückseigentümer, der Gemeinde Wang und dem Staatlichen Bauamt Freising "die komplette Verkehrssituation im Bereich Thalbach - Zieglberg zeitnah und umfassend verbessert werden". Neben der Schließung der Radwegelücken könne durch den Ausbau der Staatsstraße 2085 die unfallträchtige Kreuzungssituation vor Zieglberg durch einen Kreisverkehr und dadurch die enge Ortsdurchfahrt von Zieglberg sicherer gemacht werden. Hinzu komme die Beseitigung der Gefahrenstelle durch die alte Hofstellenausfahrt im südlichen Bereich von Thalbach. Landrat Helmut Petz (FW) sprach von einer "sehr guten Situation, alle Seiten profitieren, der Antragsteller, der Naturschutz und auch für den Radweg springt was heraus".

© SZ vom 17.02.2022 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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