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Von Schweitenkirchen nach Garching:Kreisräte stimmen Expressbus durch die Hallertau zu

Ein neuer Expressbus soll bald die Hallertau mit der U-Bahnstation in Garching verbinden.

(Foto: Marco Einfeldt)

Ab Dezember 2022 soll ein neuer Schnellbus Mainburg, Schweitenkirchen und Allershausen mit der U-Bahn U6 in Garching-Hochbrück verbinden.

Von Alexandra Vettori, Freising

X610 ist der Arbeitsname einer Expressbuslinie, die wohl ab Dezember 2022 durch den Landkreis Freising brausen wird, vor allem auf der Autobahn A 9. Denn der neue Schnellbus soll Mainburg, Schweitenkirchen und Allershausen mit der U-Bahn U 6 in Garching-Hochbrück verbinden. Ein solcher Expressbus war eine zentrale Forderung bei der Fortführung des Nahverkehrsplans Freising. In seiner jüngsten Sitzung hat der Planungsausschuss des Kreistags den Grundsatzbeschluss zur Einführung der neuen Linie einstimmig gefasst.

Verkehren würden die Regionalbusse von 5 bis 21 Uhr im Stundentakt, zur Hauptverkehrszeit im 40-Minuten-Takt. Wie ein MVV-Vertreter in der Sitzung erläuterte, sollen neue, 15 Meter lange Busse mit je 65 Sitzplätzen eingesetzt werden. Ob die Busse auf den Standstreifen fahren dürfen, steht noch nicht fest. Eingeplant aber ist der fast tägliche Stau auf der A 9 an der Ausfahrt Garching-Süd. Um dem zu entgehen, wird der Bus bereits in Garching-Nord die Autobahn verlassen.

Sehr wahrscheinlich gibt es zusätzliches Fördergeld, weil die Linie Teil eines Pilotprojektes wird. Die Kosten werden auf 990 000 bis 1,1 Millionen Euro im Jahr geschätzt. Wie sich die beteiligten Landkreise Freising, Pfaffenhofen und Kelheim die Summe aufteilen, wird noch verhandelt. Für die Bewohner des nördlichen Landkreises Freising wäre die Linie eine echte Alternative zum Auto. Schon im Vorfeld wurden 818 Berufspendler aus Mainburg gezählt, 216 aus Rudelzhausen und 372 aus Au. 579 Menschen pendeln von Allershausen aus nach München. Ebenfalls bemerkenswert ist der kreisübergreifende Pendlerverkehr zwischen Au und Rudelzhausen, Mainburg und Schweitenkirchen.

Derzeit brauchen Bewohner des nördlichen Landkreises Freising mit öffentlichen Verkehrsmitteln eineinhalb Stunden ins Zentrum von München - wenn alles gut geht. Die Buslinie X610 braucht laut Fahrplan vom Pfarrhof in Rudelzhausen bis zur U-Bahn in Garching-Hochbrück nur 48 Minuten - wenn alles gut geht. Selbst der MVV-Vertreter war in der Sitzung begeistert: "Wir speisen die Leute direkt über das U-Bahn-System ein, losgelöst von der DB." Auch Kreisrat Michael Stanglmaier (Grüne) lobte die "prinzipiell spannende Linienführung".

© SZ vom 08.07.2020/nta

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