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Landkreis Freising:Entscheidung vertagt

Josef Hauner (CSU) holt 40,46 Prozent und gilt jetzt als klarer Favorit für die Nachfolge von Landrat Michael Schwaiger. Rainer Schneider (FW) rechnet sich in der Stichwahl aber gute Chancen aus.

Es kommt zur Stichwahl zwischen Rainer Schneider (rechts) und Josef Hauner. Foto: Einfeldt

(Foto: Marco Einfeldt)

Der erste Wahlgang ist vorbei, der zweite folgt in zwei Wochen. Dann entscheidet es sich zwischen Josef Hauner (CSU) und Rainer Schneider (FW), wer neuer Landrat wird. Beide haben wie erwartet den Einzug in die Stichwahl geschafft. Das Ergebnis von Hauner zugrunde gelegt, ist er mit 40,46 Prozent klarer Favorit. Rainer Schneider erreichte 26,14 Prozent, wobei ihm die Kandidatin der Grünen, Birgit Mooser-Niefanger (23,24), lange Zeit hartnäckig auf den Fersen geblieben war. Einen Achtungserfolg erzielte Martin Bengler (SPD.) Er kam auf 10,15 Prozent. Die Wahlbeteiligung war schwach und ist con 58,56 Prozent im Jahr 2008 auf 53,01 Prozent zurückgegangen.

Hauner, der als einziger der Kandidaten nicht die Stimmenauszählung im großen Sitzungssaal des Landratsamts mitverfolgte, hat in 20 von 24 Kommunen des Landkreises die meisten Stimmen geholt. Nur in Freising und Marzling musste er sich Birgit Mooser-Niefanger sowie in Paunzhausen und Attenkirchen Rainer Schneider geschlagen geben. In der Kreisstadt und ihrer Nachbargemeinde spielt eben doch die dritte Startbahn im Wahlkampf eine bedeutende Rolle. Das sieht auch Schneider so. Während Hauner in Freising auf 31,98 Prozent kam, gaben nur 22,16 Prozent der Freisinger dem FW-Kandidaten ihre Stimme. Birgit Mooser-Niefanger dagegen kam auf 36,70 Prozent. Für Hauner gilt: Je weiter entfernt eine Gemeinde von Freising liegt, um so besser das Abschneiden des CSU-Kandidaten. Hier gibt es Parallelen zur Landtags- und Bundestagswahl. Seine Spitzenergebnisse holte Hauner in Gammelsdorf (60,63) und Rudelzhausen (57,28). Ginge es quasi rein nach den Kommunen jenseits der Amper, wäre er bereits Landrat.

Hauner ist mit seinem Abschneiden sehr zufrieden. "Mit einer Stichwahl war bei vier Kandidaten zu rechnen", meinte er. Die knappen 40 Prozent, die er errungen hat, bezeichnet er "als hervorragende Basis". Mit diesem Ergebnis übertrumpfte er Josef Riemensberger , der vor sechs Jahren für die CSU ins Rennen gegangen war, mehr als deutlich. Dieser kam damals nur auf 24,02 Prozent.

Schneider ist jedenfalls froh, dass er das lange Zeit währende Kopf-an-Kopf-Rennen mit Birgit Mooser-Niefanger für sich entschieden hat. "Es ist so gekommen, wie ich es mir erhofft hatte", sagte er. Michael Schwaiger (FW), der amtierende Landrat, hatte es jedenfalls fest auf der Rechnung, dass Schneider den Einzug in die Stichwahl schaffen würde. Beide FW-Politiker hoffen jetzt auf den Manfred-Pointner-Effekt. Der Vorgänger von Schwaiger war 1996 im ersten Wahlgang dem damaligen CSU-Kandidaten Franz Obermeier im ersten Wahlgang unterlegen, hatte sich aber in der Stichwahl durchgesetzt. An diesen Erfolg will Schneider nun anknüpfen und die Tradition der FW-Landräte im Landkreis fortführen. Schneider setzte sich in Attenkirchen (36,17) und Paunzhausen (45,45) durch. Er kam mit seinem Ergebnis im Übrigen fast an Schwaiger heran, der vor sechs Jahren im ersten Wahlgang 27,61 Prozent geholt hatte.

Das Zünglein an der Waage spielte zugunsten Schneiders ausgerechnet dessen Gemeinde Neufahrn, wo er zuletzt 18 Jahre als Bürgermeister gewirkt hatte. Neufahrn gehörte zu den letzten vier Gemeinden, deren Ergebnisse noch ausstanden. Nachdem Birgit Mooser-Niefanger in Moosburg mehr Stimmen als ihr Mitbewerber bekommen hatte, war sie ihm noch einmal näher gerückt. Ein gutes Abschneiden in Neufahrn, hofften die Kandidatin der Grünen und ihr Anhang, und sie würde anstatt Schneider in die Stichwahl einziehen. Sie lag dann mit knapp fünf Prozentpunkten (23,78) hinter Schneider (28,47).

"Ich gratuliere den beiden Herren", sagte Birgit Mooser-Niefanger an die Adresse von Hauner und Schneider. Mit 36,70 Prozent holte sie in Freising die meisten Stimmen, was gleichzeitig ihr bestes Ergebnis war. Dies freute die Kandidatin, die mit ihrem Abschneiden zufrieden ist, ganz besonders. Sie blieb mit ihrem Ergebnis nicht allzu weit hinter dem zurück, das Christian Magerl vor sechs Jahren erzielt hatte. Er war auf 26,68 Prozent gekommen. Umgekehrt zur CSU schneiden die Grünen auf dem Land nur mäßig ab. Wie ihr Ergebnis zeige, sagte Birgit Mooser-Niefanger, habe ihr das Thema "Auer Realschule" nicht geschadet. Die Grünen hatten diese im Kreistag stets abgelehnt. Birgit Mooser-Niefanger, hofft, dass die Grünen nun im Stadtrat und Kreistag gut vertreten sind.

Auch Martin Bengler ist mit seinem Ergebnis zufrieden. "Es freut mich, dass es zweistellig geworden ist", meinte er. Sein bestes Ergebnis (27,01) hat er in seiner Heimatgemeinde Langenbach. Hans Neumaier hatte vor sechs Jahren noch über 16 Prozent für die SPD geholt.