Verfluchte Technik: Landrat Helmut Petz (FW) war sich zu Beginn sicher, dass die Sitzung des Kreisausschusses des Kreistags angesichts der überschaubaren Tagesordnung nicht lang dauern würde. Dann spielte ihm die Technik einen Streich. Die Kreisrätinnen und Kreisräte, die hybrid zugeschaltet waren, blieben sprachlos und konnten sich nur mit Handzeichen verständlich machen. Die Techniker brauchten eine gute dreiviertel Stunde, bis der Fehler behoben war. Und das ausgerechnet dann, als das Gremium entscheiden sollte, ob es im kommenden Jahr Hybridsitzungen geben soll. Eine 9:5-Mehrheit sprach sich für diesen Vorschlag mit einer Empfehlung an den Kreistag aus. Vorausgesetzt, dass die Regierung die Gesetzeslage bis dahin nicht ändert. Und ein weiterer Vorschlag: Stoffel, die gegen die Etikette der Hybridsitzungen verstoßen, sollen eventuell sanktioniert werden.
Anita Fußeder, Leiterin des Sitzungsdienstes im Landratsamt, hatte die Diskussion über angemessenes Benehmen angestoßen. Eine Gruppierung habe moniert, dass sich einige Personen nicht an die Spielregeln einer Hybridsitzung halten. Diese gehörten ihrer Meinung nach sanktioniert. Zum Beispiel, dass sie nur noch in Präsenz an den Sitzungen teilnehmen dürften. Rainer Schneider (FW) will sogar das Sitzungsgeld streichen, falls jemand während der Sitzungen nicht dauernd anwesend sei. Dieser sollte den Anspruch darauf verlieren. So ein Verhalten sei eine Missachtung gegenüber Landrat Petz und gegenüber dem Gremium.
Ein bisschen dabei sein und dann wieder nicht, das geht nicht
Uwe Gerlsbeck (CSU) ist durchaus kein Freund von Hybridsitzungen. Er sieht darin keinen Vorteil. Die Geschäftsordnung alleine gebiete aber schon eine gewisse Disziplin. Er warnte jedoch davor, Konkretes in diese aufzunehmen. Was da mal drinstehe, bekomme man nur mit einer Zweidrittel-Mehrheit wieder heraus. Allerdings ginge es nicht an, dass jemand mal ein bisschen dabei sei und dann wieder nicht. "Dann soll derjenige einen Stellvertreter entsenden", schlug Gerlsbeck vor.
Tobias Weiskopf (FDP) bot an, "eine Compliance", also ein Regelwerk für das Verhalten während einer Hybridsitzung, aufzustellen. Die Stimme einer Kreisrätin oder eines Kreisrats zählt nur dann, wenn sein Gesicht erkennbar ist. Ist sein Konterfei auf einem Bildschirm auf "schwarz" gestellt, gilt das als abwesend. Soweit herrscht auch Verständnis im Gremium. Es könne immer mal passieren, dass jemand angerufen werde und für einige Minuten nicht teilnehmen könne.
Fest steht, dass die notwendige technische Ausstattung verbessert werden wird. Weiskopf monierte, dass die Geräte für die Übertragung vor jeder Sitzung mit viel Zeitaufwand auf- und abgebaut würden. Darin sieht er eine mögliche Ursache für den Defekt in der aktuellen Sitzung.